Über die Bedeutung kleiner Animationen wie GIFs oder Cinemagraphs im Content Marketing haben wir auf dem Blog schon mehrfach berichtet. Die visuellen Miniformate bringen eine ganz eigene Dynamic ins Storytelling. Wer keinen Grafiker oder Digital Designer zur Hand hat, scheut die Anstrengung und denkt vielleicht, die Erstellung solcher Animation sei zu aufwändig und kostspielig. Das muss sie aber gar nicht sein.

So klein und doch so stark!

Die Idee hinter GIFs und Co. ist es, für den Betrachter einen

A. außergewöhnlichen visuellen Moment zu erschaffen,
B. eine alltägliche Geste zu visualisieren oder
C. schlicht ein Thema knapp und bündig darzustellen.

Mithilfe von GIFs lässt sich in Sekundenschnelle die Aufmerksamkeit der Leserschaft erreichen, wo bloße Textwüsten diese schnell mal zum Nächsten weitertreibt. Dabei kann ein GIF zwei Dinge bewirken:

  • Es bietet einen visuellen Anker zum Text und verleiht ihm so mehr Nachhaltigkeit.
  • Es wirkt als Signal, um auf das folgende Thema im Text hinzuleiten.

Dass GIFs tatsächlich funktionieren, um das Interesse der User auf sich zu lenken, belegen inzwischen einige Studien. Selbst in E-Mails wirken die ausdrucksstarken visuellen Häppchen. Bei Paid Social dienen sie dem Zweck des geringsten monetären Einsatzes für mehr Reichweite.

Für mich persönlich sind GIFs in der Kette der Content Creation das i-Tüpfelchen einer verkürzten Kommunikation. Sie erinnern mich an eine klug konzipierte Short Story, die ihrem Betrachter Raum lässt für individuelle Interpretation und Konnotation. Sie sind ein Statement, mit dem Unternehmen ihr Produkt aus der Masse ähnlicher Produkte durch die visuelle Kommunikation herausstellen können.

Die Großen machen es vor

Gerade international agierende Unternehmen und Brands profitieren davon, dass diese Form der animierten Bildsprache – vorausgesetzt, interkulturelle Unterschiede wurden gecheckt – ohne viele Erklärungen weltweit adaptierbar und einsetzbar ist. Funktioniert das GIF auch in Zusammenhängen außerhalb der eigenen Brand, wird es von Usern aufgegriffen und geteilt werden – und zahlt so automatisch in die Marke ein. Eines der besten Beispiele unter den Big Playern dafür ist etwa der Autoverleihanbieter Sixt.

Zudem eignen sich die »visuellen Häppchen« ganz wunderbar, um ganze Produktpaletten auf smarte, aber kurze Weise abzubilden. Ein Beispiel: die Vielfarbigkeit und Vielschichtigkeit an Mustern von ein und demselben Produkt. Der Betrachter wird solange schauen, bis sein Blick auf den Favoriten fällt. Ein solches Beispiel ist ein GIF aus einem Werbepost von Chillybottles. Statt des Storytellings verschiedener Anwendungen der Flasche in unterschiedlichen Designs und in Mitnahme zu verschiedenen Orten dieser Welt, wurde in einem Werbeposting auf Facebook in Sekundenschnelle die ganze Vielfalt der Produktpalette präsentiert. Ähnlich auch der Schnelldurchgang in Form eines GIFs zu den Air Max-Sneakern der Sportmarke Nike.
Wie künstlerisch das Ganze zudem werden kann, zeigte vor einigen Jahren die Band The Pains of Being Pure at Heart. Deren Video zu einer neuen Single wurde tutti aus einzelnen GIF-Szenen kreiert. Ganz witzig und auch schön, wie ich finde.

GIF-Formate

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von »bewegten Momenten«, die sich für das Erstellen eines GIFs eignen:

1. Zyklische Momente
Die Bewegung hat einen Anfang und ein Ende. Die Verfeinerung davon sind GIFs, bei denen der Anfang und das Ende nicht erkennbar sind und so eine Dauerschleife mit eigentlich unrealistischem Aspekt entsteht. Ein schönes Beispiel dafür ist dieses GIF. Im Fokus: ein Mann mit einem schier endlos erscheinenden Durst. Wer schon mal Lust auf ein eiskaltes Getränk seiner Lieblingsbrause verspürt hat, bei dem wird der Anblick eine entsprechende Emotion auslösen.

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2. Oszillierende Momente
Hierbei wird der logische nächste Schritt ausgeblendet. Etwa, weil es eine überraschende szenische Wende gibt, die in einer gewissen Komik endet.

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Produkte mit Emotion aufladen

Wie effektvoll das Ganze zur Emotionalisierung von Produkten funktioniert, veranschaulichen die beiden nachfolgenden GIFs der Marken Coca-Cola und Nutella. Sie wirken durch den verstärkenden Effekt der Wiederholung. Denn wie wir alle wissen: Wiederholungen führen dazu, dass sich Dinge. In diesem Fall ist es natürlich das Produkt, mit dem unterschiedliche, aber typische Szenarien von Glücklichsein verknüpft werden.

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Ich denke mal, Nutella-Liebhaber finden die Geschmacksexplosion, die der Schokoaufstrich regelmäßig bei ihnen auslöst, in diesem GIF gut dargestellt.

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Eigene Kreationen einer breiten Masse sichtbar machen

Wenn man schon tolle aufwändige GIFs für die eigene Marke oder Institution erstellt hat, wäre es unendlich schade, wenn diese nach einmaligem Auftauchen in den Social Media Accounts irgendwann von keinen neuen Usern mehr gesehen würden, weil sie in den Tiefen der Timelines verschwinden (früher nannte man es »sich versenden«). Dagegen hilft nur eins: Sich eine Plattform suchen, auf der man die eigenen GIFs mit ihren einzigartigen Aussagen der ganzen Welt präsentieren kann. Genau das ist übrigens denkbar einfach. Die an Twitter und Facebook angeschlossene Plattform GIPHY bietet neben dem reinen Auffinden zum Teilen von GIFs nämlich noch mehr. Zum einen kann man dort bequem erste Gehversuche im Erstellen von eigenen GIFs mit bereits vorhandenem Fotomaterial wagen. Wer zum anderen dann auf der Plattform noch einen Brand Channel erstellt und seine Inhalte  im »public«-Mode hochlädt, macht seine GIFs (gut vertagged!) einer breiten Masse verfügbar. Eine deutsche Institution, die diese Strategie ähnlich wie das Unternehmen Sixt schon verfolgt, ist der Radiosender WDR 3. Blickt man mal auf die Views zu den einzelnen Animationen … das sind, wie ich finde, schwindelerregend hohe Zahlen für einen Nischenradiosender. Zudem verführen die Animationen zum Teilen, da sie allgemein gültige und vielfach international verständliche Aussagen und Gesten zum Inhalt haben.

Bleibt zu sagen …

Einfache GIFs zu erstellen ist gar nicht so schwer, wenn bereits Bildmaterial vorhanden ist.

Für alle, die hochwertigen Visual Content nicht selbst machen können und wollen: Hier melden! Wir unterstützen gerne bei der Ideenfindung und Erstellung kleiner wie auch größerer Kreationen.