Videos live mit dem Mobiltelefon streamen

Twitter verbreitet sich weiterhin rasend schnell. Wusste man am Anfang noch nicht, was man mit dem Dienst so recht anfangen sollte, zeigt sich jetzt, dass das Microblogging-Tool fürs Realtime-Publishing die Killerapplikation schlechthin ist.

Mit Twitter kann man kurze Textnachrichten – so lang wie eine SMS – im Internet veröffentlichen. „What you are doing?“ lautet die schlichte Aufforderung auf twitter.com. Hat man sich mit einer ordentlichen Anzahl sog. Follower vernetzt, kann man diese ständig in Kurzform über das informieren, was man gerade tut. Der Reiz liegt v.a. in der reibungslosen Mobile-Integration. So kann man etwa direkt von einem Kongress aus mit dem Handy ins Netz berichten.

Immer häufiger werden in den Twitter-Feeds in der letzten Zeit auch Bilder über den Dienst twitpic.com veröffentlicht. Während man die Bilder hier noch vom Handy aus die Bilder an eine E-Mail-Adresse verschickt, von wo aus die Bilder auf die Twitpic-Seite und von da aus automatisch in den Twitter-Feed gepostet werden, beeindruckt qik.com jetzt mit der denkbar einfachsten Art des Live-Videostreamings über das Mobiltelefon.

Man installiert eine Software auf sein Telefon, indem man auf qik.com seine Telefonnummer eingibt und die darauffolgende SMS bestätigt. Öffnet man nun die Software, startet sofort die integrierte Videokamera, und mit einem Tastendruck beginnt die Aufnahme und gleichzeitig das Streaming ins Netz. Auf der Qik-Seite kann man einen Link zu seinem Twitter-Feed setzen. Dann postet Qik automatisch den Link in den Twitter-Feed. Zusätzlich gibt’s einen Livechat und Kommentarfelder.

Sascha Lobo hat dies auf dem Grimme-Online-Award demonstriert, als er seine eigene Laudatio für den Grimme-Preis-Gewinner Hobnox mit seinem Mobiltelefon live übertragen hat:

Jetzt kann man sich mal überlegen, was man damit alles anfangen kann …

Von | 2008-06-12T09:55:33+00:00 12. Juni 2008|Kategorien: Internet, Mobile|Tags: , , , |

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4 Kommentare

  1. Thilo Trump 12. Juni 2008 um 10:48 Uhr

    „Live“ gilt ja, neben „Lean Back“, als eine der unerschütterlichen Bastionen des alten Fernsehens.

    Wenn aber jeder Mensch sein eigener Livefernsehsender werden kann und es zusätzlich twittereske Verknüpfungsmöglichkeiten der Livestreams gibt, dann kann man auch ein geteiltes Liveerlebnis über Websteams haben. „Geteilte Wirklichkeit“ und „live“ bedeutet ja nicht, dass jeder die gleiche Kameraperspektive zu sehen bekommt und alle Menschen nur von Steffen Simon erklärt bekommen, wie das Spiel gerade läuft.

    Gleichwohl muss man als Netzbegeisterter derzeit natürlich eingestehen, dass dieses wackelige Lobodings da oben noch nicht mit der Live-Bericherstattung zur EM mithalten kann, obwohl es bezüglich Kernerfreiheit natürlich bereits jetzt punkten kann. Und überhaupt: Die Laterna Magica war ja auch nicht das letzte Wort in Sachen TV und Kino.

  2. Dirk Middeldorf 12. Juni 2008 um 11:27 Uhr

    Meine nächste Gehaltsverhandlung übertrage ich auf jeden Fall live!

  3. Thilo Trump 16. Juni 2008 um 8:53 Uhr

    Ganz großes Kino!

  4. […] Twitter ist so etwas wie öffentliches SMS-Schreiben. Die SMS, die man verschickt, landen nicht bei einem konkreten Empfänger, sondern gehen an die Allgemeinheit. Das Besondere ist, dass man einzelne Nutzer gezielt “followen” (verfolgen) kann, deren Nachrichten man dann auf einer Internetseite gesammelt dargestellt bekommt. So erstellt sich jeder Nutzer sein eigenes Twitter-Portal. Dort werden dann, wie in einem Nachrichtenticker, alle Nachrichten der Personen, denen man folgt, in Echtzeit chronologisch dargestellt. Darüber hinaus kann man in die einzelnen Nachrichten einfach Links zu anderen Webseiten oder Fotos und Videos einbinden. […]

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