Interaktivität ist der Schlüssel transmedialer Formate – Eigenstudie am Beispiel von Dina Foxx

Im letzten Jahr haben wir an dieser Stelle Teilnehmer für unsere Eigenstudie zum ZDF-Format „Wer rettet Dina Foxx?“ gesucht – und gefunden. Was lang währt, wird nun gut, und wir möchten Ihnen unsere Ergebnisse nicht länger vorenthalten.

Enttäuschen Sie Ihre Zuschauer nicht

Möchte man aus der Sicht eines öffentlich-rechtlichen Senders jüngere Zielgruppen – insbesondere die Digital Natives – ansprechen, so muss man ihre Sprache sprechen und ihnen bieten, was sie erwarten: Interaktion, interessante Themen, die Brücke zwischen Internet und Fernsehen sowie ein Mitspracherecht.

Digital Natives wollen mitreden

(Bildquelle: CC-BY Bürgerdialog Zukunftstechnologien| flickr.com)

Ja, diese Generation möchte mitreden, mitbestimmen und mitgestalten. Im Fall von sogenannten Daily Soaps gestaltet sich das „Mitbestimmen“ wesentlich einfacher: In regelmäßigen Abständen werden immer neue Folgen produziert. So kann gegebenenfalls auf die Wünsche und Ideen der Zuschauer eingegangen werden. Schwierig wird es, wenn es sich um geschlossene Formate wie beispielsweise Fernsehkrimis handelt. Der Produktionsaufwand erlaubt allenfalls den Dreh unterschiedlicher Enden, aus denen der Rezipient anschließend wählen darf. Doch sind wir einmal ehrlich: Das ist für den Zuschauer sehr unbefriedigend. Dies lässt den Schluss zu, dass Interaktivität eher bei offenen als bei geschlossenen Formaten umgesetzt werden kann.

Fernsehfilm schlägt die Brücke

(Bildquelle: CC-BY gato-gato-gato| flickr.com)

Doch nicht nur die Interaktivität steht bei jungen Zuschauern hoch im Kurs. Längst spielt das Netz im täglichen Medienkonsum dieser Zielgruppe eine besonders zentrale Rolle. Mehrere Stunden verbringen die Nutzer im Internet, wo ihnen Unterhaltungs-, Kommunikations- und Informationsangebote begegnen. Entsprechend verblasst bei dieser Generation der Reiz des Fernsehens immer mehr.

Viele fragen sich sicherlich, ob der Fernsehfilm als Bestandteil des transmedialen Konzepts noch nötig ist, spielt sich doch das gesamte Geschehen scheinbar ohnehin im Netz ab. Die Antwort: Es besteht die Gefahr, dass ein Großteil der Rezipienten auf der Strecke bleibt. Für die jungen Zuschauer ist das hohe Maß an Eigeninitiative, das notwendig ist, um den Medienwechsel im Rahmen von transmedialen Formaten zu vollziehen, selten ein Problem. Älteren Zielgruppen fällt diese Transmedialität nicht ganz so leicht. So müssen nicht nur Internet und Fernsehen miteinander verbunden werden, sondern der Handlungsverlauf muss sich auch für diejenigen erschließen, die sich auf ein Medium beschränken.

Wie interaktiv kann Fernsehen wirklich sein?

Muss Fernsehen nicht per se Geschichten zu Ende erzählen? Inwiefern entspricht es dem Wesen des Mediums und inwieweit macht es Sinn, Handlungen im Fernsehen beginnen und im Internet enden zu lassen? Wie interaktiv kann Fernsehen wirklich sein? Und welche Dialogangebote können dem Zuschauer überhaupt gemacht werden? Mit diesen Fragen werden sich die Sender weiterhin beschäftigen müssen, und ich würde mich freuen, wenn Sie an dieser Stelle mitdiskutieren würden!

Wie diese qualitative Studie zeigt, ist das Interesse an transmedialen Formaten groß, aber die Umsetzung aus Sicht der Zuschauer längst nicht befriedigend.

Hier können Sie die komplette Studie im PDF-Format downloaden.

Über den Autor:

Sabine Haas

Sie gründete 1994 das result Markt- und Medienforschungsinstitut, 2007 folgte eine Webagentur, im Jahr 2011 der Geschäftsbereich Beratung. Als Kennerin der alten wie auch Neuen Medien gehört sie zu den gern gesehenen Speakerinnen bei Fachveranstaltungen & Kongressen rund um das Thema „Digitaler Wandel/Medienwandel“.

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