Google+ wohl doch kein „Twitter-Killer“

Über 20 Millionen Nutzer haben sich bisher auf Google+ eingefunden. Laut einer Auswertung von Search Engine Watch sind es insbesondere die 25- bis 34-Jährigen, die sich in dem sozialen Netzwerk tummeln. Vereinzelt konnte man bereits beobachten, wie Nutzer ihr Profil bei Facebook gelöscht haben und zu Google+ umgezogen sind – ein Einzel- oder ein Massenphänomen?


Google+ kommt, und wer muss zuerst gehen?

In der vergangenen Woche haben wir auf Facebook eine Umfrage durchgeführt, bei der wir erfahren wollten, wer sich schon dafür entschieden hat, nach der Einführung von Google+ einen anderen Social-Media-Account zu löschen. Von den insgesamt 51 Teilnehmern planen nur 16 Prozent, einen ihrer Accounts zu löschen, 33 Prozent der Befragten sind sich noch nicht sicher, und 51 Prozent schließen dies aus.

Twitter steht nicht oben auf Abschussliste

Im nächsten Schritt haben wir die Teilnehmer gefragt, welchen der Dienste sie als ersten aufgeben würden. Das erstaunlichen Ergebnis: Nicht etwa Twitter oder Facebook, sondern das Business-Netzwerk Xing steht ganz oben auf der Abschussliste. Die Namen Diaspora, Quora, Posterous, Google Buzz, StudiVZ und Friendfeed wurden auch in diesem Zusammenhang genannt.

Google hat mit seinem sozialen Netzwerk einen tollen Start hingelegt – daran zweifeln die wenigsten. Und doch befindet sich das Projekt noch in der Beta-Phase. Viele Teilnehmer sind der Meinung, dass es für einen vollständigen „Umzug“ von einem anderen sozialen Netzwerk zu Google+ noch zu früh sei. Allerdings ist das bei Weitem nicht der einzige Grund.

Die Teilnehmer unserer Umfrage kritisieren bei Google+:

  • Das Filtern von Informationen empfinden viele als mühsam und den Informationsstream bei Google+ als unübersichtlich. „Viele Informationen gehen im Stream verloren“, schreibt ein Teilnehmer.
  • Viele Nutzer kritisieren die fehlende API. Ohne diese bleibe Google+ vorerst eine Insel.
  • Bisher sind 20 Millionen Nutzer Google+ beigetreten. Viele User vermissen aber noch einen Großteil ihres Netzwerks. Solange sich dieser noch auf anderen Plattformen wie Facebook, Xing und Twitter tummelt, sind die User nicht bereit, sich von den entsprechenden Social-Media-Accounts zu trennen.
  • Auch das Fehlen einiger Features ist auf die Betaphase des Netzwerks zurückzuführen. So wünschen sich einige Teilnehmer unserer Umfrage, Veranstaltungen teilen und eintragen zu können, ohne auf die Kalenderfunktion von Google zurückgreifen zu müssen.
  • Mehrfach-Postings werde als störend empfunden.

Kommt Zeit, kommt Rat

Es bleibt abzuwarten, ob sich Googles soziales Netzwerk zu dem Facebook-Konkurrenten entwickelt, für den es momentan so oft gehandelt wird, und ob die Befürworter oder Kritiker am Ende Recht behalten. In einem Beitrag auf gruenderszene.de werden noch einmal viele Stimmen, u.a. von Nico Lumma, Director Social Media bei Scholz & Friends, Teresa Bücker, Social Media Managerin bei der SPD, dem Blogger Robert Basic und dem FAZ-Journalist Holger Schmidt, eingeholt. Mit dem Ergebnis: Man ist sich nicht einig. Und das muss man jetzt auch noch nicht!

Von | 2011-07-29T09:00:26+00:00 29. Juli 2011|Kategorien: Social Media|Tags: , , , , , |

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6 Kommentare

  1. […] neolog consulting » Google+ wohl doch kein „Twitter-Killer“ Über 20 Millionen Nutzer haben sich bisher auf Google+ eingefunden. Laut einer Auswertung von Search Engine Watch sind es insbesondere die 25- bis 34-Jährigen, die sich in dem sozialen Netzwerk tummeln. Source: http://www.neolog-consulting.de […]

  2. […] neolog consulting » Google+ wohl doch kein „Twitter-Killer“ Über 20 Millionen Nutzer haben sich bisher auf Google+ eingefunden. Laut einer Auswertung von Search Engine Watch sind es insbesondere die 25- bis 34-Jährigen, die sich in dem sozialen Netzwerk tummeln. Source: http://www.neolog-consulting.de […]

  3. Alexander 29. Juli 2011 um 12:25 Uhr

    Trotzdem ist es erstaunlich mit welcher Geschwindigkeit sich Google+ verbreitet hat. Einzig was fehlt sind die Frau – wir haben uns sehr am Anfang ein paar Gedanken dazu gemacht. http://www.121watt.de/blog/4484/google-und-warum-google-social-werden-muss/ . IN einer Studie die das PEW Institue gemacht hat, wird der gerade für Social Networks herausragende Einfluß von Frauen für die Aktivität herausgestellt. Irgendwo glaube ich mich zu erinnern, das 84% der Nutezr von Google+ Männer sind.
    Beste Grüße
    Alexander

  4. Ulrike Zecher 1. August 2011 um 9:36 Uhr

    Kommt Zeit, kommt Rat – sinnvolle Lebensweisheit auch in der Beta-Phase. Meine Antwort: ich spiele mit dem Gedanken, meine XING-Mitgliedschaft zu kündigen.

  5. Pascal 2. August 2011 um 21:46 Uhr

    Ich finde eure Überschrift leicht reißerisch, wenn man bedenkt, dass eure Datenauswertung auf 51 Personen beruht… Im Vergleich zur Grundgesamtheit (den 20+ Millionen Google+ Nutzern) ist das mMn. keine aussagekräftige Stichprobe um daraus eine Aussage abzuleiten.

    Aber zumindest wisst ihr jetzt, wie sich eure User entscheiden würden ;)

    Grüße
    Pascal

  6. Christine Heller 3. August 2011 um 9:21 Uhr

    Lieber Pascal,

    die Umfrage hatte von Anfang an nicht den Anspruch einer repräsentativen Stichprobe. Ich finde dennoch, dass das Ergebnis der Umfrage mit dem Stimmungsbild im Web übereinstimmt. Die meisten wollen noch abwarten, bevor sie einen anderen Social-Media-Account löschen. Und das aus gutem Grund, denn noch befindet sich das Netzwerk in der Betaphase.

    Beste Grüße
    Christine

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