Geh Du mal zu Deinen Nerds! – Noch ein Rückblick auf die re:publica 2013

Dieser Satz stammt von meiner Berliner Herbergsmutter Beatrice, bei der ich für drei Tage unterkam. Mit diesen Worten verabschiedete sie mich in meinen Tag zu dem Bloggertreffen Deutschlands, das ich in diesem Jahr als noch größer, bunter und schriller wahrnahm – und das neben reichlich Mett (endlich!) auch WLAN bot.

Bloß ein Nerdtreffen?

Besagter Satz hat mich nachhaltig nachdenklich gestimmt. Ich stelle mir die Frage, ob die Außenwelt bzw. die NOnliner wie wir sie auch nennen, tatsächlich so über uns denken, uns so wahrnehmen? Ein Haufen stereotypischer Brillenträger, die tagein tagaus nur vor ihren Rechnern sitzen und sich bloß mit diesem Internet beschäftigen?

Wer selbst auf der re:publica war, weiß, dass dem so bei Weitem nicht ist. Die Konferenz hat sich entwickelt. Während sie in der Öffentlichkeit früher als exotisches Treffen von ein paar Internetverrückten wahrgenommen wurde, ist sie inzwischen einer breiteren Bevölkerungsgruppe bekannt. Und das ist gut so! Es ist wichtig, dass wir mit unseren Themen und Anliegen als „alltagstauglich“ wahr und ernst genommen werden. Ich bin da ganz bei Frank Krings, der in seinem Blog schreibt: „Vielleicht ist es ja eine deutsche Eigenheit, dass der Begriff „Mainstream“ so negativ besetzt ist. Ich benutze ihn jetzt mal als Lob: Diese re:publica war für mich viel mehr ,Mainstream‘ als frühere Konferenzen.“

Denn genau dort ist meiner Ansicht nach die re:publica endlich angekommen: im Mainstream. Das Publikum mischt sich auf angenehme Art und Weise. Der Frauenanteil ist deutlich gestiegen, sogar Mütter mit Kleinkindern mischen sich als Zuhörer, Besucher oder Referenten wie selbstverständlich unter die Schar von mehr als 5.000 Besuchern, die in diesem Jahr an der Konferenz teilnahmen. Das spiegelt sich auch in der großen Themenvielfalt wider.

Alles war bestens organisiert, alles schien wie von selbst zu funktionieren, ganz nach der Formel: Panta rhei! Die Vielzahl von Volontären in ihren rp13-Shirts lösten jedes kleine und auch große Problem. Organisatorisch in jedem Fall eine Meisterleistung!

Aber auch die Qualität der Vorträge sprach für sich. Auf sieben Bühnen und vier Workshop-Plätzen wurden von morgens neun bis in den späten Abend Sessions gehalten. Da fiel es manches Mal schwer, sich zwischen den insgesamt knapp 500 Vorträgen zu entscheiden. Oftmals schlich sich beim Blick auf die Twitter-Timeline bei mir das Gefühl ein, gerade doch die noch bessere Session zu verpassen.

Was mir neben den Sessions aber auch sehr wichtig war, waren der reale Kontakt und die Gespräche mit den vielen bekannten Gesichtern der Netzgemeinde. Endlich mal die Menschen hinter den Accounts kennen zu lernen, mit denen man schon so oft virtuell diskutiert und geplaudert hat, rundet eine solche Veranstaltung wirklich ab.

Fazit

Die re:publica entwickelt sich stetig. Die Konferenz ist wichtig, und sie wird es wohl bleiben. Aber auch ein Hauch Realismus kehrt ein. Es ist an der Zeit, dass wir „Nerds“ es schaffen, mit unseren Themen auch vom Rest der Bevölkerung wahrgenommen zu werden, damit nicht jedes Anliegen der digitalen Gesellschaft oder auch Netzgemeinde wieder verpufft. „MACHEN“, so sagte Sascha Lobo, wir sollen machen, damit uns auch Leute wie Frau Merkel endlich deutlich hören, damit unsere Sorgen wie „Netzneutralität“, „Leistungsschutzrecht“ oder „Flatrates“ nicht in kleinen E-Petitionen in den Kreise der Netzfreunde verkümmern, sondern auch von den NOnlinern oder analogen Kritikern sowie Medienmachern ernst genommen werden.

Von | 2015-07-16T12:44:43+00:00 17. Mai 2013|Kategorien: Allgemein, Digitaler Wandel, Medienkompetenz, Neue Medien, Social Media, Veranstaltung|Tags: , |

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2 Kommentare

  1. […] wirklich ab. Meine Erlebnisse der republica 2013 schildere ich auf unserem Firmenblog. Den ganzen Artikel findet Ihr hier! Seid Ihr auch auf der re:publica gewesen? Wie waren Eure Eindrücke und […]

  2. Christoph (was-ist-seo.biz) 23. Mai 2013 um 8:07 Uhr

    Es gibt natürlich noch weitere, spannende Online-Marketing Veranstaltungen und Events. Diese findet Ihr hier gelistet: http://www.was-ist-seo.biz/online-marketing-events-2013/. Für Ergänzungen sind wir immer dankbar.

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