Die Rolle der sozialen Netze bei Guttenbergs „Copygate“

Oft wird diskutiert, wie viel politische Macht die sozialen Netze eigentlich haben. Können sie Revolutionen hervorrufen? Können sie die Politik stürzen?

Ich halte die Frage für verfehlt. Die sozialen Netze können nichts davon. Bewegen kann die Gesellschaft nur die Bürger. Und die haben mit den sozialen Plattformen eine wunderbare Möglichkeit, ihrer Stimme schnell und konzertiert Ausdruck zu verleihen.
Ist die Gesellschaft in einer Frage aber nicht einstimmig, sondern vielstimmig, so können auch die sozialen Netze wenig bewegen und nur diese Vielstimmigkeit abbilden.
Ein wunderbares Beispiel ist derzeit die Diskussion über Guttenberg.
Die verläuft sehr polarisierend im sozialen Netz, aber man erfährt als mündiger Bürger viel durch diese Kakophonie der Meinungen.

Zum Beispiel erfährt man, wie genau es um die Plagiate steht, da die Netzgemeinde diese gerade versuchen, systematisch auf einem Wiki zusammenzutragen:

wiki plagiat guttenberg

Man erfährt ebenso etwas über die Fans, da diese sich gerade auf Facebook lautstark mit den Gegnern streiten. Zu lesen hier:

facebook diskussion guttenberg></a><br></p> <p>Und man erfährt, dass Journalisten nie verkürzen sollten. Gestern berichtete die ARD, dass die Twittergemeinde pro Guttenberg ist. Das Ergebnis: Die Gegner machen mobil und zwar mit dieser grandiosen und wirklich blitzschnell umgesetzten Polling-Idee:<br><br /> <a href=

Und man erfährt, dass Journalisten nie verkürzen sollten. Gestern berichtete die ARD, dass die Twittergemeinde pro Guttenberg ist. Das Ergebnis: Die Gegner machen mobil und zwar mit dieser grandiosen und wirklich blitzschnell umgesetzten Polling-Idee:

Insgesamt finde ich es einfach wunderbar zu sehen, wie die offiziellen Medien hier im Social Web ihr Korrektiv und Gegengewicht finden. Es gibt nicht mehr die Einbahnstraße offizieller Verlautbarungen, sondern ein Gewirr an Pfaden öffentlicher und privater Meinung. Eine Gefahr hat das Ganze natürlich auch: Wer am lautesten schreit, wird gehört. – Wer am lautesten schreit, hat aber nicht immer Recht.

Von | 2011-02-18T11:05:35+00:00 18. Februar 2011|Kategorien: Allgemein|Tags: , , |

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Ein Kommentar

  1. thilo 21. Februar 2011 um 14:57 Uhr

    In der Tat! Das GutenPlag ist ein hervorragendes Beispiel, für das, was Clay Shirky cognitive surplus nennt, gut beschrieben hier auf Carta.

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