Neue Studie zu Social Communitys

Das Marktfoschungsunternehmen Nielsen hat in seiner neuesten Studie Social Networks untersucht und liefert damit wertvolle Daten zum Thema der Stunde. Seit „Wer kennt wen?“ auf den Plan getreten und Facebook Deutschland erobert hat ist viel Bewegung in den Markt der Community-Dienste gekommen.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie: In der Nutzung wachsen die Dienste schneller als andere Internetanwendungen. Die Nutzungsdauer erhöht sich und die Anzahl der pro Besuch aufgerufenen Seiten liegt bei den Social Networks weit über den Werten anderer Websites. Auch in höheren Altersgruppen wachsen die Communitys schneller als bei den jungen Internetnutzern – auch wenn sie weiterhin vor allem von jungen Zielgruppen beherrscht werden.

Die deutschsprachigen Länder gehören weltweit zu den Ländern, die am meisten Nachholungsbedarf in Sachen Social Networks haben. Aber auch hier ist ein enormes Wachstum zu sehen.

Spannend ist die Frage, welche Dienste sich in Deutschland durchsetzen werden. Alle Networks haben ihr eigenen Vor- und Nachteile.

Facebook ist die funktionalste und modernste Anwendung und wird sich wohl gegen VZ-Dienste (StudiVZ, SchülerVZ, MeinVZ) durchsetzen. StudiVZ hat seit der Übernahme durch Holtzbrinck einige sträfliche Fehler gemacht, die sogar zum Ende der Plattform führen könnten. Gegen Facebook sieht StudiVZ wie eine grüne Wiese. Es fehlen wichtige Features wie Musik-Player, Games und effektive Kommunikationstools. Wer Facebook kennt, fühlt sich bei StudiVZ so, als hätte man einen Block, würde aber keinen Stift finden.

Myspace funktioniert in erster Linie über Musik. Die Vermischung von privaten und Bandprofilen führt zu einem Alleinstellungsmerkmal, das Myspace die Existenz vorerst sichern wird – wenn Facebook allerdings ähnliche Funktionen effektiver und besser zur Verfügung stellen wird, sehe ich Myspace auf der Verliererseite. Zu schlecht sind Design und Software. Die Usability ist grausam, die Ladezeiten eigentlich inakzeptabel.

„Wer kennt wen?“ (von RTL) bedient eine ältere und ländlichere Zielgruppe. Wer kennt wen ist zwar nicht so „cool“ wie Facebook. Viele Menschen fühlen sich in diesem eher behäbigen Dienst doch besser aufgehoben.

Meine Prognose ist, dass Facebook und „Wer kennt wen?“ das Rennen machen werden. Den VZ-Diensten gebe ich wenig Chancen, Myspace wird in der Nische Musik Bestand haben und sich mehr und mehr zu einer Vermarktungsplattform von Musik entwickeln.

Quelle: Spiegel Online

Von | 2009-03-10T15:00:44+00:00 10. März 2009|Kategorien: Internet|Tags: , , , , , , |

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