OutTHEREnet-Trends, Teil II: E-Shopping unterwegs = Smart und Social Shopping

In meinem letzten Blogbeitrag über das OutTHEREnet habe ich mich mit politisch motivierten Aktionen und Freizeitgestaltungsmöglichkeiten beschäftigt, die im Internet organisiert werden.

Es gibt aber noch einen anderen Trend, der vom Internet beflügelt wird und das „Rausgehen“ verstärkt: das Einkaufen in einem „echten“ Laden! Ja, richtig gehört! Man könnte meinen, dass das genaue Gegenteil der Fall ist: Der Vorteil des E-Commerce ist doch gerade, nicht rausgehen zu müssen – keine vollen Fußgängerzonen ertragen, Zeitersparnis, nicht in Neonröhren-beleuchtete Umkleidekabinen das Elend sehen müssen, besserer Preisvergleich und so weiter und so fort. Das stimmt auch nach wie vor. Aber mit der zunehmenden Verbreitung von Smartphones wird vor allem das zielgerichtete, preiswertere Shoppen erleichtert. Außerdem ist es doch immer noch etwas anderes, das Objekt der Begierde VOR dem Kauf noch einmal anzufassen.

Quelle: CC-BY Brandon FaceMePLS | flickr.com

Eine aktuelle Studie des E-Commerce-Center Handel in Köln zeigt, dass von der zunehmenden Nutzung von Smartphones nicht nur der Online-Handel, sondern tatsächlich auch der stationäre Handel profitiert. Kai Hudetz von ECC erklärt: „Der klassische Handel hat ja lange befürchtet, dass Kunden sich nur noch im Laden informieren, um dann anschließend günstiger im Internet zu kaufen. […] Tatsächlich gehen Kunden aber fast ebenso häufig den umgekehrten Weg und informieren sich online vor dem Kauf im Laden um die Ecke.“

Das kann man sich beispielsweise so vorstellen: Der Kunde scannt das Etikett eines Artikels seiner Wahl, sein Smartphone weiß dank Location Based Services wie Foursquare oder Facebook Places, wo er sich gerade aufhält und schlägt ihm dann einen Laden vor, in dem er den Artikel noch günstiger oder in seiner Größe findet. Gegebenenfalls ruft der Kunde parallel in einem Onlineportal (Groupon oder stylefruits) die Bewertungen zu diesem Artikel ab oder er wird von einer Person innerhalb seines Netzwerks in seiner Kaufentscheidung in Echtzeit bestärkt oder eben vom Kauf abgehalten.

Wie kann der stationäre Handel nun davon profitieren? Er muss technische Vorarbeit leisten, so Hudetz vom ECC, damit „virtuelle und reale Einkaufswelten zusammenwachsen können.“ Wie das geht, hat die britische Supermarktkette Tesco in Südkorea vorgeführt: Dort gibt es einen virtuellen Supermarkt auf Leuchtwänden in einer U-Bahnstation.  Der Kunde scannt die Produkte, die dann in seinem virtuellen Einkaufswagen landen, und sie werden ihm anschließend zeitnah direkt nach Hause geliefert. Abgefahren! Und das ist erst der Anfang!

An dieser Stelle muss auch darauf hingewiesen werden: Je größer der Datentransfer beim Einkauf, desto transparenter ist der Konsument. Und je transparenter der Konsument ist, desto mehr Daten stehen den Unternehmen über das Kaufverhalten der Kunden zur Verfügung. Hier steht der zeitliche Gewinn beim Einkaufen dem Verlust der Anonymität bei den Kaufentscheidungen gegenüber.

Nach wie vor erstaunt es mich ja, wie unbedarft Menschen mit ihren eigenen Daten  umgehen (vergleichen Sie dazu die BITKOM-Studie), aber dazu an anderer Stelle mehr.

Ich freue mich wie immer über Kommentare, Erfahrungsberichte, Meinungen und Anregungen von Ihnen!

By | 2011-08-29T08:30:58+00:00 29. August 2011|Categories: Mobile, Social Web|Tags: , , , , , , , |

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2 Kommentare

  1. Cathrin Jacob 6. September 2011 um 14:50 Uhr

    Ist ja voll uncool, immer seinen eigenen Beitrag zu kommentieren, aber ich habe gerade das hier gefunden und finde, dass das ganz gut dazu passt >> http://www.planung-analyse.de/news/pages/protected/show.php?id=4963

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