Medienkompetenz der Web2.0-Generation sichern – Die Herausforderung der Zukunft

Nach Theunert setzt sich die Medienkompetenz aus vier relevanten Dimensionen zusammen. Die Basis bilden die Wissens- und Reflexionsdimensionen, die es ermöglichen, mit Medieninhalten kompetent umzugehen, diese aufzufinden, abzuwägen, einzuordnen und zu bewerten. Darauf aufbauend lässt sich eine Orientierungsfähigkeit ausmachen, die den Konsumenten in die Lage versetzt, Medieninhalte sinnvoll auszuwählen und im Gesamtkontext zu positionieren. Und schließlich spricht Theunert von einer Dimension, die vor allen in Zeiten des Social Media enorme Bedeutung gewonnen hat und den Konsumenten erst richtig teilhaben lässt am modernen Medienangebot: Die Handlungsdimension, die die Gestaltung, den Gebrauch und die aktive Teilhabe an Medien ermöglicht.

Betrachtet man die Vielschichtigkeit aller genannten Dimensionen, dann wird deutlich, dass Medienkompetenz schon lange keine Selbstverständlichkeit mehr darstellt, die per se jedem Mediennutzer gegeben ist. Vor allem, wenn man mit in Betracht zieht, dass jede Dimension andere „skills“ erfordert, je nachdem auf welches Medium sie angewendet wird. So ist eine Recherche/Programmauswahl im TV, Radio, beim Handy oder am PC durchaus nicht jeweils dasselbe und auf selbe Weise zu erlernen.

Teilhabe an der neuen Welt der multimedialen Verknüpfung, der Communities und Netze, der journalistischen Vielfalt auf allen Kanälen ist nur für den gewährleistet, der zumindest über ein Basisverständnis und über Basiswissen zu den einzelnen Aspekten der Medienkompetenz verfügt. Dies muss dringend vermittelt werden, idealerweise schon im Kindergarten, um künftige Medien-Konsumenten zu mündigen Usern zu machen.

Eine Herausforderung ist dies nicht nur, weil Pädagogen oftmals weit entfernt von eigenen Erfahrungen um und mit Medien die Vermittlung von Medienkompetenz in erster Linie als ein „Fernhalten von..“ verstehen. Es ist auch eine Herausforderung, weil eine nicht zu vernachlässigende Gruppe der Kinder und Jugendlichen aus Familien mit Migrationshintergrund kommen und somit auch sprachliche/kulturelle Barrieren oftmals zu überwinden sind.

Lösen lässt sich dieses Problem aus unserer Sicht nur, wenn verstärkt im pädagogischen Umfeld mit und an Medien gearbeitet wird. Kinder und Jugendliche müssen in geschützten Räumen und begleitet von kompetenten Erwachsenen den Umgang mit und den Nutzen von Medien lernen… Sie müssen schlichtweg üben, üben, üben.

Es wäre schade, wenn die social web welt mit all ihren Möglchkeiten auf Partizipation, Dialog und Information der Mehrheit künftiger Generationen im Kern verschlossen bliebe – obwohl sie sich dort sicher tummeln werden.

By | 2010-02-19T17:02:40+00:00 19. Februar 2010|Categories: Allgemein, Internet, Medienforschung, Migration|Tags: , , , |

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