Facebook: die neue Macht im Web – Teil 1: Der User

In Deutschland haben 5 Millionen Webuser einen Facebook-Account, das sind 11,5% der 43,5 Millionen Deutschen, die online sind. Um das Potenzial für die Zukunft zu erahnen, lohnt ein Blick nach Österreich, wo 30% der Webuser einen Facebook-Account haben (1,25 Millionen von 4,2 Millionen Usern) oder in die Schweiz, wo es sogar 38% sind (1,8 Millionen von 4,8 Millionen Usern).

Facebook hat die VZ-Netzwerke in Deutschland und MySpace weltweit abgehängt. Grund genug für result, in einer vierteiligen Serie den Social-Web-Dienst etwas näher für diejenigen zu beleuchten, die sich in Facebook noch nicht so gut auskennen.

Im ersten Teil wollen wir den User näher betrachten und die wichtigsten Funktionen der Profile beleuchten. In den Folgen zwei bis vier wollen wir die Sicht des Marketings einnehmen und Fanpages, Apps sowie Facebook Connect thematisieren.

Teil 1: Der User

Das Profil
Der Einstieg beginnt mit dem Erstellen eines Profils. Man kann allerlei Infos angeben und ein Profilfoto hochladen. Danach geht ans Freunde-Sammeln, wobei der Freunde-Finder hilft, indem er z.B. das eigene Adressbuch durchsucht, um Freunde, Bekannte und Verwandte zu finden, die bereits bei Facebook sind.

Neben dem Info-Reiter ganz oben befindet sich die Pinnwand. Hier kann man selbst Statusmeldungen veröffentlichen, Videos, Links, Fotos und viele andere Dinge posten. Diese landen dann zusätzlich bei den Neuigkeiten der Freunde. Man nutzt dazu den sog. Publisher, das Feld, in dem steht „Was machst du gerade“. Interessant wird es, wenn man Websites mit Medieninhalten verlinkt, die in der Lage sind, ihre Player in Facebook einzubinden. So kann man etwa You-Tube-Videos direkt in Facebook abspielen, ohne Facebook zu verlassen.

Die Reiter kann man löschen, wenn man sie nicht braucht, oder man kann auch neue hinzufügen. Im Urzustand gibt es noch die Reiter „Fotos“ und „Videos“, hier kann man eigene Dateien hochladen. Der Reiter „Felder“ aggregiert die anderen Reiter in einer Übersicht.

Auf dem Profil werden auch alle Aktivitäten auf anderen Profilen dokumentiert und so wiederum in den Neuigkeiten der Freunde veröffentlicht.

Die Startseite
Die Startseite besteht aus drei Spalten. Links befindet sich eine Navigation, die man nach den eigenen Wünschen verändern kann. Darunter befindet sich eine Liste mit allen Freunden, die online sind und mit denen man häufiger in irgendeiner Art und Weise kommuniziert. Über das Chat-Fenster unten rechts kann man alle Freunde aufrufen, die online sind, und mit ihnen chatten. Außerdem gibt es eine E-Mail-Anwendung in der Navigation links (Nachrichten) sowie Spiele, weitere Anwendungen, Veranstaltungen, die sog. Seiten (auf die wir im zweiten Teil dieser Reihe eingehen werden), Gruppen etc.

Die rechte Seite wird automatisch erstellt und enthält Vorschläge für Freunde, Seiten, Gruppen und Anwendungen – außerdem Werbung, die Geburtstage der Freunde, die Veranstaltungen, an denen man (vielleicht) teilnehmen möchte etc.

In der Mitte befindet sich das Herzstück von Facebook, die Neuigkeiten (Newsfeed):

Die Neuigkeiten
Die Neuigkeiten sind unterteilt in Hauptmeldungen und neueste Meldungen. Der Unterschied liegt darin, dass die neuesten Meldungen ungefiltert alle Meldungen, die von Freunden, Seiten und Gruppen gepostet werden, aufgelistet werden, während die Hauptmeldungen nach einem Algorithmus die Meldungen herausfiltern, von denen Facebook meint, sie sind interessant für den User. Dabei wendet Facebook folgende Kriterien an: Wie viele Nutzer (v.a. Freunde) sind bei den anderen Freunden, Gruppen und Seiten aktiv (durch Kommentare etc.), wie oft besucht man selbst Profile und Seiten und wie oft wird man dort aktiv.

Das Publisher-Feld bewirkt das gleiche wie das Publisher-Feld auf dem Profil. Am Anfang wird man wegen der schieren Flut der Neuigkeiten etwas überfordert sein. Aber man kann Freunde, Gruppen, Seiten, Spiele, Anwendungen usw. verbergen – und zwar für immer. Also wenn einem zum Beispiel ein alter Schulfreund damals wie heute auf die Nerven geht, sucht man sich einfach einen seiner Postings, zieht die Mouse nach rechts und es erscheint das Feld „Verbergen“. So kann man auch Games-Anfragen von Freunden ein für allemal abschalten. Die Freunde erfahren übrigens davon nichts, genauso wie eine ignorierte Freundesanfrage keine Meldung an den Anfragenden auslöst.

Das Konto
Im Konto lassen sich alle möglichen Kontoeinstellungen bearbeiten. Ich gehe hier nur auf die wichtigen Privatsphäre-Einstellungen ein.

Unter „Profiinformationen“ kann man bestimmen, was von den Angaben, die man über sich selbst im Profil gemacht hat, an wen veröffentlicht wird, wer die eigenen Beiträge lesen und kommentieren darf, wer Bilder sehen darf und wer nicht usw.
Allerdings sind die Filtermöglichkeiten beschränkt. Man kann zwischen „Alle“, „nur Freunde“ und „Freunde von Freunden“ unterscheiden. Das Problem liegt in der Kategorie „Nur Freunde“. Hier ist es leider nicht möglich, Gruppen zu definieren. Es wäre aber sehr sinnvoll, zwischen Beruf, Familie und auch einzelnen Gruppen von Freunden und Bekannten unterscheiden zu können – und bei jedem Beitrag auswählen zu können, welche Gruppe diesen lesen und kommentieren darf.

Hier liegt der wichtigste Grund, warum das altertümlich und schwerfällig wirkende XING im Berufsleben dennoch eine größere Rolle spielt als Facebook, denn wer will sein Privatleben in dieser Tiefe schon Kollegen, Kunden etc. preisgeben. Mal abgesehen davon, was passiert, wenn Facebook mit voller Wucht die Elterngenerationen erreicht.

Maria Furtwängler hat letztens bei Beckmann gesagt, sie nutze Facebook v.a., um zu sehen, was ihre Kinder in ihrer Freizeit machen, um dann erschreckt nachzureichen, sie würden ihr eh alles erzählen, was der neben ihr sitzende Ehemann und Web-Visionär Hubert Burda mit einem skeptischen Blick kommentierte.

Man kann zwar einzelne Personen explizit ausschließen (unter „benutzerdefiniert“), aber sehr praktikabel und flexibel ist das nicht (aber den Kindern von Frau Furtwängler dringend zu empfehlen).

Im Bezug aufs Business denke ich, wenn Facebook hier noch nachbessert, wird XING das gleiche Schicksal ereilen wie schon die VZ-Netzwerke und MySpace, nämlich langsam bedeutungslos zu werden.

Ergänzung: Mittlerweile kann man Freundesgruppen zusammenstellen, zum Beispiel „Privat“ und „Beruflich“ und in den Privatsphäre-Einstellungen etwa die Gruppe „Beruflich“ gezielt ausgrenzen. Das geht so:

1. Gehen Sie auf Ihre Startseite und dann links auf „Freunde“.

2. Klicken Sie oben auf „Liste erstellen“, Liste benennen und Freunde hinzufügen. Mindestens drei Freunde müssen in der Liste stehen, um die weiteren Schritte ausführen zu können.

3. Gehen Sie auf „Konto“ –> „Privatsphäre-Einstellungen“ –> „Profilinformationen“

4. Hier können Sie nun einstellen, wer welche Inhalte über Sie sehen darf. Beispiel: Gehen Sie auf „Fotos und Videos von mir“, wählen Sie rechts „benutzerdefiniert“ aus. Es erscheint ein Fenster, in dem Sie oben den Freundeskreis eingrenzen und unten Freundeslisten explizit ausschließen können. Einfach den Namen der Freundesliste eingeben, fertig. So können Sie Fotos von Freunden, auf denen Sie markiert wurden, vor Ihren beruflichen Kontakten verbergen. Das gleiche können Sie auch für Ihre „Kontaktinformationen“ tun.

5. Auch für Postings, Links, Videos etc., die Sie über das „Was machst du gerade“-Feld veröffentlichen, können Sie Freundeslisten pro Posting ausschließen, indem Sie links neben dem „Teilen“-Button auf das Schloss klicken und eine benutzerdefinierte Einstellung vornehmen. Dort können Sie auch Sie auch eine Standardeinstellung vornehmen und so berufliche Freunde prinzipiell von Ihren Postings ausschließen.

Quellen:

http://www.checkfacebook.com
http://www.computerwelt.at

Von | 2010-02-14T12:56:06+00:00 14. Februar 2010|Kategorien: Internet, Social Web|Tags: , , , , , |

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6 Kommentare

  1. Dirk Middeldorf 22. März 2010 um 11:53 Uhr

    Ich habe den Beitrag aktualisiert. Es gibt nun die Möglichkeit, in Facebook Berufliches und Privates zu trennen. Siehe neuer Absatz unter „Das Konto“.

  2. […] Im ersten Teil haben wir den User näher betrachtet und die wichtigsten Funktionen der Profile beleuchten. Im zweiten Teil haben wir uns die sog. “Seiten” und die Möglichkeiten des Marketings genauer angeschaut. Im dritten Teil ging es um die Eigenschaft der Facebook-Anwendungen. […]

  3. […] Im ersten Teil haben wir das Profil und die Privatsphäre-Einstellungen näher betrachtet und die wichtigsten Funktionen der Profile beleuchtet. Heute schauen wir uns die sog. “Seiten” und die Möglichkeiten des Marketings genauer an. […]

  4. […] Quelle: Auszug aus result blog […]

  5. Ayanna Imig 5. Mai 2011 um 17:38 Uhr

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