Justin Bieber und der Ford Fiesta – Das Phänomen Instagram

Erinnern Sie sich noch an Instamatic-Kameras? Im Jahre 1963, also einige Jahre vor meiner Zeit, wurde dieses Kassettenfilmsystem von der Firma Kodak eingeführt. Dieses erlaubte das blitzschnelle Wechseln des Filmes – was im Gegensatz zum aufwendigen Wechseln eines bis dato üblichen Kleinbildfilms doch glatt ein „instant“ im Namen der Serie wert war. Einen ähnlich nostalgischen Charme versprühen Polaroidkameras – die berühmten Sofortbildkameras –, die sich auch heute noch in Fankreisen großer Beliebtheit erfreuen.

Die alte Welt der „schnellen“ Analogfotografie erlebt dank Smartphones und Kamera-Apps gerade eine Renaissance – ein Trend, der auch gerne als „iPhoneogaphy“ bezeichnet wird und eine große Community im Web begeistert. Das Smartphone hat man immer dabei, und mit der entsprechenden App ist ein Foto schnell geschossen. Dieses Foto kann man ohne viel Aufwand dann mit stimmungsvollen Effekten versehen und im Social Web teilen. Die wohl beliebteste der vielen Kamera-Apps ist Instagram, die direkt ein eigenes soziales Fotosharing-Netzwerk inklusive Kommentier- und „Gefällt mir“-Funktion mitbringt. Wer sich bei dem Namen der App an das alte Instamatic-System erinnert fühlt, liegt damit nicht falsch. Instagram vereint die nostalgische Optik der alten Kameras mit dem Sofortbildcharme von Polaroids.

Seit Oktober 2010 ist die iPhone-Version im AppStore kostenlos erhältlich, eine Version für Android-Geräte ist angekündigt und steht in den Startlöchern ist am 4. April erschienen. Im ersten Quartal 2012 ist die Anzahl der Nutzer bereits um fast 80 Prozent gestiegen. Laut Kevin Systrom, dem kreativen Kopf des Startups, sind es mittlerweile etwa 27 Millionen Nutzer.

Neben der einfachen Usability und der eigenen Community ist die freie API-Schnittstelle eines der Erfolgsgeheimnisse von Instagram, durch die schnell ein großes Angebot an Anwendungen und Produkten von Drittanbietern entstanden ist. Von Diensten wie Statigram, mit denen auch Nicht-Mitglieder sich Instagrams ansehen können, über Instaprint, einem Drucker, der Instagrams Polaroid-ähnlich Aufnahmen in kleine, „echte“ Fotos verwandelt bis hin zu Mousepads, die mit eigenen Instagrams bedruckt sind, ist da für jeden etwas dabei.

Das Prinzip „Instagram“ scheint also zu funktionieren. Kein Wunder, dass auch Unternehmen die Plattform als Social-Media-Marketing-Tool entdeckt haben. Besonders für emotionale und visuelle Brands eignet sich Instagram hervorragend, um Markenwelten lebendig auf- und auszubauen. LiptonTopshop oder Levi’s haben erste groß angelegte Instagram-Kampagnen gestartet. Kleine Randnotiz nebenbei: Der „Markenaccount“ mit den meisten Followern ist übrigens der von Teenie-Star Justin Bieber. Sein Account war auch der erste, der die 1-Million-Follower-Marke geknackt hat.

Ein besonders gelungener Case ist die Fiestagram-Kampagne von Ford zum neuen Fiesta. Hauptelemente der sechswöchigen Aktion waren eine Facebook-Seite und die Aufforderung, Fotos zu schießen, die thematisch mit einem wöchentlich wechselnden Produktmerkmal des neuen Fahrzeugs zusammenhingen und diese mit dem Hashtag #Fiestagram hochzuladen. Das Ergebnis war ein hoher Social-Media-Buzz und 16.000 von den Nutzern hochgeladene und geteilte Fotos.

Der Erfolg dieser Kampagne lässt darauf hoffen, dass noch weitere spannende folgen werden und vielleicht auch darauf, dass Justin Bieber in hoffentlich nicht allzu ferner Zukunft vom „Instagram-Thron“ gestoßen wird.

By | 2012-03-30T16:49:52+00:00 30. März 2012|Categories: Social Media, Tools|Tags: , , , , , , , , , |

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2 Kommentare

  1. Justin Bieber News 30. März 2012 um 18:40 Uhr

    Nachrichten zu Justin Bieber…

    neolog consulting » <b>Justin Bieber</b> und der Ford Fiesta – Das <b>…</b>…

  2. Daniel Plotzki 4. April 2012 um 9:47 Uhr

    Die Android-Version ist übrigens auch mittlerweile erschienen.
    http://netzwertig.com/2012/04/04/instagram-ein-einzigartiger-aufstieg/

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