„Revolutionäre Netze durch kollektive Bewegungen“

Heute möchten wir auf einen Beitrag von Prof. Dr. Peter Kruse hinweisen, den er im Rahmen einer öffentlichen Sitzung der Enquete-Kommission »Netzpolitik« im letzten Juli im Deutschen Bundestag kundtat. Und wohl wissend, dass das in der »Netzwelt« gefühlte Jahrzehnte sind,  sind wir von der gefühlten Zeitlosigkeit seiner Worte dennoch überzeugt.

Aus der Systemtheorie kommend vermag es der promovierte Psychologe nämlich, vermeintlich komplizierte und komplexe Vorgänge zum Thema »Die Entwicklungen des Social Web« treffsicher so zu umreißen, dass man einfach nur begeistert zustimmen muss.

Seine Thesen zusammengefasst:

  • Das Internet verändert unsere Gesellschaft in revolutionärer Art und Weise, denn es begünstigt eine Machtverschiebung vom Anbieter zum Nachfrager.
  • Neben einer Erhöhung der Vernetzungsdichte ist hier die Spontanaktivität begünstigt worden, also Verbreitungswege wurden neu geschaffen und die -geschwindigkeit erhöht.
  • Was drittens noch hinzu kam sind so genannte »kreisende Erregungen« (beispielsweise durch Re-Tweetfunktionen).
  • Wenn nun all das zusammenkommt, kann sich dieses System »mächtig selbst aufschaukeln«, wie er es nennt, und das beginnen die Menschen derzeit für sich zu entdecken. Resultat: Der Bürger wird mächtiger, und das sollten die so genannten Autoritäten nicht unterschätzen.
  • Da man jedoch nichtlineare Systeme nicht vorhersagen kann, bleibt ihnen nur eines: vor Ort zu sein, mitzuschwimmen, Empathie zu entwickeln und Resonanzmuster zu erkennen. Nur so kann man verstehen lernen.

Aber Sie sollten sich diese 3 Minuten 33 Zeit nehmen und selbst reinhören. Viel Vergnügen!

An dieser Stelle sei auch noch mal auf den Blogbeitrag von Sabine Haas auf neolog-consulting.de hingewiesen, in der sie sich mit McLuhans Thesen beschäftigt.

Von | 2011-03-09T12:44:43+00:00 9. März 2011|Kategorien: Internet, Social Web|Tags: , , |

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2 Kommentare

  1. @neu_gierig 21. März 2011 um 15:06 Uhr

    Es ist zwar uncool, zu seinem eigenen Blogbeitrag etwas zu schreiben, aber ich habe gerade eine interessante Aussage von Peter Wippermann gefunden, die dazu passt:
    »Die Entwicklung ist eine technische, die Auswirkung eine kulturelle.«
    Diese tat er im Rahmen eines Interviews mit W&V kund. Darin ging es um den »Konsumaten«, den nervösen Konsumenten. Mehr kann man lesen in der W&V Nr. 8, S. 60ff

  2. Aura 26. April 2011 um 18:24 Uhr

    Probleme habt Ihr schon Ihr Lutschis !
    Viel Spass dabei es zu erleben wie wir…

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