Die Zukunft von google+

Seit geraumer Zeit ist Google mit der Umstrukturierung seines Social Networks beschäftigt. Dies führte in den vergangenen Wochen und Monaten zu ausreichend Spekulationen über ein mögliches Ende des einstigen Prestigeprojekts. Ich werde versuchen, im Folgenden einen Überblick über die jüngsten Entwicklungen zu geben.

googleplusklein

Vor etwas mehr als vier Jahren startete Google durch mit seiner eigenen Plattform. Das als Facebook-Konkurrenz erdachte soziale Netzwerk legte einen guten Start hin. Der Google-Konzern war zusehends auf die Weiterentwicklung und Verknüpfung des social networks mit anderen Google-Diensten konzentriert. Irgendwann aber häuften sich die Meldungen über stagnierende Nutzerzahlen. Und nach dem Weggang von Vic Gundatora – der treibenden Kraft hinter der Entwicklung von Google+ – wurde es noch stiller um das Netzwerk. Seit März 2015 ist schließlich Bradley Horowitz für die Entwicklung des Bereichs »Photos and Streams« und damit auch für Google+ zuständig. Und seither hat sich einiges bewegt.

Abspaltung und Verringerung von Funktionen in Google+

Kurz nachdem Horowitz den Bereich übernommen hatte, wurden die Funktionen »Google Photos« und »Google Hangouts« abgespalten und zu eigenständigen Diensten mit eigener Website. Im Mai 2015 folgte die Abschaffung zwei weiterer Funktionen aus Google+: die Möglichkeit zum Teilen von Kreisen sowie das Analyse-Tool Ripples. Zudem verschwanden die Links zum Google+-Profil von der Google-Startseite und aus anderen Anwendungen. All diese Entwicklungen schürten reihenweise Gerüchte über ein baldiges Ende von Google+, das im Vergleich zu Twitter und Facebook weitaus weniger aktive Nutzer aufweist und somit hinter seinen ursprünglichen Erwartungen bleibt. Im Juli dann brodelte die Gerüchteküche vollends hoch, nachdem Google die Entkopplung von Google+ und YouTube bekanntgab.

Kein Ende in Sicht

Von offizieller Seite deutet nichts auf ein Einstellen der Plattform hin. Google-Gründer Larry Page betonte jüngst einmal mehr, wie wichtig Google+ ihm noch immer sei. Horowitz nahm im Google Blog ebenfalls Stellung zu den neusten Entwicklungen im Zusammenhang mit Google+ und stellte fest, dass es sich lediglich um Maßnahmen zur Optimierung des Netzwerks im Sinne seiner User handele. Ein weiterer Hinweis, dass es weitergehen wird: Neben der Abspaltung und Löschung von Funktionen bei Google+ wurde im Mai auch ein neues Feature für das Netzwerk entwickelt. Mit »Google+ Collections« sollen Nutzer mit gleichen Interessen Informationen und Beiträge zukünftig noch besser strukturieren und miteinander verknüpfen können.

Und wie geht es weiter mit Google+?

Eine konkrete Prognose über Google+ zu treffen, fällt schwer. Insgesamt ist eine Bewegungen in Sachen Neuausrichtung und Fokussierung zu erkennen. Unternehmen sollten nach meiner Einschätzung daher auch weiterhin auf diesem Kanal vertreten sein.

Von | 2015-10-10T02:53:16+00:00 1. September 2015|Kategorien: Allgemein, Beratung, Social Media, Social Networks|

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Ein Kommentar

  1. Christian Geng 1. September 2015 um 12:56 Uhr

    Danke für den Artikel, Mike Schreiber. Google Plus war niemals als Konkurrenzprodukt zu Facebook gedacht. Bei Google Plus geht und ging es um die Ermittlung der Autorität einer natürlichen Person im Sinne der Suchmaschine.

    “ich empfehle…” hat demnach für Suchmaschinen einen differenzierten Stellenwert, je nachdem wer es sagt.

    Die Suchmaschine Google versteht nahezu 100% aller Internetseiten. Die Suchleistung und digitale Verständnis hat sich in den letzten 4 Jahren vertausendfacht.
    Google Plus verursacht dem Konzern hohe Kosten. Der Nutzen, Menschen in Autoritätsklassen einzuteilen, gelang damit nicht.

    Unternehmen sollten aber auf jeden Fall aktiv sein:

    1.) Es ist kostenlos
    2.) Dokumente können im Team schnell geteilt werden
    3.) Jede Publikation erzeugt einen Backlink im Linkprofil
    4.) Google ist nahezu spamfrei

    Zusätzlich empfiehlt sich noch die Nutzung von Google Inbox und Google Now und natürlich Google Drive.

    Viele Grüße

    Berlin, 1. September 2015, Christian Geng

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