Auf Twitter hatte ich kurz die Frage gestellt, ob sich Marken im Social Web verändern müssen. Die ersten Antworten fand ich sehr interessant, aber es kam zu Recht mehrfach der Einwand, dass man eine solche Frage nicht in 140 Zeichen beantworten kann. Daher stelle ich die Frage jetzt noch einmal in unserem Blog etwas ausführlicher. Aus meiner Sicht gibt es im Blick auf Markenführung im Social Web zwei sich widersprechende Standpunkte:

Standpunkt A: Eine Marke ist eine Marke ist eine Marke.

Gemeint ist: Jede Marke (wenn sie gut geführt ist) hat mit hohem Investions- und Zeiteinsatz ein festes Set an Eigenschaften definiert, für die sie steht. Ziel des Marketings egal auf welchem Kanal muss es sein, diese Eigenschaften wieder und wieder zu kommunizieren. Begebe ich mich ins Social Web, liegt gerade darin die Gefahr: Ich fange an, mit den Kunden „lockere Gespräche“ zu führen, muss aber gleichzeitig darauf achten, dass mein (idealisiertes, überhöhtes) Markenbild dabei nicht verändert wird. Darin gerade liegt die Kunst von Markenführung im Social Web.

Standpunkt B: Das Social Web verlangt eine Veränderung der Marke – hin zu Socialbility

Gemeint ist: Im Social Web muss jede Marke neue Eigenschaften entwickeln. Die wichtigste ist, „community-fähig“ zu werden. Sie muss sich um die Fähigkeit erweitern, in sozialen Netzen im Dialog zu stehen. Dadurch wird sie erfolgreich. Diese Erweiterung ist prinzipiell für jede Marke richtig – auch für die, die sich bislang eher als „über den Dingen stehend“ positioniert haben. Die Entwicklung der Social Skills ist die Kernherausforderung von Markenführung im Social Web.

Meine Frage an Euch: Was denkt Ihr? Welche Position ist die richtige? Oder gibt es Argumente für beide?