• Pusteblume-Marketing-Vertrieb

IT, Marketing, Vertrieb: Alles auf Change! Jetzt!

Am vergangenen Wochenende war ich mit meinem Sohn auf dem zweiten Code + Design Camp in Köln, um Thomas Bachem zu besuchen. Seine Idee, das Informatik-Studium endlich praxisnaher zu gestalten und die erste Code University zu gründen, hat es sogar in den gerade von CDU und FDP ausgearbeiteten NRW-Koalitionsvertrag geschafft. Dafür verdient Bachem meinen vollen Respekt. Es ist sicherlich alles andere als einfach, als erfolgreicher Unternehmer mal eben nebenher eine Uni zu gründen! Wer mit ihm spricht merkt aber schnell: Dieser Mann ist getrieben von dem Wunsch, die deutsche IT-Landschaft wieder nach vorne zu bringen. Und das ist auch nötig.

Change in der IT

Viele IT-Abteilungen gehören inzwischen zu denen, die den digitalen Fortschritt verhindern. Wenn etwa wir als Digitalagentur mit ihnen zusammenarbeiten wollen, stoßen wir gerne mal an Grenzen. Umso mehr, wenn zur Stärkung der offensichtlichen »Mauerpolitik« zu guter Letzt dann noch der Datenschutz-Joker aus der Tasche gezogen wird. Wie aber kommt das? Wie konnte es passieren, dass eine Abteilung, die früher als innovativ und förderlich galt, inzwischen häufig eine Art digitaler Bremsklotz darstellt?

Meiner Ansicht nach liegt das an dem, was Thomas Bachem erkannt hat und zu verändern versucht: IT basiert nicht mehr auf Informatik, sondern auf Code, Design und Produktentwicklung. Die IT-Landschaft ist komplett umgebrochen. Es geht nicht mehr darum, sich auf der Bits- und Bytes-Ebene mit Soft- und Hardware auseinanderzusetzen und zu programmieren bzw. zu integrieren. Es geht um die Nutzung und Schaffung agiler Systeme, kleiner Speedboote mit geringen Budgets. Anders gesagt: Es geht um »Einweg-Software«, wenn man so will. Effizient ist darin, wer nutzt, was schon da ist, und nur dann in die Entwicklung geht, wenn langfristige und nachhaltige Lösungen auf den Weg gebracht werden müssen. Diese Veränderung mag weder IT noch Datenschutz behagen. Dennoch ist das der einzige Weg, Digitalisierung in der notwendigen Schnelligkeit und Effizienz voranzutreiben.

Veränderungen im Bereich Marketing

Nicht ganz so weitreichend und doch nicht zu unterschätzen sind die Umwälzungen im Bereich Marketing. Wir werden gerne mal für etwas selbstüberschätzend gehalten, wenn wir als Online-Agentur sagen, dass wir für eine ganzheitliche Beratung auch das gesamte Marketing betrachten möchten. »Was wir sonst noch machen, das hat damit doch gar nichts zu tun. Das können wir getrennt davon betrachten«, heißt es da gerne mal. Wenn wir anschließend mit unserer Beratung starten, wird aber schnell klar: Es braucht ein Budget, es braucht Kapazitäten. Woher dieses nehmen? Spätestens dann rückt endlich der Kerngedanke in den Mittelpunkt: Ein integraler Marketingansatz muss her!

Gerade für mittlere und kleine Unternehmen ist es essenziell, die einzelnen Aktivitäten miteinander abzustimmen und zu koordinieren. Jede Maßnahme, die offline durchgeführt wird, benötigt heutzutage begleitendes digitales Storytelling. Jede Online-Kampagne muss sich offline verlängern und ausweiten lassen.

Im Kern steht somit das Erzählen von Geschichten – und das dürfen nicht zu viele sein. Statt Markenbotschaften sollte es aus meiner Sicht Markenstorys geben, die überall und von jedem erzählt werden können. Mit dieser Story beginnt man. Die Verbreitung der Geschichte – analog und digital – ist dann erst der zweite Schritt. Geht man in dieser Form an Marketing heran, merkt man, wie plötzlich alle Puzzleteile ineinanderpassen und die bereitgestellten Budgets merklich effizienter zum Einsatz kommen.

Auch der Vertrieb bleibt nicht verschont

Tja, und dann ist da noch der Vertrieb. Auch schön zu beobachten – gerade im B2B-Bereich. In aller Regel sitzen dort die perfekten Netzwerker, grandiose Geschichtenerzähler und tolle Kundenbegeisterer. Wie selten aber gelingt es Unternehmen, diese Fähigkeiten aus dem Analogen aufs Digitale zu übertragen? Dabei ist die Mechanik genau die gleiche: Die Gartenparty oder das Golf-Event spiegeln sich virtuell auf Facebook, der Kongress oder die Messe auf Xing oder Twitter.

Vertrieb kann also durchaus Social Media. Er weiß es oft nur nicht (und will häufig auch gar nichts darüber wissen). Deshalb muss das Management von Unternehmen den Change hin zum Digitalen erkennen und den Vertrieb in diesem Punkt fordern. Denn entweder man bewegt sich. Oder aber man wird bewegt. Letzteres ist unangenehmer.

Haben die Kunden den Weg ins Netz erst einmal gefunden, und der Vertrieb ist dort nicht, sind die Folgen fatal. Denn die Konkurrenz wird da sein. Mit anderen Worten: Auch für den Vertrieb gilt in Zeiten von Digitalisierung das Motto: Veränderung. Das dürfte – wenn der Vertrieb gut ist – zu eklatanten Quick-Wins führen.

 

Titelbild: Alexa Brandt

Von | 2017-06-23T20:49:25+00:00 23. Juni 2017|Kategorien: Allgemein, Digitaler Wandel, Kunde & Produkt, Onlinemarketing, Veranstaltungen|

Über den Autor:

Sabine Haas

Sie gründete 1994 das result Markt- und Medienforschungsinstitut, 2007 folgte eine Webagentur, im Jahr 2011 der Geschäftsbereich Beratung. Als Kennerin der alten wie auch Neuen Medien gehört sie zu den gern gesehenen Speakerinnen bei Fachveranstaltungen & Kongressen rund um das Thema „Digitaler Wandel/Medienwandel“.

Ein Kommentar

  1. […] rückt dann die Frage nach dem Content und der Vernetzung der Kanäle in den Mittelpunkt. Denn Social Media benötigt seinen Platz im Gesamtkonzept, um wirken zu können. Auch sind die Investitionen in jede Art von Marketing nur dann effizient, […]

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