Alle stürzen sich auf Facebook, wenn es um einen Auftritt im Social Web geht – oftmals ohne die Alternativen in Betracht zu ziehen. Die Rede ist dabei natürlich nicht von der Erstellung privater Accounts. Es geht vielmehr um die Pages kleiner und mittelständischer Unternehmen, Dienstleister oder auch Institutionen. Schlechtenfalls empfehlen Berater einfach, als erste und zum Teil einzige Maßnahme den Gang ins bislang größte Social Network – und verfehlen damit weitgehend das Ziel. 

Und damit beginnen dann die Probleme…

Bei der Suche nach dem Friseursalon um die Ecke oder dem nächsten Dachdecker spuckt die gängige Suchmaschine nichts aus. Unter den ersten Treffern ist das gesuchte Unternehmen nicht zu finden. Wenn man nun auf Facebook den gleichen Begriff auf die Suche schickt, sind da die gewünschten Informationen, denn der Salon hat ein Profil – im besten Fall auch noch ein gut gepflegtes. Aber die meisten Menschen und somit auch potenziellen Kunden googeln bevor sie „facebookeln“ würden – schon der Begriff spricht für sich!

Dabei macht Social Media gerade auch für kleine und mittelständische Unternehmen Sinn, keine Frage! Neben reinem PR und Marketing können sie auf neue Weise in den Kundendialog treten, sich vernetzen und ihr Unternehmen für den Kunden transparenter machen. Service und Feedback sind natürlich auch mit von der Partie. Schade bloß, dass KMU diese Möglichkeiten meist nur mit Facebook in Verbindung bringen.

Wie aber macht man es besser?

Nach dem Motto »Wer sucht, der findet« – dabei sollte der Kern von allem eine gut gepflegte und individuelle Unternehmens-Webseite sein, die den Kunden zum Stöbern einlädt. Daneben macht es aber auch Sinn, seine Kunden zu einer Bewertung zu motivieren. Portale wie Yelp – oder aber Jameda für den Arzt des Vertrauens –, leisten da gute Dienste. Sie generieren nicht nur Feedback für das Unternehmen, sondern sorgen auch dafür, dass es unter den ersten Ergebnissen bei einer Suchanfrage auf Google landet.

Wenn man aber mehr will, können im nächsten Schritt auch die üblichen Social-Media-Kanäle folgen. Dabei sollte Google+ meist noch vor Facebook bespielt werden, wenn man sich als Unternehmen – auch im kleinen Rahmen – präsentieren möchte. Denn auch dadurch rutscht man bei den Ergebnissen einer Google-Suche in Richtung Siegertreppchen. Twitter ist vor allem als Netzwerk für Journalisten und Multiplikatoren geeignet und macht in Kombination mit einem Blog durchaus Sinn. Wer eher schreibfaul veranlagt ist, kann seine Haarschneidekünste aufzeichnen und bei YouTube veröffentlichen. Aber aufgepasst: Gute Videos benötigen neben den Info-Beschreibungen auf der Plattform zwar keinen Schreibaufwand, aber so schnell und einfach sind sie meist dann auch nicht im Kasten. Bei der Nutzung von Xing oder LinkedIn kommt es auf die Art des Unternehmens an. Als Faustregel hierbei gilt: Geradezu ein Muss für B2B und kaufmännische Berufe! Facebook sollte natürlich nicht vernachlässigt werden, es steht nur nicht unbedingt auf Nummer eins der To-do-Liste, wenn die kleinen und mittleren Unternehmen ins Social Web wollen.

Vielleicht nicht immer die erste Wahl, aber auch nicht die Letzte!

Es geht also nicht darum, Facebook zu vernachlässigen – auf keinen Fall –, aber eine angemessene Sensibilisierung für andere Kanäle und Portale ist angebracht! Denn so blau der Netzwerkriese auch daherkommt, den Social-Media-Himmel nimmt es trotzdem nicht alleine ein. Hat man auch die anderen Kanäle im Überblick, dann ist man als kleiner oder mittlerer Unternehmer oder Dienstleister mit dem Tante-Emma-Prinzip ganz vorne mit dabei, den Dialog mit dem Kunden zu fördern und ihn dadurch an sich und seine Produkte zu binden.