Social Media Events für / in Kultureinrichtungen

Kultur und Social Media, passt das zusammen? Ja natürlich, wenn man bedenkt, dass gerade die Museen ja Vorreiter der Social Web Nutzung waren. Oder das Paradebeispiel der Duisburger Philharmoniker, die schon vor langer Zeit auf Interaktion mit der Community setzten. Das ist auch immer wieder eine Kernaussage der stARTcamps, die in vielen Regionen Deutschlands stattfinden.

Kleine Events – große Wirkung

Darüber hinaus gibt es gerade für Kultureinrichtungen die Möglichkeit, mit kleinen Aktionen und Events auf sich aufmerksam zu machen und eine große Reichweite zu erzielen. Über einige dieser Möglichkeiten wollen wir heute berichten. Einen Vortrag zu diesem Thema mit ausführlichen Kennzahlen wird es Ende Oktober auch auf dem KulturInvest-Kongress 2014 in Berlin geben.

Das Tweet-Up

An sich schon ein Klassiker, bietet ein Tweet-Up die Möglichkeit, mit der digitalen Zielgruppe auf Augenhöhe in Kontakt zu kommen. Ideal, um sich eine kulturaffine Community aufzubauen und diese dann ins Haus zu holen. Tweet-Ups sind einfach zu organisieren und relativ simpel umzusetzen. Bei einem klassischen Tweet-Up lädt man eine kleine Gruppe von Personen ein, die sich für das Themenfeld interessieren und über eine große Reichweite in den digitalen Kanälen verfügen. Meistens wird zu einem bestimmten Anlass wie einem Konzert oder einer Ausstellungseröffnung eingeladen. Aber auch ein Blick hinter die Kulissen einer Kulturinstitution oder eine Kombination von beidem ist hierfür prädestiniert. In der Regel entsteht während der Verweildauer der Gruppe ein sehr hoher Traffic auf Twitter und Co, ausgelöst durch die Tweets der eingeladenen Personen. Nicht selten erhält man binnen weniger Stunden eine annähernd gleiche Anzahl an theoretisch erreichten Kontakten, wie bei einer Anzeige einer bundesweit agierenden Tageszeitung – oft sogar mehr.

Kürzlich fand ein Tweet-Up in Bonn zum Beethovenfest statt. Unter dem Hashtag #becontrast wurden in weniger als zwei Stunden mehr als 1,5 Millionen Kontakte erreicht, und mit Bildern, Videos und Eindrücken der Veranstaltung angesprochen.

Ergänzen kann man ein Tweet-Up noch durch die Zusammenlegung mit einem sogenannten Twittwoch. Ein Twittwoch ist ein Stammtisch einer sehr digital-affinen Zielgruppe. Die Idee wurde zum Beispiel vor zwei Jahren vom Lehmbruck Museum aufgegriffen und erlangte eine durchweg große und positive Resonanz über die NRW-Landesgrenzen hinaus. Im Lehmbruck Museum fand auch eines der frühen Tweet-Ups statt, welches man auf dem folgenden Video sehen kann. Mit spannenden Blicken vor und hinter die Kulissen konnten die Teilnehmer des Tweet-Ups für das Museum und die Ausstellung begeistert werden und sind heute regelmäßige Gäste.

Instawalk / Vinewalk

Instawalks bzw. Vinewalks sind eine etwas speziellere Form eines Tweet-Ups. Hier werden vorrangig die Fans der beiden Apps Instagram und Vine angesprochen. In lockerer Runde trifft man sich, um gemeinsam auf Foto- bzw. Video-Safari zu gehen. Diese Form eignet sich besonders, wenn es um den Transport visueller Eindrücke geht, wie es etwa in Museen der Fall ist. Die Teilnehmer laden die aufgenommenen Fotos und Videos unmittelbar ins Internet und verschlagworten sie mit den passenden Suchwörtern und Hashtags. Diese werden dann einfach gefunden und sind einer Kulturstätte leicht zuzuordnen. Als Veranstalter bietet es sich auch an, die Beiträge direkt auf einer Twitterwall und im Anschluss auf der eigenen Website oder im hauseigenen Blog zu sammeln.

Das Museumsselfie

Eine noch feinere Spezialisierung dieser Art ist das »Museumsselfie«. Sich selbst mit dem Lieblingsausstellungsstück zu fotografieren, ist die Idee dahinter. Auch der internationale Museumsrat ICOM ruft zum Museumsselfie auf, um mehr Besucher ins Museum zu locken. Es findet in dem einen oder anderen Hause zwar nicht unbedingt Zuspruch, auch die Urheberrechte an den Objekten lassen dies nicht immer zu, dennoch lassen sich die Mehrzahl der Museen mit Erfolg darauf ein.

Ein Beispiel: die Technische Sammlung Dresden. Sie ist demgegenüber sehr positiv eingestellt, und Pressesprecherin Maren Dose erläutert: »Wir haben sogar eine Monitorwand im Foyer, die mit den Selfies oder anderen Fotos per Smartphone bestückt werden kann.« Und der Erfolg ist da: Beim Internationalen Museumstag #IMD14 im Mai wurden mehr Selfies mit Kunstobjekten aufgenommen als je zuvor.

MyRembrand – Ein Bild geht ins All

Die Münchner Pinakothek hat unter dem Motto: »Zeig Rembrandt Deine Welt« ein Selbstportrait des Künstlers aus frühen Jahren durch ganz Deutschland geschickt (als Kopie). Die Empfänger wurden dazu aufgefordert, sich mit dem Bild an den unterschiedlichsten Orten zu fotografieren. Ganze sieben Reproduktionen wurden versandt und die Ergebnisse unter anderem auf einer Twitterwall und in einem Storify dokumentiert. Die Aktion fand sehr großen Zuspruch. Das Bild wurde sogar als Funksignal an die im Weltall befindliche ISS Station gesandt und dort ausgedruckt – ein absolutes Highlight der Aktion!

Es gibt noch zahlreiche Ideen, die man entwickeln kann, um Kultur, Kulturstätten oder Kulturevents in das Social Web einzubinden und der Community näher zu bringen. Spontan fallen mir noch Aktionen ein wie Drinking about Museums, Barcamps, Bookups oder Kultur-Crowdsourcing. Formate, die allesamt charmant und mit Witz die Kunst näher an das Zielpublikum bringen und dazu anregen, mal wieder ins Museum oder in ein Konzert zu gehen.

Diese und weitere Formate werden wir an dieser Stelle noch näher beleuchten.

By | 2015-07-15T13:55:37+00:00 7. Oktober 2014|Categories: Allgemein, Social Media, Social Web|Tags: , , , , |

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2 Kommentare

  1. […] berichtete ich ja bereits über die Möglichkeiten von Social Media für Kultur-Events, um gerade junge Zielgruppen für Kulturstätten zu erschließen und zu begeistern. Auch beim […]

  2. […] berichtete ich ja bereits über die Möglichkeiten von Social Media für Kultur-Events, um gerade junge Zielgruppen für Kulturstätten zu erschließen und zu begeistern. Auch beim […]

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