Mein Weg zur result gmbh begann mit dem Anruf einer Mitarbeiterin der Deutschen Botschaft in Beirut. »Ihr Visumantrag nach Deutschland wurde genehmigt«, teilte diese mir mit. Das war alles, wofür ich in den vorausgegangenen acht Monaten gearbeitet hatte. Mein Ziel war es gewesen, in Deutschland meinen Master-Abschluss in Grafikdesign zu erwerben und anschließend hier auch zu arbeiten. Der Grund: Deutsche Universitäten genießen bei uns einen sehr guten Ruf.

Vom Wunsch zur Verwirklichung

Und dann war er auch schon da, der Tag des Aufbruchs. Da es bei uns in Syrien unüblich ist, eine junge Frau allein reisen zu lassen, wurde ich bei meiner Vorstellung, ohne Familie nach Deutschland zu gehen, nicht von allen Verwandten und Freunden unterstützt. Tatsächlich war es für mich selbst auch keine einfache Entscheidung, in ein fernes Land zu gehen, da ich zuvor nie von zu Hause weg gewesen war.

Am 14. Oktober 2016 landete ich also am Flughafen Düsseldorf. Die ersten Monate waren hart. All die vielen deutschen Worte, die ich zum ersten Mal hörte und lernen musste, drehten sich mir im Kopf. Trotz eines sechsmonatigen Intensiv-Deutsch-Kurses, den ich vor meiner Abreise bereits in Syrien belegt hatte, konnte ich anfangs keine kompletten Sätze sagen. Das aktive Sprechen unterscheidet sich dann doch sehr vom theoretischen Lernen.

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich mein Bachelor-Studium in Damaskus noch nicht ganz abgeschlossen. Mein Plan war es, in Deutschland schon mal alle Voraussetzungen für meinen Master in die Wege zu leiten, anschließend nach Syrien zurückzukehren und meinen Bachelor abzuschließen, um dann wieder nach Deutschland zu kommen und hier weiter zu studieren. Klingt kompliziert, und es sollte noch komplizierter werden. Da ich ohne Aufenthaltsgenehmigung nie länger als drei Monate im Land bleiben durfte, war es dann tatsächlich so, dass ich insgesamt sieben Mal hin- und her reisen musste, bis ich meinen Bachelor in der Heimat abschloss und meinen Zugang für den Master in Deutschland erhielt. Warum das alles? Auf keinen Fall hatte ich die Chance verlieren wollen, hier den Masterstudiengang belegen zu können, noch sollten meine dreieinhalb Jahre harte Arbeit an der Universität in Damaskus umsonst gewesen sein.

Studieren trotz Krieg

Jetzt kann man sich natürlich fragen, warum ich nicht in meiner Heimat weiterstudieren wollte. Das will ich gerne erzählen. Die Universität in meiner Heimat liegt außerhalb von Damaskus in einer Zone des bewaffneten Konflikts. Daher hatte die Universitätsverwaltung irgendwann entschieden, den Standort in die Innenstadt umzuziehen. Manche Studenten mussten fortan in Hotels oder Sporthallen Vorlesungen besuchen, andere neben einem Schwimmbad ihre Prüfungen ablegen. Dennoch: Der Universitätsalltag gestaltete sich auch im Zentrum nicht viel einfacher. Trotz Lebensgefahr gingen die Studierenden weiterhin zu den Vorlesungen, und trotz der Granaten, die in der Nähe einschlugen, haben wir weitergemacht. Einfach zu Hause zu bleiben und das Leben »on hold« zu stellen, war für uns keine Option. Unter diesen Bedingungen meinen Master machen, wollte ich dann aber nicht mehr.

Grafikdesign als zweite, aber bessere Wahl

In der Privatuniversität, an der ich dank eines Stipendiums studieren konnte, war ich zunächst für »Innenarchitektur« eingeschrieben, habe mich dann aber ziemlich schnell umentschieden. Mehr Raum für meine Kreativität fand ich schließlich im Fach »Grafikdesign«. Das zunehmende weltweite Interesse an sozialen Netzwerken sowie die zunehmende Rolle von Videos in der Kommunikation auf den Kanälen haben meine Meinung, das Studienfach zu wechseln, noch verstärkt. Ich habe viel über Kunstgeschichte, Video-Art, Fotografie, Illustration und Animation gelernt. Es machte mir große Freude, mit Malfarben oder auch den Adobe Cloud-Programmen neue Tricks zu erlernen.

Job statt Master-Studiengang

Trotz aller Anstrengungen erhielt ich auf meine Bewerbung für den Master-Studiengang an der Kunsthochschule für Medien in Köln dann eine Absage. Aufgeben wollte ich dennoch nicht. Während ich meine Unterlagen und mein Portfolio für einen zweiten Versuch vorbereitete, erzählte mir meine Freundin Sabrina Deppermann, die in der Digitalredaktion bei result arbeitet, dass die Firma gerade einen Praktikumsplatz im Bereich Visual Content Creation zu vergeben habe. Ich schickte meine Bewerbung und wurde zum Vorstellungsgespräch geladen. Ich war sehr nervös, aber schon kurz nachdem ich die Räume des Unternehmens betreten hatte, löste sich die Aufregung bei mir. Ich merkte schnell, dass hier eine freundliche Atmosphäre vorherrscht. Was soll ich sagen: Mein Portfolio hat gefallen, ich konnte die Praktikumsstelle antreten.

Am Anfang wurde ich mit einfachen Aufgaben betraut, die dann allmählich umfangreicher und anspruchsvoller wurden – immer passend zu den Erfahrungen, die ich bei meiner Arbeit sammelte. Wichtig war, niemals »Ich weiß nicht« zu sagen, sondern aktiv zu werden und zu recherchieren, Dinge auszuprobieren oder Kollegen zu fragen, wenn ich nicht weiterkam, bis die Aufgaben erledigt waren. Der zeitliche Freiraum, das Vertrauen und die Unterstützung der Kollegen haben mir dabei sehr geholfen. Die Sprache war kein Hindernis. Man erklärte mir gerne jedes Wort, das ich nicht verstand, oder ich hatte die Zeit, es nachzuschlagen.

Eine Geschichte mit Happy End

Am Ende des Praktikums wurde ich gefragt, ob bei mir Interesse an einer Festanstellung bestünde. Für mich ging es damit also nicht wie geplant, sondern noch viel besser weiter!

Seit Februar übe ich jetzt also meinen Traumjob bei der result aus – in einem modernen Büro, mit unbefristetem Arbeitsvertag und einem netten Team.