Die Grundregeln der telefonischen Befragung

 

Nach Angaben der Initiative Markt- und Sozialforschung gibt es derzeit in Deutschland 39 Millionen Telefonanschlüsse. Die Befragung via Telefon ist hinter dem Onlinefragebogen die zweithäufigste Befragungsart, aber in der Bevölkerung nicht besonders beliebt. Die Initiative Markt- und Sozialforschung möchte diesem negativen Image entgegenwirken und das Vertrauen in die Branche steigern.

Haben Sie sich schon des Öfteren gefragt, woher Marktforschungsinstitute Ihre Telefonnummer haben, und warum Sie ausgerechnet nach Feierabend angerufen werden? Oftmals werden die Anrufe der Marktforschungsinstitute mit telefonischen Verkaufsanrufen verwechselt. Dabei müssen sich die Forscher an strikte Regularien bei der Befragung per Telefon halten: Dem Institut wird von der Bundesnetzagentur ein Nummernraum zur Verfügung gestellt. Mit dem ADM-Stichprobensystem für Telefonbefragungen werden mittels eines mathematischen Zufallsverfahrens die letzten Ziffern einer Telefonnummer aus dem Nummernraum ermittelt. Das bedeutet, der Telefoninterviewer weiß nicht, wen er anruft, und ein Rückschluss auf eine einzelne Person ist nicht möglich. Bei der Erhebung werden somit Datenschutz und Anonymität gewährleistet.

Wird eine Nummer angerufen, so verlangt der Anrufer oft nach der Person im Haushalt, die als letzte Geburtstag hatte. Das hat einen simplen Grund: Es soll eine zufällige Auswahl der Befragungsteilnehmer gewährleistet werden. Würde diese Last-Birthday-Methode nicht angewendet, so wären nur die Personen Teil der Stichprobe, die generell häufiger ans Telefon gehen.

Telefoninterviews bei Privathaushalten sind  nur zwischen 9 und 21 Uhr zulässig. Um auch die Arbeitnehmer in die Stichprobe mit einzubeziehen, erfolgt der Anruf meist nach Feierabend. Dabei muss der Anrufer auf die freiwillige Teilnahme an der Befragung hinweisen. Möchte eine Person nicht an der Befragung teilnehmen, darf diese im Rahmen der Befragung nicht noch einmal kontaktiert werden. Handelt es sich um eine Einmal-Befragung, müssen die Befragungsdaten nach Ablauf der Befragungsauswertung gelöscht werden.

Die offizielle Pressemitteilung „Verbraucherwissen für telefonische Befragungen“ der Initiative Markt- und Sozialforschung können Sie hier einsehen.

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