KiKA hat letztes Jahr einen KiKA-Player für iOS und Android herausgebracht, der den Zugriff auf die Kinderangebote der öffentlich-rechtlichen Medienanstalten erleichtern soll. Ich habe ihn mir angeschaut.

Der erste Blick in die App ist wie erwartet recht KiKA-bunt. Zuerst soll man sich eine Figur – anhand der man sein persönliches Profil später wiedererkennen kann – und noch eine Hintergrundfarbe aussuchen. Schön ist, dass hier weder mit Namen noch klischeehaften Bildern und Farben für Mädchen oder Jungen gearbeitet wird, sondern einfach mit lustigen Zeichnungen und einer neutralen Farbpalette. Das Einrichten geht wunderbar schnell und unkompliziert.

Nach dem Einrichten des Profils gelangt man dann in eine Videoübersicht. Diese wirkt wie die reduzierte Version von Playern, wie sie von großen Streamingdiensten bekannt sind. Gleiches gilt für die Ansicht beim Abspielen. Das Profil speichert, was man gerne schaut und wo man aufgehört hat. Das einzige Manko der simpel gehaltenen Oberfläche: Die Überschriften der Videos werden recht früh abgeschnitten, was bei manchen Episodenbenennungen dazu führt, dass man sie nicht auseinanderhalten kann. Das stört beispielsweise bei der Sendung mit der Maus, bei der man nicht zwischen der normalen und den Fassungen für Hör- und Seheingeschränkte unterscheiden kann. Hier wäre aus meiner Sicht ohnehin ein intuitiv gut erkennbares Symbol effektiver.

Die Nutzerprofile können durch einen PIN-geschützten Erwachsenenzugang bearbeitet werden. So kann ein Zeitlimit für die Nutzung, das Alter, an das das Profil angepasst und die Beschränkung auf Inhalte für Kinder im Vorschulalter eingerichtet werden. Es ist außerdem der Ort, um neue Profile anzulegen und die Datenschutzerklärung sowie FAQs einzusehen.

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Apropos Datenschutz: Den scheint die KiKA-App vorbildlich ernst zu nehmen, darauf deutet zumindest der betreffende Reiter in der Erwachsenenansicht hin. Hier wird kompakt und verständlich erklärt, was mit den wenigen gesammelten Daten passiert. Danach werden etwa Nutzungsprofile nicht übermittelt, sondern lokal gespeichert. Das beinhaltet sowohl die ohnehin sehr sparsamen persönlichen Angaben und wie auch Informationen über die angeschauten Sendungen. Übermittelt wird die IP-Adresse und das, was gestreamt wird. Beides soll der Nutzungsoptimierung dienen. Insgesamt entsteht so also ein ganz vernünftiger Eindruck.

Das Angebot ist KiKA-gemäß jugendfrei. Es gibt einige Sendungen mehr als auf der Homepage, dafür weniger zusätzliche Inhalte. Aufgrund der Regelungen im Rundfunkstaatsvertrag und Verträgen mit den Produktionsfirmen sind einige Sendungen zeitlich begrenzt oder gar nicht abrufbar – wie wir es leider von allen Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten gewohnt sind.

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Alles in allem bietet der KiKA-Player eine gute Alternative zu Klickmarathons auf YouTube und Konsorten, die von Eltern schwer zu überblicken sind. Der Player ist zudem werbefrei und hängt keiner Datenkrake an. Er kann keine Medienerziehung ersetzen, die vermittelt, was online Risiken birgt und wie Qualität erkannt werden kann. Sein Potenzial, als sicherer Ort zu dienen, in denen sich Kinder spielerisch Medienkompetenz selbst aneignen können, ist aus meinem Dafürhalten aber gegeben.


Weiterführende Informationen zum Player für Eltern: