Social Media Marketing: Denn sie wissen nicht, was sie tun

Immer mehr Unternehmen sind in den sozialen Netzen unterwegs. Allmählich lassen sich unterschiedliche Strategien erkennen. Während am Anfang noch alle „einfach dabei waren“ und mehr oder weniger dasselbe gemacht haben, bilden sich jetzt differenzierte Auftritte und Herangehensweisen heraus. Dies halte ich für eine notwendige Entwicklung, denn „einfach nur dabei zu sein“ ist per se kein erfolgversprechendes Rezept. Im Gegenteil: Agiert ein Unternehmen in den sozialen Netzwerken falsch, so kann das die eigene Marke nachhaltig beschädigen.

Ein paar Beispiele und Herangehensweisen verschiedener Unternehmen habe ich im Rahmen dieser PREZI-Präsentation zusammengestellt und verglichen:

Alle Beispiele haben eines gemeinsam: Sie sind das Ergebnis theoretischer Überlegungen und sollen die Marke sowie das Unternehmen langfristig stärken. Ziel der Unternehmenspräsenzen in den sozialen Netzwerken ist es, in erster Linie eine positive Wirkung auf das Marken- beziehungsweise Unternehmensimage zu erzielen und so – indirekt – den Kundenkreis zu erhöhen.

Dafür betreiben die Unternehmen teilweise einen enormen Aufwand: Sie stecken viel Energie und Zeit in die Konzeption und Pflege der Accounts (ein Beispiel wäre hier die Deutsche Bahn). Überrascht bin ich allerdings, dass nur wenige bislang ein echtes Interesse daran haben, die Wirkung und den Erfolg ihrer Social-Media-Aktivitäten systematisch zu ermitteln und zu analysieren. Das liegt meiner Ansicht nach daran, dass man im interaktiven Tun in den sozialen Netzwerken meint, die Wirkung durch das Feedback der Nutzer jederzeit zu erfahren. Das ist ein Irrglaube: Man erfährt auf Facebook, Twitter und Co. nichts – außer Meinungen. Von Meinungen kann man nicht auf die Wirkung schließen, und subjektive Aussagen erzählen noch nichts über psychologische Befindlichkeiten. Meine Meinung: Das ist sehr fahrlässig. Woche um Woche auf Augenhöhe mit seinen Fans über seine Marke oder sein Unternehmen zu kommunizieren, ohne zu erheben, welche Wirkungen dies auf das Image und die Marke hat. Das gilt umso mehr, je größer die Zahl der Fans auf der eigenen Seite ist.

Eines sollte man sich bewusst machen: Jeder Dialog hinterlässt Spuren auf dem Image – positive wie negative.

Weiterführender Link:

Erkenntnisse zur Wirkung eines Facebook-Accounts auf die Markenwahrnehmung

Von | 2011-07-13T09:23:13+00:00 13. Juli 2011|Kategorien: Marke, Social Web|Tags: , , , , |

Über den Autor:

Sabine Haas
Sie gründete 1994 das result Markt- und Medienforschungsinstitut, 2007 folgte eine Webagentur, im Jahr 2011 der Geschäftsbereich Beratung. Als Kennerin der alten wie auch Neuen Medien gehört sie zu den gern gesehenen Speakerinnen bei Fachveranstaltungen & Kongressen rund um das Thema "Digitaler Wandel/Medienwandel".

4 Kommentare

  1. Thomas Göhrig 14. Juli 2011 um 15:07 Uhr

    Hallo Frau Haas,

    Danke für diese schön aufbereitete und informative Präsentation. In den weiterführenden Links wurde auch die Studie zum Thema Facebook – Markenwahrnehmung erwähnt. Sofern diese kostenlos ist, würde ich mich über eine Zusendung per e-Mail freuen. In der Tat werden heutzutage immer gebetsmühlenartig die Reputationseffekte von Social Media Aktivitäten betont, einen Ansatz zur konkreten Messung bleiben diese Aussagen jedoch schuldig. Es würde mich daher interessieren, wie dabei in der Studie vorgegangen wurde.

    Thomas Göhrig

  2. Cathrin Jacob 15. Juli 2011 um 11:55 Uhr

    Sehr geehrter Herr Göhrig,
    ich habe soeben Ihre Nachricht gesehen, der ich leider keine Kontaktdaten entnehmen kann. Bitte schreiben Sie mir dazu eine Email an cathrin-jacob@result.de
    Ich melde mich dann bei Ihnen.
    Viele Grüße,
    C. Jacob

  3. Sofortness im Kundenservice! » ITyX Blog 17. Juli 2011 um 19:00 Uhr

    […] Kundenservice zur Kenntnis nehmen, dass nicht nur mit uns, sondern auch über uns gesprochen wird. Das hat Sabine Haas in einem Beitrag für result blog gut zusammengefasst: Sie ist von der Tatsache überrascht, dass nur wenige Unternehmen bislang ein echtes Interesse […]

  4. […] immer und wenig überraschend auf Facebook und Twitter. Den Original-Blogbeitrag finden sie auf dem Result-Blog. Außerdem wird im Rahmen des Blogbeitrags auch noch auf einen weiteren Beitrag verlinkt, der sich […]

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