Zehn Regeln für die erfolgreiche Twitter-Nutzung

result hat vor einigen Wochen eine Studie herausgebracht, die sich mit den unterschiedlichen Nutzertypologien von Twitter-Nutzern auseinandergesetzt hat. Herausgekommen sind verschiedene Twitter-Typen, die sich alle unterschiedlich auf der Social Media Plattform bewegen. Für viele Unternehmen ist mittlerweile klar: „Wir wollen dabei sein“, gleichzeitig stellt man sich aber auch die Frage: „Wie machen wir es richtig und wie können wir Twitter erfolgreich und mit Mehrwert für die Follower nutzen?“. Als ein Ergebnis der Studie haben wir zehn Regeln verfasst, die den Einstieg erleichtern sollen:

  1. Dem Medium gegenüber ein Basis-Commitment beweisen, d.h., sich auf Twitter einlassen
    Die in Followern gemessene Erfolglosigkeit des Clusters Exogene bildet einen ersten Beleg für die Erkenntnis, dass man Web-2.0-Medien bzw. -Applikationen nicht einfach „austricksen“ kann. Es ist nicht sinnvoll, „bequem und einfach“ die Statusmeldungen aus dem sozialen Netzwerk auf Twitter zu verbreiten. Die Inhalte bleiben unverständlich oder erscheinen wenig motiviert. Das Commitment gegenüber Twitter fehlt. Es konnte nachgewiesen werden, dass sich kaum jemand für einen solchen Account interessiert.
  2. Sich selbst keinesfalls ständig in den Mittelpunkt der getwitterten Inhalte stellen
    Obwohl „Zwitschern“ auf den ersten Blick inhaltliche Beiläufigkeit begünstigt oder beinahe herausfordert, erweist sich Contentqualität als massiv erfolgsentscheidend. Zunächst sei davor gewarnt, sich selbst permanent in das Zentrum der Tweets zu stellen. Der kommunikative Misserfolg des Clusters Impulsive beweist dies besonders eindrucksvoll. Eigene Emotionen zum Anlass für das Twittern zu nehmen, erhöht fraglos die Authentizität, senkt aber die Relevanz. Mitfühlen können in der Regel nur nahe Freunde und Bekannte.
  3. Der Sinnliche ist erfolgreich
    Wer die Sinne anspricht, bietet einfach mehr: Interessante Links zu audio-visuellen Stimuli, z.B. Videos oder Blogbeiträgen oder Websites usw. sind offenbar nicht nur „nice“. Wer sich als Privatperson dieser Chancen kompetent bedient, generiert Follower. Ein gutes Beispiel ist der Repeater. Diese Accounts stellen vergleichsweise komplizierte Gestalten aus Links, Zitaten (Re-Tweets), Schlagworten (Hashtags) und persönlich adressierten Nachrichten dar (@Tweets). Twitterer sollten folglich die multiplen Möglichkeiten von Twitter unbedingt ausnutzen.
  4. Kaum Output ohne Input
    Natürlich kann man, so man z.B. die Frankfurter Allgemeine Zeitung ist, Substanzielles twittern ohne auch nur einem einzigen Twitterer selbst zu folgen. Anraten können wir dies jedoch weder Privatpersonen noch Unternehmen. Man bleibt auf diese Weise „vor den Toren“ von Twitter und nutzt den Dienst als Kanal in welchem man „verkündigt“. Diese Haltung ist besonders beim Promotor zu beobachten. Dieser will gewissermaßen Gehör finden, ohne jedoch selbst zuzuhören. Viel zu häufig muten diese Accounts leblos und unauthentisch an. Die hohe Followerzahl dieses Clusters, die sich auch durch Verwendung des Median als Mittelwert nicht „korrigieren“ lässt, ist entweder „erkauft“ oder einzig und allein der Offline-Reputation geschuldet. Das Promoten ist kein Erfolgskonzept. Als Beispiel sei der Vergleich von „raiffeisen_at“ und der (mittlerweile hoch dekorierten) „raibalustenau“ empfohlen.
  5. Special Interest ist eine mögliche, aber keine optimale Strategie
    Das Angebot von News zu inhaltlich eng abgegrenzten Themenfeldern war, ist und bleibt eine Einstiegsoption in neue Medien. (Man liest den „Feuerwehrblog“ nicht wegen des Blog-Charakters, sondern wegen des Themas Feuerwehr.) Der Mono-Thematiker ist auf Twitter, gemessen in Followern, durchaus nicht unerfolgreich, weil er Gleichgesinnte um sich schart. Er nutzt aber die Potenziale von Twitter nur suboptimal.
  6. Auf Nachvollziehbarkeit der Inhalte achten
    Die sukzessive Verbesserung der durchschnittlichen Followerzahl, die sich im Übergang von Impulsiven über Chronisten hin zu RealTimern ergibt, deutet auf einen Erfolgsfaktor hin: Je verständlicher der Content, desto höher die Relevanz. Chronisten berichten mitunter minutiös über das eigene Tun. Dieses erschließt sich Dritten immerhin leichter als das eigene Fühlen. Noch erfolgreicher ist der Übergang zum RealTimer. Er stellt Alltagsbeobachtungen in den Mittelpunkt der Tweets. Dinge also, die für Dritte ebenfalls beobachtbar wären und somit einen höheren Grad an Objektivität in sich tragen.
  7. Nur wen man greifen kann, kann man auch umarmen
    Die Verbindung von inhaltlichen Themen und persönlichen Bemerkungen, Erlebnissen und Erfahrungen ohne thematischen Bezug lässt eine Persönlichkeit hinter den Tweets erkennen, zu der Nähe aufgebaut werden kann. Aus der Kombination von erkennbarer Persönlichkeit und erkennbarem inhaltlichen Profil und Vernetzung relevanter Inhalte entsteht in der Regel ein verfolgenswerter Account. (So kann „sozialer Kitt“ entstehen, der das Social Web insgesamt zusammenhält.)
  8. Unternehmensmarken müssen auch auf Twitter Personality erkennen lassen
    Während Mittelständler einen Twitterer aus ihrem eigenen Mitarbeiterstab „benennen“ können, stellt sich die Lage für Großunternehmen komplexer dar: Fraglos müsste ein Team dahinter stehen. Die Konzeption der „Handschrift“ auf Twitter muss Persönlichkeit erkennen lassen. Diese Forderung ist nicht ohne Brisanz, weil @ Tweets Vernetzungen aufdecken können oder Bekenntnisse darstellen, Hashtags (#) mehr als nur das eigene unlängst gelaunchte Produkt sein müssen, Links keinesfalls
    permanent auf das eigene Webportal gehen dürfen usw..
  9. Die Heritage der Marke ist ein Segen und kein Fluch
    Obwohl ein zu enger thematischer Fokus die Relevanz beschränkt, sollte die Unternehmensmarke aus ihrer „Lebenswelt“ heraus agieren, um hinreichend glaubwürdig zu sein. Wer sich für Reisen, Handy oder Geldanlage a priori nicht interessiert, wird als Follower auch anders nicht zu gewinnen sein.
  10. Kein Auto-Follow-Accounts
    Die Nutzung von Auto-Follow-Accounts sollte semi-professionellen Blendern überlassen werden. Automatische Erhöhung der eigenen Follower-Zahlen mit SEO-Strategien (z.B. gezieltes Verfolgen von Auto-Follow-Accounts) erhöht vielleicht die Sichtbarkeit in Rankings, erzeugt aber keine relevanten Accounts und nährt den Eindruck von Spam-Content. Dies sollte sich keine sorgsam aufgeladene und wohl positionierte Marke leisten.
By | 2010-05-07T10:35:55+00:00 7. Mai 2010|Categories: Allgemein, Social Web, Studie|Tags: , , , |

Über den Autor:

Janine Kammann-Anyiam
Die gebürtige Berlinerin ist seit 2008 Wahl-Kölnerin und Teil des result-Teams. Sie verantwortet den Bereich internes und externes Marketing für die result gmbh und einiger Kunden.

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