Schon die Walfänger haben Tausende Kilometer auf den Ozeanen zurückgelegt – seinerzeit noch ohne digitale Unterstützung. Die Navigation fand ganz einfach über den Stand der Sonne und Sterne unter Mitwirkung von Karte und Kompass statt. Ein nüchternes »An der nächsten Kreuzung links fahren!« bekommt man dagegen heutzutage zu hören: von einer sprechenden, vollautomatischen Karte, dem Navi. Das hätten sich die Seefahrer vergangener Zeit so sicher nicht träumen lassen. Doch wohin geht die Reise vielleicht morgen schon? Mein kleiner Ausblick in die digitale Zukunft des Automobils anlässlich dieser Blogparade zum Thema Mobilität.

Leuchtende Sterne der digitalen Mobilität

Das Navigationssystem im Auto ist schon lange kein Highlight mehr. Wer aber seinen Tankfüllstand von der Armbanduhr ablesen kann, ist bereits weit vorne dabei in Sachen digitaler werdende Mobilität. Auf einer solchen Uhr lassen sich aber noch weitere Informationen ersehen: Zum Beispiel, wo genau man (»Verflixt nochmal, warum habe ich mir das Parkdeck wieder nicht gemerkt?«) seinen Wagen abgestellt und ob (»Oh Gott!«) man ihn auch verriegelt hat. Auch vor Falschfahrern oder Stauenden in Kurven braucht man in Zukunft wenig Angst zu haben, denn auch hier hilft die Uhr, den Überblick zu behalten: Sie beginnt ganz einfach zu vibrieren, wann immer Gefahr droht.

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(Bild (cropped): PamelaVWhite – flickr – (CC BY 2.0))

Szenenwechsel: Beim Warten auf Grün wandert der Blick gerne mal ins Nachbar-Auto. Wider Erwarten sitzt dort aber niemand aufrecht und aufmerksam hinterm Steuer, stattdessen offenbart sich eine tief schlafende Person auf dem Fahrersitz. Gegenwärtig könnte man hierbei noch an einen schlechten Witz à la »Verstehen Sie Spaß?« denken, aber schon in kurzer Zeit dürfte ein solches Szenario dank dem Einsatz von »Autopiloten« keine Zukunftsmusik mehr sein. Der Fahrer kann gemütlich ein Nickerchen einlegen, während das Auto von ganz alleine fährt. Volvo geht mit einem entsprechenden Pilotprojekt auf Schwedens Straßen bereits gastieren: Ab 2017 können die »Fahrer« der Test-Pkw ein Buch auf dem Weg zur Arbeit lesen oder – ganz ohne Angst vor einer Geldstrafe – ausgiebig ohne Freisprechanlage telefonieren. Aber nicht nur das Auto selbst steckt voller digitaler Neuerungen. Die passende Smartphone-App nimmt einem im zweiten Schritt Dinge wie das lästige Einparken gleich mit ab. Auf diese Weise soll auch die Verkehrssicherheit gestärkt werden, denn die meisten Verkehrsunfälle werden durch menschliches Fehlverhalten verursacht – und sei es im besten Fall nur die Blech-Beule beim Einparken. Die fortschreitende Digitalisierung der Mobilität verspricht somit auch, nachhaltige Ziele zu verfolgen.

Was noch? Auch in Sachen Fahrzeug-Produktion scheint der digitale Wandel zu einer einschneidenden Entwicklung beizutragen, ist doch das Auto to Print nicht mehr fern. Ein Prototyp wurde in den USA bereits hergestellt. Bis auf Chassis und Motor stammen alle Bauteile aus einem 3-D-Drucker.

Daneben scheint ein Head-up-Display, das die Navigationsdaten auf die Windschutzscheibe projiziert, fast schon unbedeutend. Aber auch hier gibt es einfachere und kostenlose Applikationen, die im Strom des digitalen Wandels schwimmen. So zum Beispiel eine App fürs iPhone, die ganz ohne zusätzliche Geräte die Projektion – wenn auch momentan noch ausschließlich bei Nachtfahrten – übernimmt.

Mögliche Sandbänke im digitalen Wandel

Bei all der großartigen Technik frage ich mich persönlich jedoch: Was geschieht, wenn besagte Uhr bei Gefahr nicht vibriert und die Technik hinter dem selbst gesteuerten Auto einmal einen Aussetzer hat? Wer trägt da die Verantwortung für einen Unfall, wenn er denn passiert? Ein Autopilot im Pkw wird Unfallquoten vielleicht sinken lassen, sie aber nicht gänzlich ausschließen können. Zu berücksichtigen sind also die Rahmenbedingungen – bevor der digitale Wandel strandet. Ein selbst steuerndes Auto ist zwar faszinierend, aber eben noch nicht alles. Man kann davon ausgehen, dass nicht nur die angerissenen, sondern viele weitere Ideen in punkto Digitalisierung der Mobilität auf uns warten. Nicht alle mögen sich als praktikabel erweisen, aber viele werden sicherlich Einzug in unseren Alltag halten und die Welt einmal mehr maßgeblich verändern.