Mit Readmill werden E-Books sozial

Vor einigen Wochen haben wir hier im result-Blog die iPad-App Couchfunk vorgestellt, mit der eine Verbindung zwischen Fernsehen und dem Twitter-Universum geschaffen wird. Nutzer der App können sich mit Gleichgesinnten austauschen und so ihr Fernseherlebnis um eine neue soziale Dimension erweitern.

Auch für Musikliebhaber gibt es mit Angeboten wie last.fm und den zugehörigen Apps bereits die Möglichkeit, ihr Hörverhalten erfassen zu lassen und sich mit anderen Nutzern über Vorlieben auszutauschen sowie Musikempfehlungen zu erhalten. Mit Facebook Music ist auch im größten sozialen Netzwerke das kollektive Musikerlebnis zum Greifen nah – sogar in Echtzeit.

Als ich vor einiger Zeit hier im Blog einmal einen Blick auf die Entwicklung der E-Books geworfen habe, bin ich auf Readmill aufmerksam geworden. Bei Readmill geht es nicht um Fernsehen oder Musik, sondern um Lesen – soziales Lesen. Die Macher hinter dem Projekt, David Kjelkerud und Henrik Berggren, wollten sich in den Anfangszeiten des iPads nicht damit zufriedengeben, dass Bücher über die Apple-eigene Leseapp iBook eins zu eins auf das iPad transportiert wurden, ohne die Möglichkeiten des Netzes zu nutzen. Die beiden haben das Startup mit dem Ziel gegründet, das digitale Lesen zu einem sozialen Erlebnis zu machen.

Das Herzstück des Readmill-Projektes bildet die kostenlose iPad-App, mit der alle E-Books, die keinen DRM-Schutz haben, gelesen werden können. Bis hierhin unterscheidet sich Readmill nicht von anderen E-Readern. Mit der Möglichkeit Textstellen wie in „echten“ Büchern zu markieren oder mit Notizen zu versehen und diese über soziale Netzwerke zu teilen, wird es erst spannend. Inhalte kann man über die standardmäßig unterstützen Netzwerke Facebook und Twitter oder über die eigene Community auf readmill.com teilen. Hier kann sich der Nutzer mit einem eigenen Profil anmelden und sich mit seinen Freunden über das Gelesene austauschen. Man kann auf diese Weise nicht nur seine eigene Lesehistorie verbreiten, sondern auch die seiner Freunde einsehen und sich dabei Empfehlungen und Anregungen für das nächste Buch holen.

This is Readmill from Readmill on Vimeo.

Bisher steht Readmill nur als iPad-App und als abgespeckte Version für den Kindle zur Verfügung. Eine iPhone-App ist in Arbeit und andere Plattformen sollen in Zukunft auch bedient werden. Man beachte: Über eine offene API von Readmill sollen eigene Apps ansprechbar sein. So könnte auf lange Sicht eine interessante Infrastruktur entstehen, die ganz neue Wege zur Verbreitung von E-Books ermöglicht.

Ob man diese Funktionen nun braucht oder sein „echtes“ Buch lieber doch bei einem Glas Wein (oder Apfelschorle) für sich selbst genießt, bleibt jedem selbst überlassen. Die Entwicklung des E-Books bleibt weiterhin spannend, und Projekte wie Readmill lassen darauf hoffen, dass da noch einiges auf uns zukommt!

Von | 2012-01-17T08:30:00+00:00 17. Januar 2012|Kategorien: Digitaler Wandel, Neue Medien, Print|Tags: , , , , , |

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