Jawbone UP: Hightech-Schmuck zur digitalen Selbstvermessung

Vor etwa vier Jahren entschloss ich mich, eine alte Sportleidenschaft wieder aufzunehmen: das Joggen. Seinerzeit gab es die Nike+-Laufsensoren, die für mich wie gerufen kamen. Sie stellten die perfekte Verbindung zwischen meiner Gadget-Manie und meinem Sport dar. Denn ich hatte schon lange nach einer Möglichkeit gesucht, meinen Lauf digital aufzuzeichnen. Leider klappte das mit dieser App nicht sehr gut, da der Schrittzähler eine Abweichung von teilweise mehr als 10 Prozent anzeigte. Erst als ich im Besitz eines Smartphones mit GPS war, konnte ich dieses Problem lösen. Ich testete viele der am Markt erhältlichen Apps und landete bei RunKeeper, der wie ich fand bis dato komfortabelsten Laufapp. Irgendwann hielt mir Frank Tentler ein Armband vor die Nase und erzählte, er würde sich jetzt selbst „(ver-)messen“, also digital aufzeichnen, wie viel er sich bewege oder schlafe. Und seit zwei Monaten misst jetzt auch an meinem Handgelenk ein Jawbone-UP-Armband anhand eines Bewegungssensors mein persönliches »Bewegung-Schlaf-Ernährung«-Verhalten.

Wie geht das?

Tagsüber misst das Jawbone UP mein Bewegunsgsverhalten (Schritte). Nachts tracke ich mein Schlafverhalten und bekomme einen sehr guten Überblick darüber, wie lange und wie gut ich geschlafen habe. Parallel dazu dokumentiere ich mit der App, was ich gegessen und getrunken habe.

schlafverhaltenDas Wichtigste für mich ist aber der Wecker: Jawbone UP ermittelt anhand meiner Bewegungen im Schlaf, wann ich aus einer Tiefschlafphase komme und weckt mich dann in einem Zeitfenster von 30 Minuten zum spätmöglichen Zeitpunkt. Das empfinde ich als äußerst praktisch, und es funktioniert bislang einwandfrei! Allein für diese Funktion hat sich die Anschaffung für mich bereits gelohnt.

Was das bunte Bändchen am Arm noch kann? Es verbindet mich mit Freunden und lässt mich mit diesen innerhalb eines Teams Erfahrungen austauschen. Das Ganze kann man noch mit anderen Tools wie RunKeeper oder IFTTT koppeln, um so weitere Funktionen anzubinden. Auch Trends und eine Lebenslinie zeigen den kompletten Verlauf aller Aufzeichnungen an, sodass man daraus wiederum Rückschlüsse über den persönlichen Lebensrhythmus ziehen kann.

Was bringt’s?

schritte_zaehlen_kleinIch trage das Band nun seit acht Wochen und stelle einige Veränderungen fest. Zum einen bewege ich mich mehr, das heißt, ich laufe häufiger Treppen, statt mit dem Aufzug zu fahren, oder ich laufe auch mal zum Bahnhof, statt die U-Bahn zu nehmen. Mein Armband erinnert und motiviert mich. So hat sich wirklich etwas verändert, denn statt der empfohlenen 6.500 Schritte leiste ich im Schnitt fast 9.000 (oder mehr) – je nach Wetterlage (*grins*). Ich werde vielleicht nicht dazu übergehen, abends noch die Schritte zu laufen, die mir fehlen, aber im Mittel passt es ganz gut. Anhand der Ernährungstabellen kann ich mir zudem sehr schnell einen guten Überblick darüber verschaffen, was ich so an wertvollen und weniger wertvollen Dingen in mich aufnehme – und entsprechend Anpassungen vornehmen. Allein die Tatsache, dass ich von Köln-Ehrenfeld bis zum Hauptbahnhof laufen muss, um ein Croissant abzuarbeiten – daran darf ich gar nicht denken. Das ist sicher hilfreich für alle, die sich mit dieser Thematik bis dato noch nicht auseinandergesetzt haben – so wie auch ich, wie ich zugeben muss. Ohne zu sehr auf technische Details einzugehen, kann ich also abschließend sagen: Das Band leistet für den heutigen Stand der Technik wirklich gute Dienste in Sachen Form und Funktion.

Wer mag, kann gerne in mein Team kommen. Da mein Kollege Johannes Mirus sich auch seit vier Wochen mit einem solchen Band »durchs Leben misst«, bin ich gespannt auf seine Sichtweise – demnächst auf diesem Blog, oder @Johannes?

Von | 2015-07-16T12:39:32+00:00 19. Juli 2013|Kategorien: Allgemein, Tools, Web, Social Web & Mobile|Tags: , , , , , , |

Über den Autor:

2 Kommentare

  1. Thomas Wessinghoff 19. Juli 2013 um 12:01 Uhr

    Interessant – dann scheint sich da ja doch noch was getan zu haben. Ich hatte auch das erste Band von Jawbon aber auch mit den Fehlern zu kämpfen. Vielleicht sollte ich es doch nochmals einschicken und um ein neues bitten. Jetzt funktioniert das ganze ja wohl.

  2. […] ein paar Tagen berich­tete mein Kol­lege Rou­ven über seine neu­este Anschaf­fung, ein Jaw­bone UP. Als er es sich der­einst zuge­legt und mir […]

Hinterlassen Sie einen Kommentar