Wer ständig im Netz unterwegs ist, vergisst es fast: Die derzeitige rasante Entwicklung im Internet und beim Themenfeld Social Media ist für viele Menschen eine Entwicklung, die bei ihnen Ängste und Sorgen schürt.

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Ein Beispiel: Vor ein paar Wochen traf ich eine Marketingleiterin, die gerade auf der Suche nach einer neuen beruflichen Herausforderung war. Sie war sehr verzweifelt, weil sie – wie sie sagte – bislang weder einen Zugang noch ein Interesse für die Themen rund um die sozialen Medien aufbringen konnte. Sie kann sich mit der Öffentlichkeit dieser Netze nicht  anfreunden und hat persönlich keine Idee, in welcher Form sie sich dort einbringen soll. Dies mindert ihre Chancen auf eine neue Anstellung: „Derzeit stellt man im Bereich Marketing nur noch Leute mit Social-Media-Know-how ein. Das kann ich nicht vorweisen“, sagt sie.

Oder ein anderes Beispiel: Eine Familie in meinem Bekanntenkreis hatte aus Überzeugung zu Hause lange Zeit weder Fernsehen noch PC. Jetzt ist der Junge der Familie 13 Jahre alt geworden, hat sich einen PC angeschafft und ist in den sozialen Netzen unterwegs. Da er bislang aber keinerlei Erfahrung mit dem Internet sammeln konnte, ist er gnadenlos überfordert – und gefährdet. Seine Eltern fühlen sich ohnmächtig und überhaupt nicht in der Lage, ihm zu helfen.

Beide Beispiele sollen zeigen: Die digitale Revolution ist in vollem Gange und bringt mehr und mehr bestehende Berufsbilder und Familienkonstellationen ins Wanken. Die Menschen, die das betrifft, sind oftmals in großer Sorge um die eigene Zukunft und reagieren sehr beunruhigt. Sie stellen fest, dass die Fundamente ihres Jobs oder ihrer Bildungskonzepte bröckeln – mit rasanter Geschwindigkeit.

Die Hilflosigkeit, mit der diese Gruppen „draußen vor der Tür“ die Euphorie der „Netz-Insider“ beobachten, ist alarmierend. Sie sollte uns „Social-Media-Propheten“ zu denken geben. Es müssen dringend Konzepte her, um die Kluft zwischen Online und Offline, Digital Immigrant und Digital Exilant zu schließen. Hier sind alle gefordert: Unternehmen, Politik, Journalisten, Pädagogen und Netz-Pioniere. Es ist für eine Gesellschaft immer ungesund, wenn es Menschen gibt, die „draußen“ bleiben – egal aus welchem Grund.