• Networking im Bistro

Nachlese der Research and Results 2012: noch größer, noch internationaler und noch bunter

Seit 2006 trifft sich die kleine Welt der Marktforscher einmal jährlich bei der Research & Results in München. Mittlerweile beheimatet die Messe 148 Aussteller aus 18 Ländern und ist damit die weltweit größte Marktforschungsausstellung. Dementsprechend vielseitig ist auch das Angebot. Vergangene Woche war es wieder so weit, und ich war am zweiten Messetag auch unter den zahlreichen Besuchern des Branchentreffs.

Neben dem üblichen Flanieren durch die Messehalle, erstem Begutachten der Stände (viele kamen übrigens im schönen neuen Look daher!) und Networken bei einer Tasse Kaffee oder einem Gläschen Wein, freute sich das Besucherherz auch über eine fast erschlagende Auswahl an Workshops: sage und schreibe 91 Stück an der Zahl! Und auch thematisch bot sich dem Besucher ein „schöner bunter Strauß“. Also stand am Anfang erst einmal die Frage: Wie nutze ich diesen Tag? Wen besuche ich gezielt am Messestand? Welche Workshops schaue ich mir an?

Networking im Bistro

(Bildrechte: result gmbh)

Nur zwei Minuten nach meiner Ankunft in der Messehalle traf ich auch schon auf das erste bekannte Gesicht (das ist das Schöne an der doch verhältnismäßig überschaubaren Marktforschungsbranche: Man kennt sich eben, und wenn man sich noch nicht kennt, dann kennt man in jedem Fall jemanden, den der andere auch kennt). Nach einem kurzen Austausch über die Marktforschung im Allgemeinen und das derzeitig allgegenwärtige Thema “Social Media Research” im Besonderen, verschwinde ich in den ersten Workshop. Dort ging es auch gleich um den Themenkomplex Social Media: Big Data, Mobile Research, Webtracking, und was macht die Datenflut eigentlich mit uns, den Marktforschern? Große Neuigkeiten wurden weniger verbreitet, der Vortrag galt eher als Einordnung der verschiedenen Phänomene und dem Aufzeigen von Möglichkeiten und Grenzen.

Nach einer weiteren Messerunde und angeregten Gesprächen, ließ ich mich in diesem Jahr auf eine Guided Tour mit dem spannenden Thema „Method Innovation“ ein. Ausgestattet mit einem Audio Guide ging es etwa eine Stunde lang durch die Messehalle. An fünf Messeständen gab es einen Stopp, bei dem das jeweilige Unternehmen kurz etwas über sich und seine jeweilige innovative Methode erzählte – die diesen Namen vielleicht mal mehr, mal weniger verdient hat. „Innovation“ ist aber auch ein eher vager Begriff, der letztendlich viel Raum für Interpretation lässt.

Der letzte Workshop auf meinem Tagesplan: „Mobile Crowdsourcing“ am Beispiel diverser Case Studies. Dieser extrem unterhaltsame und kurzweilige Vortrag öffnete der Zuhörerschaft eine Tür in die Welt von Microjobs, Mobile Research sowie vielen bunten Bildern und Videos als erhobene Daten. Vor allem zeigte sich im Anschluss an den Vortrag aber etwas, dass ich den ganzen Tag als Gefühl auf der Messe bereits aufgenommen hatte: Die neuen Forschungsansätze zu und mit Social Media sowie die erweiterten Nutzungsformen von beispielsweise Mobile Research werden von weiten Teilen der Branche noch als Spielart, als Ergänzung zur klassischen Forschung gesehen. Zudem schwingt eindeutig Skepsis in Fragestellungen nach Datenschutz und Repräsentativität (auch auf Seiten der Kunden) mit.

Es bleibt also spannend, was sich in diesen Feldern in den nächsten Jahren tut, welche Ansätze sich weiterentwickeln und zu einem neuen, festen Bestandteil im Methodenrepertoire der Marktforschung werden und welche eine spielerische Ergänzung bleiben. Eins steht jedenfalls fest: Die Branche bewegt sich! Wie weit und in welchem Tempo, lässt sich derzeit noch schwer sagen.

Um 18.00 Uhr schloss die Research & Results 2012 dann für dieses Jahr ihre Tore, und ich machte mich wieder auf den Rückweg nach Köln. Im Gepäck: Erinnerungen an einen interessanten Messetag, Gedanken über die Zukunft der Marktforschung und Vorfreude auf die nächste spannende Veranstaltung unserer Branche.

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