Triple Play – die Zukunft der multimedialen Kommunikation

Als Triple Play (die Bündelung von Telefonie, Internet und TV/Video) bzw. Quadruple Play (Triple Play + Mobile) vor knapp zwei Jahren auf dem deutschen Markt eingeführt wurde, war noch nicht absehbar, ob es sich um einen kurzfristigen Hype oder eine nachhaltige Entwicklung handeln würde. Die Quartalszahlen der Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland, Kabel BW und Unitymedia sprechen jetzt eine deutliche Sprache. Triple Play entwickelt sich zunehmend zum Wachstumsmotor der Branche – und auch die großen Telekommunikationsunternehmen Telekom, Arcor und Alice (HanseNet) versuchen, sich ihren Teil vom „Breitbandkuchen“ zu sichern.

Hinter Triple Play verbirgt sich das zukunftsträchtige Konzept, die Dienste Fernsehen, Telefonie und Internet über ein IP-basiertes Netzwerke zu distributieren. Anders als bei den herkömmlichen Kabelnetzen verfügen diese „Next Generation Networks“ (NGN) u.a. über eine deutlich höhere Bandbreite und Rückkanalfähigkeit. So sind Services, die im WWW völlig selbstverständlich sind, bspw. auch für das IP-basierte Fernsehen (IPTV) zugänglich. Der Zuschauer kann so die Sendungsabfolge selbst festlegen (Timeshift-TV), Inhalte zu einem beliebigen Zeitpunkt downloaden (Video on Demand) und Zusatzdienste wie E-Mail, SMS, MMS und Chat beim Fernsehen nutzen.

IPTV, VoIP (IP-Telefonie) etc. bei vielen Konsumenten immer noch eine große Unbekannte – doch die verschiedenen Medien wachsen aber immer mehr zusammen, und Triple Play wird den Prozess beschleunigen, die unterschiedlichen Dienste zu integrieren. Auch wenn ich mich Steve Ballmer nicht anschließen mag, der vor kurzen in einem Interview mit der Washington Post, meinte, dass in 10 Jahren alle Medien (inklusive die gesamten Printerzeugnisse) von IP-basierten Netzwerken absorbiert seien, so sind die IP-Netzwerke die multimediale Zukunft – und Triple/Quadruple/Quad Play ist sicher ein entscheidender Teil davon.

Über den Autor:

3 Kommentare

  1. Thilo Trump 25. Juni 2008 um 13:54 Uhr

    Was glaubst Du denn, wird nicht von IP-Netzwerken absorbiert und warum?

    Ich würde ja sagen, alles, was nicht Print ist, wird in IP-Netzwerke wandern. Anders als Radio und TV funktioniert Papier ja schon seit schlappen 5000 Jahren, das verlässt uns so schnell nicht – faltbare Bildschirme hin oder her. Aber sonst? Eine Frage der Zeit, würde ich sagen, der Gewohnheiten, der Hardware, der Angebote.

    Und: Was kommt eigentlich nach, äh, Quadruple Play? Quindrupel Play (Quadruple Play + Monatskarte für den ÖPNV)?

  2. Jens-Peter Hilger 26. Juni 2008 um 11:26 Uhr

    Im Gegenteil – Papyrus und Print kommen bestimmt auch noch unter die “digitalen Räder” – aber nicht innerhalb der nächsten zehn Jahre. Dass das noch ein Weilchen dauert, da stimme ich mit dir überein.

    Was nach Quadruple Play kommt? Eine Möglichkeit wäre: Duodecuple Play – Quadruple Play + Monatskarte für den ÖPNV = Septuple Play. Ich bin mir sicher, die Marketeers werden das Potential der “tuples” voll ausschöpfen … man darf gespannt sein.

  3. Thilo Trump 27. Juni 2008 um 19:04 Uhr

    Papyrus und Print kommen erst dann unter die digitalen Räder, wenn die u.a. folgendes können: Leicht, so billig, dass sie praktisch kostenlos sind, trotzdem robust und mit hoher grafischer Auflösung, beschreibbar, wiederbeschreibbar, totale Interkompabilität, unabhängig von der Stromversorgung. Dem hat die digitale Welt bloß eines entgegenzusetzen: Vernetzung. Und daran kann das Papier leicht ankoppeln.

Hinterlassen Sie einen Kommentar