Facebook: die neue Macht im Web – Teil 3: Die Anwendungen

In Deutschland haben 5 mittlerweile fast 8 Millionen Webuser einen Facebook-Account, das sind 11,5% 18% der 43,5 Millionen Deutschen, die online sind. Um das Potenzial für die Zukunft zu erahnen, lohnt ein Blick nach Österreich, wo 30% der Webuser einen Facebook-Account haben (1,25 Millionen von 4,2 Millionen Usern) oder in die Schweiz, wo es sogar 38% sind (1,8 Millionen von 4,8 Millionen Usern).

Facebook hat die VZ-Netzwerke in Deutschland und MySpace weltweit abgehängt. Grund genug für result, in einer vierteiligen Serie den Social-Web-Dienst etwas näher für diejenigen zu beleuchten, die sich in Facebook noch nicht so gut auskennen.

Im ersten Teil haben wir den User näher betrachtet und die wichtigsten Funktionen der Profile beleuchtet. Im zweiten Teil haben wir uns die sog. “Seiten” und die Möglichkeiten des Marketings genauer angeschaut. Heute beschreiben wir die Eigenschaften der Facebook-Anwendungen.

Die Anwendungen sind wichtige Tools in Facebook, die sich in Profile und Seiten integrieren lassen. Die wohl bekanntesten Anwendungen sind Spiele wie Farmville oder Mafia Wars, kleine Umfragen wie „Was ist dein wirkliches Alter?“ oder Tools wie „Cities I’ve visited“ etc. Auf den Seiten nutzen Marken Anwendungen zur Interaktion mit den Fans, wie zum Beispiel Porsche mit dem Color Styler. Das Wesen der Anwendung ist die Eigenschaft, viral verbreitet werden zu können. So kann man zum Beispiel mit dem Porsche Color Styler seinen eigenen Porsche konfigurieren und das Ergebnis auf seinem Profil veröffentlichen. Die Freunde sehe dies und können so wiederum selbst ihren Porsche gestalten und weiterverbreiten. So lassen sich Marken positiv darstellen, die User können sich interaktiv mit einer Marke auseinander setzen. Die Anwendungen eignen sich auch hervorragend, um die Seiten interessanter zu machen und die User dazu zu bewegen, Fans von Seiten in Facebook zu werden. Die Anwendungen finden sich oft in den Reitern der Profile und Seiten.

Anwendungen können auch ohne Seiten als Basis erstellt werden, so lassen sich etwa Kinofilme durch interaktive Anwendungen promoten.

Anwendungen können über die Programmierschnittstelle (Facebook API) extern erstellt werden. Es gibt mittlerweile Agenturen, die sich auf die Programmierung von Anwendung spezialisiert haben. Eine Freigabe durch Facebook muss nicht erfolgen. Facebook reagiert aber schnell auf Nutzerbeschwerden, wenn Anwendungen Spam-Charakter bekommen. Man kann seine Anwendungen auch von Facebook verifizieren lassen. Sie werden dann mit einem Gütesiegel versehen.

Bei den Anwendungen hat man sehr freie Gestaltungsmöglichkeiten. Wenn man sog. Canvas-Anwendungen (Canvas = Leinwand) nutzt, hat man keinerlei Restriktionen mehr. Man hat 760 Pixel in der Breite Platz. Von Facebook bleiben nur noch der Header, der Footer und die rechte Spalte übrig. Ein Beispiel – der Film Avatar.

Für die Anwendungen gibt es in Facebook ein eigenes Verzeichnis in der linken Spalte, das nach Keywords durchsucht werden kann (die Spiele sind gesondert aufgelistet).

Bevor man die Investition in Betracht zieht, eine eigene Anwendung für den Markenauftritt zu erstellen, sollte man allerdings erst einmal eine Fanbase über seine Facebook-Seite aufbauen. Eigene Anwendungen sind also nur etwas für Marken, die in Facebook schon etwas Erfahrung angesammelt haben. Die Kosten sind auch nicht gering, billiger als eine normale Webprogrammierung ist das auf jeden Fall nicht. Zudem ist für den Erfolg einer Anwendung auch eine angehängte Werbekampagne sinnvoll. Das Budget hierfür geht auch in die tausende Euro.

By | 2010-03-12T15:33:42+00:00 12. März 2010|Categories: Social Web|Tags: , , |

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