McLuhan – Ein früher Visionär des Social Web

Es fasziniert mich sehr zu sehen, wie die Prognosen von Marshall McLuhan aus den 1960er und 1970er Jahre heute im Hinblick auf Social Media Relevanz erhalten. Einige davon aus seinem Buch „Das Medium ist Message“ möchte ich daher an dieser Stelle gerne einmal zusammentragen. Um Diskussion wird wie immer gebeten!

McLuhan: »Die neue elektronische Interdependenz formt die Welt zu einem globalen Dorf um.«

Durch Facebook, Youtube etc. rückt die Welt gefährlich nahe an uns heran. Dinge, die uns im „Fern“-Sehen noch einigermaßen distanziert begegnen, gehen uns als Handy-Videos privat Betroffener unter die Haut. (s. dazu auch Sascha Lobos Beitrag auf spiegel-online)

McLuhan: »Nicht, dass ich etwas gegen aktuelle Ereignisse hätte, aber in letzter Zeit hat es davon so viele gegeben.«

Die Informationsflut im Netz überschüttet uns – wenn wir es denn zulassen – mit Ereignissen und Informationen. Wir werden auf elektronischem Wege „zugemüllt“ und haben große Schwierigkeiten, diese Informationen überhaupt zu verarbeiten.

McLuhan: »Wenn Information mit Information in Berührung kommt (…) sind die Ergebnisse überraschend und eindrucksvoll. Das unablässige Streben nach Beteiligung und Ergänzung nimmt viele Formen an.«

Eine Information wird geteilt und trifft wiederum auf die nächste Information. Jeder „Bote“ möchte das nutzen, um sich zu beteiligen oder zu inszenieren. Das Ergebnis ist überraschend. Die Welle rollt.

McLuhan: »Im Namen des Fortschritts versucht unsere offizielle Kultur, die neuen Medien zu zwingen, die Arbeit der alten zu verrichten.«

Derzeit erleben wir die Auseinandersetzung derer, die den neuen Medien neue Aufgaben geben möchten mit denen,die die neuen Medien in den Dienst der „alten“ Sache stellen möchten.

McLuhan: »Das Medium oder der Vorgang unserer Zeit – die elektrische Technik – formt und strukturiert die Muster gesellschaftlicher Beziehungen und alle Aspekte unseres Privatlebens um.«

Als McLuhan das vor fast 40 Jahren schrieb, wusste keiner so genau, was er meinen könnte. Heute sind wir schlauer.

Und zum Schluss:

McLuhan: »In einer elektrischen Informationswelt können Minderheiten nicht mehr abgesondert, ignoriert werden. Allzu viele Menschen wissen allzu viel voneinander. Unsere neue Umwelt fordert Engagement und Teilnahme. Unwiderruflich sind wir aneinander beteiligt und füreinander verantwortlich geworden.«

Ich könnte noch länger so weiter machen, aber wer sich bis hierhin von der Treffsicherheit der McLuhanschen Visionen begeistern ließ, dem empfehle ich einfach, ihn im Zusammenhang zu lesen. Es lohnt sich…

Von | 2011-03-03T13:19:05+00:00 3. März 2011|Kategorien: Allgemein|Tags: , |

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3 Kommentare

  1. Cathrin Jacob 3. März 2011 um 14:04 Uhr

    Gerade das letzte Zitat erinnert mich an einen Vortrag von Amir Kassaei, in dem er neulich sagte: »Man kann die Leute nicht mehr verarschen!« und »Mittlerweile ist die Masse da draußen mächtiger als die so genannte Autorität…«

    Was für Visionen zur zukünftigen Kommunikation gibt es eigentlich? Also, wenn ich nach »Zukunft der Kommunikation« googel, lande ich auf relativ alten Webseiten, die sich mit Technologien beschäftigen. Für mediensoziologische Phänomene finde ich wenige Prognosen. Oder ich bin blind…

    Hier noch ein ganz interessanter Beitrag von Dradio Kultur:
    http://bit.ly/gkcOLC

  2. gsohn 8. März 2011 um 17:32 Uhr

    kann man den Link in der Kommentarspalte auch aktivieren?

  3. neolog Team 9. März 2011 um 8:05 Uhr

    Selbstverständlich :)
    Schon geschehen. Das Template erkannte bis jetzt die Kurz-URLS nicht.

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