Digitale Markenbotschafter: das Aushängeschild für Unternehmen

Welche Aussagen über ein Unternehmen sind glaubwürdiger? Offizielle Pressemitteilungen, Medienberichte oder Informationen von Verwandten oder Freunden, die dort angestellt sind? Tatsächlich glauben mehr Menschen den Aussagen von Arbeitnehmern, die sie persönlich kennen. 

So schätzen fast 70 Prozent der Teilnehmer einer Studie der Fachhochschule Nordhausen die Informationen von Privatpersonen als authentischer ein als Unternehmensaussagen. Die Studie wurde 2008 von Mariana Dehlsen und Carsten Franke herausgegeben, die sich auf das Thema »Employee Branding«, also die Rolle von Mitarbeitern als Unternehmensbotschafter spezialisiert haben.

Dehlsen und Franke befragten seinerzeit für ihre Studie ausschließlich Verantwortliche aus Großunternehmen. Aber auch für KMU, die im klassischen Marketing-Bereich nicht mit Konzernen konkurrieren können, seien Mitarbeiter als Markenbotschafter eine Chance, meint Professor Michael Ruf von der Hochschule Heilbronn.

Im Zuge der wachsenden Bedeutung sozialer Netzwerke ist es nicht einmal mehr notwendig, die Arbeitnehmer persönlich zu kennen. Auf Plattformen wie Kununu, Xing und LinkedIn können bestehende oder ehemalige Arbeitnehmer öffentlich und inoffiziell ihren Arbeitgeber bewerten oder Kontakte mit potenziellen neuen Arbeitnehmern knüpfen.

Auch private Facebook- und Twitter-Profile stellen viel häufiger ein positives Aushängeschild für ein Unternehmen als ein Risiko dar. Denn persönliche Biographien und Meinungen wirken für Jobsuchende, aber auch für Kunden glaubwürdiger.

»Niemand kann ein Unternehmen so authentisch und überzeugend darstellen, wie die eigenen Mitarbeiter«, findet auch Stefan Keuchel, ehemaliger Pressesprecher von Google Deutschland und heutiger PR- und Social-Media-Manager von mytaxi. Die glaubwürdige Empfehlung eines Markenbotschafters sei nicht nur günstiger (weil kostenlos), sondern auch nachhaltiger. »Wenn man so will, sind Markenbotschafter die besten Vertriebsleute«, so Keuchel.

Mit einem starken Auftritt im digitalen Raum, kann also jeder zu einer Personenmarke avancieren und die eigene Reputation in zweifacher Weise nutzen: als Personal Brand oder aber als Markenbotschafter für ein Unternehmen. Insbesondere in den sozialen Netzwerken sind die Übergänge oft fließend.

Vor dem digitalen Zeitalter waren die Gesichter von Mitarbeitern weitaus weniger bekannt als heute. Ein Blick auf die Firmenwebseite oder Jobportale wie Xing und LinkedIn genügt in der Regel, um in Erfahrung zu bringen, wer gerade wo beruflich tätig ist. Wer im 21. Jahrhundert als Marke abstrakt bleibt, verliert. Auch KMU sollten die Chance nutzen, gezielt über Mitarbeiter online und offline Netzwerke zu knüpfen. Denn die Bereiche eines Unternehmens, in die die digitalen Markenbotschafter hineinspielen können, sind vielfältig.

Lesetipp

Wer etwas konkreter wissen möchte, wo und vor allem wie in einem Unternehmen Mitarbeiter als Sprachrohr des Unternehmens wirken können, dem sei an dieser Stelle der aktuelle Blogartikel von Sabine Haas für die Initiative »Digital Cologne« empfohlen.

Von | 2015-07-14T14:16:39+00:00 21. April 2015|Kategorien: Beratung, Digitaler Wandel, Kommunikation, Marke|Tags: |

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