Wenn man auf Twitter unterwegs ist, begegnet man häufiger einmal der sogenannten „Follower-Power“. Das bedeutet, jemand stellt eine  Frage oder initiiert/unterstützt eine Aktion und bittet die Follower-Gemeinschaft um Mithilfe.

In der Regel scheint dies sehr gut zu funktionieren. Zumindest ist oftmals schon bald eine Erfolgsmeldung auf Twitter zu lesen. Man hat die Antwort erhalten, die Aktion ist abgeschlossen oder ähnliches. Ich finde es interessant, einmal zu überlegen, wie ein solches Phänomen funktioniert.

In der Regel ist es so, dass die Follower auf Twitter nicht ausschließlich aus dem eigenen Bekanntenkreis stammen. Anders als bei Facebook ist Twitter offener, man folgt häufiger Menschen, zu denen man persönlich keinen Bezug hat. Dennoch gibt es einen Anknüpfungspunkt, gerade diese Menschen auszuwählen. In der Regel ist das deren Kompetenz oder Unterhaltungswert. Mit anderen Worten: Auf Twitter folgt man den Menschen, die man respektiert oder die man sogar bewundert.

Das Medium Twitter macht es möglich, mich diesen Menschen ein wenig näher zu fühlen, Einblick in ihre Gefühle und Gedanken zu erhalten und sogar mit Ihnen in den Dialog zu treten. Dies führt nach einiger Zeit zu dem Empfinden, dass man die Nachrichten von „guten alten Bekannten“ liest. (Ein Phänomen, das sich beim Lesen einer Tageszeitung deutlich seltener einstellt.) s. auch einsam in virtuellen Netzen.

Wenn nun ein Aufruf „Follower-Power“ fordert, dann fühlt man sich in vielerlei Hinsicht angesprochen:

  1. Man möchte die (neuen) Bekannten nicht enttäuschen.
  2. Man fühlt sich als Teil eines „auserwählten“ Kreises, den man unterstützen möchte
  3. Die „Twitter-Kollegen“ stellen letztlich eine Solidargemeinschaft dar, mit ihnen verbindet man gleiche Ansichten und ein gemeinsames Lebensgefühl.
  4. Intuitiv versteht jeder „Social-Media-Nutzer“, dass das System aus einem Geben und Nehmen heraus funktioniert und man dies unterstützen sollte.

Durch diese Aspekte fühlt sich der „Twitterer“ motiviert, eine „Follower-Power“-Kampagne zu unterstützen. Das klappt – so mein Eindruck – fast immer. Bleibt die Frage, wann Unternehmen dieses Phänomen entdecken und für sich nutzbar machen wollen…