„Je mehr Keywords auf der Seite, umso besser“ – wir alle kennen diese Sätze aus diversen SEO-Ratgebern, doch leider entdecke ich solche Sätze auch immer wieder in aktuellen Ratgebern. Für Neueinsteiger sind diese Empfehlungen fatal, denn die Keyword-Dichte hat längst an Relevanz verloren.

Kundenbedürfnisse

Die goldenen Keyword-Zeiten sind vorbei und dennoch setzen viele Unternehmen weiterhin auf den großzügigen Einsatz von diversen Keywords, anstatt sich einen Text oder gleich die ganze Website mal aus Kundensicht anzuschauen. Denn Google erkennt durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz längst Synonyme und verwandte Inhalte. Dies gilt im Übrigen auch für Bilder. Was nicht bedeutet, dass eine Keyword-Analyse überflüssig ist. Im Gegenteil, denn diese gibt Aufschluss darüber, wie und wonach der Kunde sucht.

In der heutigen Zeit gilt es den Fokus auf den Kunden zu setzen, und hier kommen wir auf einen altbekannten Begriff zu sprechen: Mehrwert. Google möchte die Nutzerbedürfnisse befriedigen, indem gute und vertrauensvolle Seiten auf der ersten Seite angezeigt werden. Hierzu ist die Qualität der Website entscheidend. Inhalte müssen einen Nutzen für den Besucher haben und eine konkrete Antwort auf ihre Frage liefern.

Viel zu oft wird mit emotionalen Überschriften und Versprechungen gelockt, die den Websitebesucher am Ende nur enttäuschen. Die Folge sind hohe Absprungraten.

In den Kunden hineinversetzen

Wer der Kunde ist und welche Bedürfnisse er hat, sollte jedem Unternehmen bekannt sein. In Hinblick auf die Optimierung der Website ist es aber nicht nur wichtig, diese zu kennen, sondern auch zu verstehen. Dabei kann es hilfreich sein, selbst einmal die Kundensicht einzunehmen und durch die eigene Webseite zu navigieren. Folgende Aspekte sind dabei unter anderem zu berücksichtigen:

  • Die Inhalte auf der Webseite müssen einfach und verständlich sein. Eine große Komplexität ist zu vermeiden.
  • Die wichtigsten Informationen sind an den Anfang zu setzen, denn die wenigsten Kunden scrollen noch bis zum Ende der Webseite.
  • Die gesamte Website muss barrierefrei und gut strukturiert sein.
  • Die Ladezeit darf nicht hoch sein, denn die Aufmerksamkeitsspanne liegt bei rund drei bis vier Sekunden. Wenn die Seite dann nicht fertig geladen hat, steigen viele Besucher schon wieder aus.
  • Supplementary Content: Gadgets, die das Nutzererlebnis verbessern (Menüleiste, Suchfunktion, etc.).
  • Die Inhalte sind aktuell.
  • Qualität statt Quantität. Anstatt tagtäglich neue Inhalte zu veröffentlichen, sollten die bereits vorhandenen Inhalte auf Qualität geprüft und gegebenenfalls verbessert werden.
  • Verlinkungen sind sinnvoll eingesetzt und bringen den Webseitenbesucher weiter.

Wichtig: Wir machen Suchmaschinenoptimierung für den Kunden und nicht für Google.

Webanalyse

Bei der Suchmaschinenoptimierung sind die Daten aus der Webanalyse unerlässlich. Die Zahlen geben wichtige Hinweise auf das Verhalten und die Interessen der Besucher. Für Unternehmen ist Nutzerwissen ein wertvolles Gut. Die Daten schaffen dabei grundlegende Entscheidungshilfen und liefern erste Optimierungsvorschläge (etwa durch hohe Absprungraten). Anbei einmal beispielhaft vier wichtige Kennzahlen in der Webanalyse und wofür sie stehen.

  • Verweildauer Diese gibt Aufschluss darüber, ob sich der Websitebesucher leicht zurechtfindet. Ist die Verweildauer niedrig, dann sollte überprüft werden, ob der User wirklich die richtigen Informationen leicht finden kann. Eine längere Verweildauer kann dagegen für interessierte Besucher sprechen.
  • Conversion Conversions beschreiben das Erreichen eines bestimmten Ziels, welches das Unternehmen im Vorfeld festgelegt hat. Dies kann beispielsweise der Kauf eines Produktes sein oder auch das Abonnieren eines Newsletters.
  • Neue und wiederkehrende Besucher Mithilfe von Cookies kann gefiltert werden, ob der Besucher die Website schon einmal besucht hat oder neu ist. Wenn es viele wiederkehrende Besucher gibt, ist dies ein Hinweis darauf, dass die Website interessante und gute Inhalte bietet.
  • Absprungrate/Bounce Rate Diese Zahl gibt Auskunft darüber, wie viel Prozent der Besucher die Website wieder verlassen haben, nachdem sie eine Seite besucht haben. Eine hohe Absprungrate kann beispielsweise auf eine schlechte Usability hinweisen oder die Nutzer finden nicht die Informationen, nach denen sie gesucht haben.

Darüber hinaus gibt es noch viele weitere wichtige Kennzahlen, die berücksichtigt werden müssen, um die Website für die Besucher zu optimieren.

Fazit

Keyword-Analyse ja, Keyword-Dichte nein! Die Website muss sich künftig auf die Nutzerbedürfnisse konzentrieren, die mithilfe der Webanalyse identifiziert werden.