Webmonitoring – Ein Übergangsphänomen in der Forschung?

Schon seit langem bieten wir in unserem Portfolio Webmonitoring an. Ziel ist es, die Ausprägung einer Marke im Web, in Blogs, auf Twitter und in Communities zu analysieren.

Die Erfahrung zeigt, dass das Produkt „Webmonitoring“ noch weit von einem Standard entfernt ist. Je nach Kunde sind die Erwartungen unterschiedlich.

Das ist nicht verwunderlich: Das Web ist weit, weltweit. Und irgendwie hat man ständig das Gefühl, nicht alles mitzubekommen und wesentliches zu verpassen. Auf der anderen Seite haben die meisten der Unternehmen schon eine Reihe von Informationen, beobachten schon lange die wichtigsten Foren, analysieren die Presse etc.. Wie und wo findet Webmonitoring hier noch eine Nische?

Für uns als Institute fürchte ich, auf Dauer gar nicht. Das Webmonitoring wird vom Customer Care, von der PR und dem Marketing übernommen werden. Diese sind deutlich dringlicher als die Forschung darauf angewiesen, die Meinungsäußerungen im Web, in Blogs, auf Twitter und auf ihren Fanseiten im Auge zu behalten. Mit einem gravierenden Unterschied zur Forschung, der es in erster Linie um Datensammlung, -analyse und strategische Einordnung geht: Customer Care, Marketing und PR müssen das Web realtime beobachten und sie müssen ggf. sofort Stellung nehmen zu dem, was über das Unternehmen gesagt wird.

Dies bedeutet: Die mit den Kunden kommunizierenden Abteilungen werden über kurz oder lang alle in die Pflicht kommen, sich Monitoring-Tools zu installieren, die ihnen einen sofortigen und gut gegliederten Überblick über den Informationsstrom im Netz erlauben. Sie müssen diesen Informationsstrom beobachten und gezielt reagieren, wo es notwendig erscheint.

Die Forschung, die über längere Zeiträume Daten sammeln und analysieren möchte, hängt sich effizienterweise an diese Tools an: Liest die Daten aus und bereitet sie für ihre jeweiligen Zwecke über beliebige Zeiträume so auf, wie die Forschungsfragen es verlangen.

Ich glaube daher tatsächlich, dass Web- und Social-Web-Monitoring Übergangsphänomene sind, die derzeit von den Forschungs-Dienstleistern abgefordert werden, auf Dauer aber inhouse „verschwinden“. Und ich denke, nur so macht das Ganze auch wirklich Sinn.. auch wenn das für uns schade ist :-)

Von | 2010-03-24T11:03:43+00:00 24. März 2010|Kategorien: Kommunikation, Social Media|Tags: |

Über den Autor:

Sabine Haas

Sie gründete 1994 das result Markt- und Medienforschungsinstitut, 2007 folgte eine Webagentur, im Jahr 2011 der Geschäftsbereich Beratung. Als Kennerin der alten wie auch Neuen Medien gehört sie zu den gern gesehenen Speakerinnen bei Fachveranstaltungen & Kongressen rund um das Thema „Digitaler Wandel/Medienwandel“.

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