The Voice of Germany: Social Media meets Castingshow

„Die sozialen Medien helfen dem Fernsehen”, lautete eine der 4 ½ Thesen zur Zukunft des Fernsehens von meinem Kollegen Thilo Trump. Meine ganz persönliche Meinung ist: Thilo liegt mit dieser Einschätzung goldrichtig. Der Eurovision Song Contest, Sportereignisse oder auch der sonntägliche Tatort werden von vielen Zuschauern nicht nur über den Fernseher, sondern zum Beispiel auch über Twitter verfolgt. Diesen Trend haben auch die Entwickler der Couchfunk-App aufgegriffen und „gemeinsam fernsehen“ eine neue Bedeutung gegeben.

Und die Welle schwappt weiter: Am 25. November starteten ProSieben und Sat.1 mit der Castingshow „The Voice of Germany“, begleitet von einem umfangreichen Social-Media-Angebot.

Das Konzept der Sendung wird in dieser offiziellen Pressemitteilung recht treffend beschrieben:

„In “The Voice of Germany” werden echte Künstler, mit einzigartigen gesanglichen Fähigkeiten gesucht – denn hier zählt nichts als die Stimme! In Phase eins, den “Blind Auditions”, können die Talente ausschließlich mit ihrem Gesang glänzen. Bei ihren Auftritten mit Live-Band sitzen vier prominente Coaches mit dem Rücken zur Bühne und bewerten die Teilnehmer nur anhand ihres Gesangs. Erst wenn die Mentoren einen Künstler für ihr Team ausgewählt haben, bekommen sie ihn zu Gesicht.“

Nach den ersten beiden Folgen ist für mich klar: Statt peinlicher Selbstdarstellungen à la „Deutschland sucht den Superstar“ oder das „Supertalent“ setzten ProSieben und Sat.1 auf wirkliche Gesangstalente. Wer noch zweifelt, sollte sich die Auftritte von Vera Luttenberger, Charles Simmons oder Rino Galiano einmal anschauen. Es ist wirklich angenehm, dass das Format bisher noch völlig Freak-frei zu sein scheint. Und selbst wenn sich mal keiner der Coaches bei einer Performance umdreht, so haben die vier statt harter Worte doch noch den ein oder anderen Ratschlag für die Sänger parat.

Und dann ist die Sendung auch noch very social – in dieser Form ist man das von dem deutschen Fernsehangebot einfach nicht gewöhnt.

Über die Social-TV-Applikation „The Voice of Germany Connect“, die sowohl für Desktop-Rechner, Laptops und Tablets als auch für Smartphones verfügbar ist, können die Fernsehzuschauer den Live-Stream der Show verfolgen, die Twitter-Timeline zum Hashtag #voice und die Facebook-Updates lesen sowie im Chat mit den anderen Nutzern diskutieren.

Auch wenn man kein großer Fan von Nena, Xavier Naidoo, The Boss Hoss oder Ray Garvey ist, so muss man eines dennoch anerkennen: Die Jury beschränkt sich auf das Wesentliche und überzeugt durch Sachverstand.

Der bisherige Eindruck lässt hoffen, dass diese Castingshow einen Sänger beziehungsweise eine Sängerin hervorbringt, die einerseits wirklich Talent hat und sich andererseits nicht als Eintagsfliege im Musikgeschäft entpuppen wird.

„Heute ist der Beginn von etwas ganz Großem“, versprach Moderator Stefan Gödde ganz am Anfang der Sendung. Ich finde, diesem Format sollte man eine Chance geben und versuchen, die bisherigen schlechten Erfahrungen mit Castingshows auszublenden. Ob es das „ganz Große“ wird, bleibt abzuwarten. Der Weg ist sicher der richtige.

Über den Autor:

3 Kommentare

  1. Frank 10. Dezember 2011 um 17:38 Uhr

    Toller Artikel!!! :D

  2. Christine Heller 12. Dezember 2011 um 9:00 Uhr

    Danke Dir, Frank!

  3. […] Es hat scheinbar funktioniert. Dank weiterführender Social-TV-Applikation wird der TheVoice-Zuschauer zum User, so bringt es ein Welt-Online Artikel auf den Punkt. In einem Artikel zur App heißt es weiter:„Damit bietet ProSiebenSat.1 Digital ein noch intensiveres Erleben des TV-Formats.“ Website, Facebook-Pages und Twitter-Streams auf der es im Stakkato News, Hintergrundberichte, Quiz und andere bunte Infos gibt. Sieht so die heutige Unterhaltung aus? Social Media hilft Fernsehen? […]

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