Die Stärken unserer Klassiker (1): Gruppendiskussionen

Wenn es darum geht, etwas über Akzeptanz-Barrieren, Insights oder Optimierungs-Potenziale zu erfahren, dann ist die Methode der Gruppendiskussionen oder Fokusgruppen nach wie vor unangefochten ganz vorne dabei in Sachen Methoden-Wahl. Denn diese Methode ist tatsächlich ein „Allrounder“. Sie lässt sich auf die unterschiedlichsten Fragestellungen und Zielgruppen anwenden und ist – richtig durchgeführt – fast immer ein Garant für aufschlussreiche Erkenntnisse.

Denn die „unterschiedlichen Milieu-spezifischen Wirklichkeiten, an denen das Individuum teil hat und die es immer erst retrospektiv und aspekthaft verinnerlicht, sind aber auf dem Wege des Gruppendiskussionsverfahrens einer direkten empirischen Analyse zugänglich“ (Bohnsack 1997, S. 498).

Aber was genau sind die Erfolgsfaktoren einer Gruppendiskussion? Die vier sicherlich Wichtigsten lauten:

  1. Rekrutierung der richtigen Zielgruppen und eine ausgewogene Gruppenzusammenstellung
  2. Herstellen einer möglichst nah am Produkt oder Inhalt befindlichen Befragungssituation
  3. Einsatz von projektiven und kreativen Methoden
  4. Auswertungserfahrung

Gerade der zuletzt genannte Punkt ist ziemlich entscheidend. Wenn ein Institut die Methode der Gruppendiskussionen ernsthaft betreibt, dann wird der Prozess der Auswertung immer ein Team-Prozess bleiben, der die Ergebnisse in verschiedenen Auswertungsphasen generiert und auf den Punkt bringt.

Das Plus der Methode liegt in der moderativen Steuerung einer gruppendynamischen Gesprächssituaton. Damit wird aus den Einzelstimmen mehr als „Gerede“, es zeigen sich Entwicklungs- und Argumentationsmuster. Allerdings nur dann, wenn man über eine deskriptive, chronistenhafte Schilderung des Gesagten hinauskommt. Und auch nur dann wird der Mehrwert einer Gruppendiskussion im Vergleich zu anderen Methoden sichtbar.

Von | 2015-07-16T12:17:09+00:00 22. Oktober 2013|Kategorien: Allgemein, Forschung, Marktforschung, Methode|Tags: |

Über den Autor:

Sabine Haas
Sie gründete 1994 das result Markt- und Medienforschungsinstitut, 2007 folgte eine Webagentur, im Jahr 2011 der Geschäftsbereich Beratung. Als Kennerin der alten wie auch Neuen Medien gehört sie zu den gern gesehenen Speakerinnen bei Fachveranstaltungen & Kongressen rund um das Thema "Digitaler Wandel/Medienwandel".

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