Als Triple Play (die Bündelung von Telefonie, Internet und TV/Video) bzw. Quadruple Play (Triple Play + Mobile) vor knapp zwei Jahren auf dem deutschen Markt eingeführt wurde, war noch nicht absehbar, ob es sich um einen kurzfristigen Hype oder eine nachhaltige Entwicklung handeln würde. Die Quartalszahlen der Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland, Kabel BW und Unitymedia sprechen jetzt eine deutliche Sprache. Triple Play entwickelt sich zunehmend zum Wachstumsmotor der Branche – und auch die großen Telekommunikationsunternehmen Telekom, Arcor und Alice (HanseNet) versuchen, sich ihren Teil vom „Breitbandkuchen“ zu sichern.

Hinter Triple Play verbirgt sich das zukunftsträchtige Konzept, die Dienste Fernsehen, Telefonie und Internet über ein IP-basiertes Netzwerke zu distributieren. Anders als bei den herkömmlichen Kabelnetzen verfügen diese „Next Generation Networks“ (NGN) u.a. über eine deutlich höhere Bandbreite und Rückkanalfähigkeit. So sind Services, die im WWW völlig selbstverständlich sind, bspw. auch für das IP-basierte Fernsehen (IPTV) zugänglich. Der Zuschauer kann so die Sendungsabfolge selbst festlegen (Timeshift-TV), Inhalte zu einem beliebigen Zeitpunkt downloaden (Video on Demand) und Zusatzdienste wie E-Mail, SMS, MMS und Chat beim Fernsehen nutzen.

IPTV, VoIP (IP-Telefonie) etc. bei vielen Konsumenten immer noch eine große Unbekannte – doch die verschiedenen Medien wachsen aber immer mehr zusammen, und Triple Play wird den Prozess beschleunigen, die unterschiedlichen Dienste zu integrieren. Auch wenn ich mich Steve Ballmer nicht anschließen mag, der vor kurzen in einem Interview mit der Washington Post, meinte, dass in 10 Jahren alle Medien (inklusive die gesamten Printerzeugnisse) von IP-basierten Netzwerken absorbiert seien, so sind die IP-Netzwerke die multimediale Zukunft – und Triple/Quadruple/Quad Play ist sicher ein entscheidender Teil davon.