Paternosterspeednetworking

Mittwoch abend war ich auf der Veranstaltung „Speednetworking Medien“ im schönen Haus der IHK.

Der Abend begann mit zwei durchaus impulsiven Implusvorträgen: Ibo Evsan hat eine beeindruckende Verkaufsveranstaltung gestartet, in der er dem anwesenden Publikum dieses „Online“ angepriesen hat wie sauer Brot und sein iPhone der Heizdecke und dem Topfset noch hätte dazulegen wollen, hätte er denn gekonnt. Jonathan Imme hat über sein Kommunenprojekt Palomar5 gesprochen, bei dem man u.a. lernen konnte, dass Social-Media-Nutzer durchaus sozial sind und sich gerne Briefkästen aus Pappe bauen.

Nach dieser Einstimmung gings zum eigentlichen Teil des Abends über, dem „Speednetworking“ im Paternoster. Gutes Konzept, gut umgesetzt, sehr schöne Sache:

Der Paternoster wird genutzt, um zwei Personen verschiedener Branchen zusammenzubringen. Zu Beginn der Veranstaltung erhält jeder Teilnehmer einen farbigen Button. Jede Farbe steht für eine bestimmte Branche. Es fahren immer zwei Personen mit unterschiedlichen Buttonfarben im Paternoster. Im Lauf der Fahrt schildern beide, welche Herausforderungen sie derzeit begleiten. Am Ende einer Fahrt tauschen beide ihre Visitenkarten aus und entscheiden, ob sie das Gespräch bei einem Drink an der Bar vertiefen wollen. Um einen Anreiz für möglichst viele Fahrten zu setzen, erhält derjenige Veranstaltungsteilnehmer einen hochwertigen Preis, der die meisten Fahrten absolviert hat.

So beschreiben es die Veranstalter und das Konzept funktioniert sehr gut. Vor allem, weil nicht derjenige mit den meisten Punkten einen Preis bekommt, sondern alle mit acht Fahrten an einer Verlosung teilnehmen konnten. Der bis zur Verlosung geheimgehaltene Preis, von dem die Veranstalter sicher waren, dass „wir den alle unbedingt haben wollen“ war dann aber enttäuschenderweise doch nicht das eigentlich folgerichtige iPad, sondern VIP-Karten für eine Comedyveranstaltung — wenn man mich fragt, sicher nicht die uncleverste Entscheidung des Abends, das bis zur Verlosung geheimzuhalten.

Das Paternosterfahren ist lustig und gesprächsanregend und tatsächlich föderlich für Gesprächseinstieg („Wollen wir mal ’ne Runde fahren?“) und auch Ausstieg („Ich fahr‘ noch mal ne Runde.“). Das Drumherum war gut gemacht, die bei Ein- und Ausstieg behilflichen Paternosterhostessen hilfreich und freundlich, das Catering gut ausgewählt und das „Oberbergische Zimmer“ zur Lounge mit filießenden weißen Stoffen umgestaltet.

Neue Geschäftsmodelle habe ich an diesem Abend zwar nicht entwickeln können, dafür weiß ich jetzt, was „Camwalking“ und was eine „Middleware Engine“ ist.

Ist ja auch nicht schlecht und bestimmt mal hilfreich.

Von | 2010-05-21T17:14:46+00:00 21. Mai 2010|Kategorien: Allgemein|Tags: , |

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Ein Kommentar

  1. sabinehaas 21. Mai 2010 um 20:45 Uhr

    Mir fiel auf, dass die Veranstaltung insgesamt nicht sonderlich gut beworben schien, denn wir sind nur zufällig über Twitter darauf gestoßen. Es wäre für die IHK sinnvoll, zu solch einer Veranstaltung die Medienfirmen aktiv einzuladen. Die Adressen haben die schließlich und so viele sind es nicht…

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