Research plus in Köln – innovatives Marktforscher-Event mit Wohlfühlcharakter

Vergangene Woche fand in Köln die zweite Research plus statt: ein regionales Event für Onlineforscher. Unsere Kollegin Julia Giesen war vor Ort und zeigt sich begeistert. Warum, das erzählt sie im folgenden Interview.

result gmbh: Julia, Du warst vergangene Woche zum zweiten Mal bei der Research plus, einer noch recht jungen Veranstaltungsreihe für Onlineforscher aus der Region. Ist Deine Begeisterung vom “ersten Mal” geblieben?

Julia: Definitiv. Im Vergleich zu ähnlichen Veranstaltungen findet die Research plus mit ihren vier Impulsvorträgen von je 15 Minuten in einer herrlich entspannten Atmosphäre statt. Es geht hauptsächlich darum, Impulse zu Themen der Marktforschung zu erhalten, aber auch um das sich anschließende Networking mit Branchenkollegen. Inzwischen wird diese Möglichkeit des Austauschs von vielen genutzt, man muss sich tatsächlich frühzeitig anmelden.

(Bildquelle: (CC BY-NC-SA 2.0) koeb | flickr.com)

result gmbh: Was waren denn die Themen?

Julia: Bei der Veranstaltung geht es ja per se um Innovation. So wurde bepielsweise eine interessante Studie zur near field communication vorgestellt, eine Eigenstudie im Rahmen einer Befragung. Hierzu wurde eine Onlinecommunity aufgesetzt und 15 Probanden zwei Wochen lang zum Thema near field communication befragt. Warum wird es genutzt und warum nicht? Was gibt es für Möglichkeiten?
Aber auch aktuell in der Forschung noch recht neue Studienfelder wie etwa die Forschung zum “second screen” wurden besprochen. Auch dazu wurde eine sehr interessante Studie aufgezeigt.
Ebenfalls außerordentlich spannend: Die regelmäßigen Befragungen von marktforschung.de, dem Medienpartner der Veranstaltung, die auf gleichnamiger Internetseite durchgeführt werden. So zum Beispiel eine Umfrage in Zusammenarbeit mit der Universität von Rotterdam, in der es um das Selbstbild unseres Berufsstandes geht. 500 Kollegen mussten 20 Begriffe zu unserem Beruf nennen, und diese wurden dann ausgewertet. Die Topantworten waren: Berater, Analyst, Neugierde und so weiter. Negative Begriffe wie Zeitdruck oder Ähnliches rangierten eher im unteren Drittel der Antworten.

result gmbh: Was gab es noch Interessantes auf der Research plus?

Julia: Ein Vortrag, den ich persönlich am „impulsgebendsten“ fand, war der von Oliver Tabino, Geschäftsführer von „Q | Agentur für Forschung“. Darin stellte er die These auf: Mafo hat was von Kunst – so im Sinne von: Kunst kostet, Mafo auch. Oder noch konkreter: Künstler zeigen Kante, stoßen auch mal an. Genau das sollten auch Marktforscher ruhig mal machen: Kante zeigen. Wobei natürlich auch klar ist, dass wir Dienstleister sind und es deshalb natürlich nicht so weit verbreitet ist, Kante zu zeigen. Aber an manchen Stellen macht es durchaus Sinn, weil man natürlich auch einen Expertenstatus auf seinem Gebiet hat, und zu diesem muss man hier und da einfach auch ganz klar stehen.

result gmbh: Soll heißen: Manchmal sind die Wünsche der Kunden nicht so einfach mit der Realität der Marktforschung in Einklang zu bringen?

Julia: Genau. Die Verbindung von Mafo und Kunst lässt aber noch einen weiteren Rückschluss zu: Auch in der Marktforschung sollte man experimentieren, den Versuch unternehmen, neue Wege zu beschreiten. Schauen wir es uns doch an: Vor zehn Jahren wurden in der Forschung noch Dinge als unsinnig abgetan, die inzwischen zu den Standards gehören.

result gmbh: Wie zum Beispiel im Bereich der Onlineforschung?

Julia: Genau, gerade die Onlineforschung. Sie hat ja inzwischen in der Anwendung die Telefonbefragung schon überholt – obgleich diese Entwicklung natürlich auch anderen Faktoren geschuldet ist, wie zum Beispiel einer verbesserten Kostenstruktur. Aber es ist ja immer so: Bei neuen Forschungsansätzen gibt es zunächst einmal eine Art Schockstarre in der Branche. Am Ende des Tages aber ist Innovation gut, denn sie bringt uns weiter.
Aber auch im Bereich der Erstellung von Fragebögen und Präsentation von Ergebnissen sollte man ruhig mal alt gediente Methoden überdenken und Neues ausprobieren. Auch hierfür gab es bei der Veranstaltung tolle Beispiele – wie zum Beispiel unkonventionelle Methoden der Visualisierung von Forschungsergebnissen.

result gmbh: Zusammenfassend lässt sich also sagen: Mehr Mut, liebe Marktforscher, mehr Kante zeigen und neue Wege gehen, statt jetzt, wo Online an sich endlich etabliert ist, auch dort wieder zu verharren. Ich denke da besonders an die Möglichkeiten der Social-Media-Forschung, die derzeit immer noch gerne als „gewagtes Abenteuer“ abgetan wird.

Julia: Ja, genau. Mein Eindruck war: Die Branche scheint endlich aufgerüttelt, es werden Wege abseits bekannter Pfade beschritten.

result gmbh: Also der Klassiker: Veränderung als Chance. Und bei der Research plus scheint man an innovativen Gedanken und Methoden, die sich derzeit in der Branche breit machen, offensichtlich ein Stückchen näher dran zu sein.

Julia: In jedem Fall. Weshalb ich beim nächsten Mal auch gerne wieder dabei sein werde.

Von | 2015-07-16T13:46:53+00:00 14. September 2012|Kategorien: Allgemein, Marktforschung, Online-Forschung, Trends|Tags: , |

Über den Autor:

Alexa Brandt
Seit 1998 als Redakteurin für die result gmbh tätig, übernahm sie im August 2012 als zertifizierte Social Media Managerin die Leitung der Unternehmenskommunikation und kümmert sich neben der klassischen PR auch um die sozialen Kanäle und das Corporate Blog der Digitalagentur. Zudem verantwortet sie redaktionelle Projekte namhafter Kunden. Seit Juni 2013 ist sie stellvertretende Leitung des Bereichs Agentur.

2 Kommentare

  1. thilo 19. September 2012 um 11:25 Uhr

    Hab’s leider verpasst. :-/ Würde nächstes Mal aber gerne noch mal mitkommen.

  2. Julia Giesen 27. September 2012 um 10:54 Uhr

    Da würde ich mich sehr drüber freuen:-)

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