e-marketingday 2011: KMU trifft auf Social Media

Der e-Marketingday in Köln öffnete vergangenen Mittwoch erstmals seine Pforten –  im 27. und 28. Stock des SkyTurm mit einem wirklich atemberaubenden Blick auf die Stadt und den Rhein.

Aussteller, Referenten und Anbieter von Workshops hatten sich eingefunden, um über Trends und Möglichkeiten der Onlinevermarktung bei kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) zu informieren. Das Programm bot eine breite Palette relevanter Themen aus dem Bereich Onlinemarketing – von SEO/SEM, Webmonitoring und rechtlichen Fragen bis hin zu den Bereichen Mobile und natürlich Social Media Marketing. Wir waren angereist, um zu Letzterem Auskunft zu geben, sowohl mit einem eigenen Informationsstand sowie dem Vortrag “Social Media – best practice” unserer Geschäftsführerin Sabine Haas.

“Tolle Gespräche, interessante Vorträge, zufriedene Teilnehmer”, so das Fazit der IHK zur Veranstaltung. Und im Großen und Ganzen können wir das nur bestätigen.

Die Gespräche, die wir mit KMU-Vertretern führten, machten deutlich, dass zwar nach wie vor Unsicherheit und auch Unwissenheit bei dem Thema vorherrschen, durchaus aber erste Erfahrungen mit diversen Social-Media-Plattformen gesammelt werden. So sprachen wir beispielsweise mit einem Weinhändler, der erste Schritte “im Netz” wagt mit seinem e-Shop, dem aber der Begriff CMS völlig neu war und deshalb das Thema Social Media erst einmal hintanstellen wollte. Die Inhaberin einer Modeboutique war bereits auf Facebook sehr aktiv, ihr fehlte nach eigenen Angaben jedoch die richtige vertriebliche Ansprache. Dann wiederum erzählte mir der Marketingleiter eines Weiterbildungsinstituts, dass er privat durchaus zu den heavy usern von Facebook gehöre, ihm bislang aber ein Ansatz fehle, das Netzwerk auch für die Onlinevermarktung des Unternehmens effektiv zu nutzen. Hier konnten wir ein paar entscheidende Hinweise geben.

Klar ist also, die Größe eines Unternehmens ist für die Einbindung von Social Media gar nicht so wichtig, und eine Patentlösung für die eigene Marketingstrategie gibt es ohnehin nicht. Die Entscheidung darüber, welcher Kanal und welche Plattform sinnvoll genutzt oder wie der eigene Auftritt ansprechend gestaltet werden kann, hängt von ganz individuellen Faktoren ab. Neben Kenntnissen über die Zielgruppe, der Höhe zur Verfügung stehender finanzieller Mittel und personeller Ressourcen sind noch ganz andere Faktoren zu berücksichtigen.

Sabine Haas verdeutlichte das in ihrem Vortrag zu den “best practice”-Beispielen so: “Das Social Web ein Marktplatz, auf dem man erstmal den für sich richtigen Marktstand finden muss.” Statt bei einem Überangebot an Plattformen und Kanälen das Ziel aus den Augen zu verlieren, sollte man sich zunächst fragen:

  1. Wie emotional aufgeladen ist meine Marke, das Produkt oder die Dienstleistung, die ich anbiete? Regen sich beim Empfänger meiner Nachrichten und Botschaften eher positive Emotionen (Beispiel “beliebte TV-Dokusoap”) oder sind es vielmehr negative Gefühle, die meine Zielgruppe mit mir in Verbindung bringt (Beispiel “GEZ”)?
  2. Habe ich eher Kunden oder “Freunde”?
  3. Sind es Fans oder “Gegner”, mit denen ich in den Dialog treten möchte?

Die Beantwortung dieser Fragen führt zur Skizzierung einer ersten Strategie, die den Weg ins Social Web ebnet. Der Rest ist eine gekonnte Mischung aus Authentizität, Flexibilität und Dranbleiben.

Mein persönliches Fazit zum e-marketingday: Social Media selbst ist bei den KMU angekommen. Doch was genau dahinter steckt, was das konkret bedeuten kann, welche Vorüberlegungen angestellt, welche Strategien entwickelt und welche Kanäle konkret genutzt werden können, um irgendwann zu den “best practice”-Beispielen zu gehören, dazu bedarf es noch eine gewisse Zeit, in der die letzte Unsicherheit beseitigt werden muss. Nach dem e-marketingday trage ich die Hoffnung in mir, dass wir den ein und vielleicht auch die andere/n Teilnehmer/in überzeugen konnten, sich schon bald intensiver mit der Frage nach dem eindeutigen “Ja, nein oder jein” zu beschäftigten – je nachdem.

Von | 2011-04-11T15:39:00+00:00 11. April 2011|Kategorien: Allgemein|Tags: , , , |

Über den Autor:

Alexa Brandt
Seit 1998 als Redakteurin für die result gmbh tätig, übernahm sie im August 2012 als zertifizierte Social Media Managerin die Leitung der Unternehmenskommunikation und kümmert sich neben der klassischen PR auch um die sozialen Kanäle und das Corporate Blog der Digitalagentur. Zudem verantwortet sie redaktionelle Projekte namhafter Kunden. Seit Juni 2013 ist sie stellvertretende Leitung des Bereichs Agentur.

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