Social Media in der internen Unternehmenskommunikation – ein Kulturwandel

Längst haben die sozialen Medien Einzug in die Marketing- und Kommunikationsabteilungen der Unternehmen gehalten. Wikis, Blogs, Social-Bookmarking– oder Microblogging-Dienste lassen sich aber auch in der internen Kommunikation einsetzen, sind dort jedoch weit weniger verbreitet. Sie fördern die Kommunikation und Kollaboration, schaffen Transparenz, demokratisieren den Zugang zu Informationen und beziehen die Mitarbeiter mehr in das Wissensmanagement und die Wissensbildung ein. Nicht zu unterschätzen ist außerdem: In ihrer Freizeit sind die Mitarbeiter bereits in den sozialen Medien unterwegs und erwarten Gleiches auch von ihrem Arbeitgeber.

Bildquelle: CC-BY MiskiSanko| flickr.com


Manchmal ist es leichter eine Nadel im Ameisenhaufen, als gezielt Informationen in einem Unternehmen zu finden. Informationen werden selten abseits der Hierarchieebenen geteilt, Ansprechpartner, die Informationen liefern könnten, sind schwer zu identifizieren, und Nachrichten aus dem Unternehmen werden nicht adäquat wahrgenommen. Informationen und Wissen bereitzustellen und zu archivieren, dabei kann der Einsatz von Social Media hilfreich sein.

Blogs können vielfältig eingesetzt werden: als Mitteilungsinstrument der Geschäftsführung, Informations- und Arbeitsplattform für Projektarbeiten oder im Bereich der Mitarbeiterinformation. Die Basis eines funktionierenden Unternehmensblogs sind Richtlinien, Ziele und die Ausrichtung der Inhalte – diese sollen ja schließlich einen Mehrwert bieten.

Wenn eine Nachricht in kürzester Zeit mehrere Empfänger erreichen und eine gewisse Zeichenanzahl nicht überschreiten soll, dann eignen sich sogenannte Microblogging-Dienste, wie beispielsweise Yammer oder Twitter. Über regionale Grenzen hinaus können Kollegen in Echtzeit miteinander in den Erfahrungsaustausch treten, diskutieren und informieren. Über lose Bindungen zu anderen Usern informieren sich die Mitarbeiter gezielt und erfahren durch den Nachrichtenstrom der eigenen Timeline, welche Themen derzeit in den anderen Unternehmensbereichen oder -standorten auf der Tagesordnung stehen.

Mittels Social-Media-Bookmarking-Diensten, wie zum Beispiel Delicious oder Diigo, können Beiträge und Webseiten in Verbindung mit einem oder mehreren Schlagworten abgelegt und systematisiert werden – das erleichtert themenbezogene Recherchen ungemein. Nach und nach wächst so eine unternehmensinterne Linksammlung heran, auf die alle Mitarbeiter im Unternehmen Zugriff haben.

Bewegtbild ist auf dem Vormarsch: Unternehmen können Podcasts oder Corporate Videos in der internen Unternehmenskommunikation einsetzen. Ein Vorteil: Im Fall von Podcasts bestimmen die Mitarbeiter, wann sie die Nachricht aus dem Unternehmen abrufen. Bereiche des E-Learnings beziehungsweise die interne Weiterbildung profitieren durch den Einsatz von Bewegtbild.

Die Kehrseite der Medaille: Mit dem Einsatz der sozialen Medien in der internen Unternehmenskommunikation werden Wissenshierarchien aufgelöst, der Zugang zu Information demokratisiert, Teams agieren autonom und die klassischen Gatekeeper verschwinden. Auf diesen grundlegenden Eingriff in die Unternehmenskultur sollte man vorbereitet sein.

By | 2011-08-05T09:00:53+00:00 5. August 2011|Categories: Social Media|Tags: , , , , , , |

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2 Kommentare

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  2. Markus Fromm 28. Juni 2012 um 22:15 Uhr

    Web 2.0 hat sich in der Unternehmenspraxis mittlerweile bei vielen Unternehmen eingespielt und auch der gezielte Einsatz von Social Software im Unternehmen ist heute kaum wegzudenken. Jedoch finden sich immer noch viele Akzeptanz Probleme bei den Mitarbeitern, daher bieten Unternehmen auch vermehrt Social Media Guidelines an, um ihre Mitarbeiter für Social Media zu sensibilisieren.

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