Interactive Digital Signage – das nächste Level der Plakatwerbung

Im Grunde hat sich Digital Signage („Digitale Beschilderung“) bereits in vielen deutschen Großstädten etabliert. Wer beispielsweise in Köln ungeduldig auf die Einfahrt der U-Bahn wartet, kann die Wartezeit dank Beamer und Leinwand mit aktuellen News, Veranstaltungstipps, Wetterinfos oder eben klassischen Werbeeinblendungen überbrücken.

Auch viele Einkaufszentren machen bereits mit verschiedenen Infobildschirmen die Navigation innerhalb des Gebäudes leichter, weisen auf aktuelle Aktionen hin oder liefern den Kunden zusätzlich noch Nachrichten aus aller Welt. So gesehen ist Digital Signage ein alter Hut.

(Bildquelle: (CC BY-NC-ND 2.0) acwBerlin | flickr.com)

Aber wie sich das Web mit dem kleinen Zusatz „2.0“ verändert hat, so geschieht dies aktuell auch mit Digital Signage. Ein Einkaufszentrum in Syracuse im US-Bundestaat New York verfügt neuerdings über knapp 50 Infoterminals, die Kunden neben Gebäudeplänen und Angeboten auch gleich ein internes soziales Netzwerk anbieten.

Hierbei haben Kunden die Möglichkeit, Marken, Aktionen oder Veranstaltungen zu kommentieren und sich über diese auszutauschen. Gleichzeitig werden die Inhalte auf den Monitoren noch aktueller, da Kunden miteinander in Real-Time kommunizieren können und beispielsweise auf besondere Restposten in einzelnen Shops hinweisen können.

Im Falle des Einkaufszentrums könnte dies bedeuten, dass Lieschen Müller durch eine andere Kundin erfährt, dass es im Schuhgeschäft in der vierten Etage nur noch drei Exemplare ihrer Lieblingsballerinas zum absoluten Knüllerpreis gibt. Daher lässt sie in Etage zwei lieber alles stehen und liegen und macht sich auf den Weg, um sich sofort ihr paar Schuhe zu sichern.

Verfolgt man diesen Gedanken weiter und verknüpft dieses Konzept mit etablierten Social-Media-Plattformen wie Facebook oder Twitter, so wird aus reinem Digital Signage implementierte Social-Media-Werbung. Der Auftraggeber tritt quasi Werbefläche an seine Kunden ab, generiert aber gleichzeitig über den eigentlichen „Point of Sale“ hinaus im sozialen Netzwerk bzw. über das Profil des Kunden neue Werbeflächen. Diese neu gewonnenen „Werberäume“ können wiederum neue Kunden ansprechen und so die Reichweite der Werbung immens vergrößern.

Für kleinere Geschäfte oder Netzwerke kommt dieser Trend wahrscheinlich eher nicht infrage, weil eine gewisse Reichweite für dieses Konzept unabdingbar ist. Aber man darf gespannt sein, wann diese Entwicklung den Sprung über den Teich schafft und hierzulande in Einkaufszentren, Bahnhöfen oder Veranstaltungsorten Einzug hält und welche weiteren Möglichkeiten damit einhergehen werden.

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