Cinemagraphs, Plotagraph, Parallax: Animationshäppchen im Contentmarketing

Loading...

Seit einiger Zeit begegnet uns eine neue Animationstechnik in den Medien: Cinemagraphs. Gezeigt werden Standbilder mit ein bis zwei bewegten Elementen als Teil eines Bildes. Diese partiell animierten Bilder können als Gif oder Videosequenz vorliegen und lösen beim Betrachter in aller Regel reflexartig den Wunsch aus, bei diesem ungewohnten »Bild« zu verweilen.

Der Ausdruck Cinemagraph wurde von den Fotografen Kevin Burg und Jamie Beck geprägt, die seit Anfang 2011 mit dieser Technik vor allem ihre Modefotografien animieren. Die Technik selbst wurde bereits 2008 für das Bewerben des Computerspiels Mirror Edge eingesetzt. Softwarehersteller haben den Trend inzwischen mit neuen Programmen aufgegriffen. So gibt es fürs Smartphone bereits einige Apps zur Erstellung von Cinemagraph-Sequenzen. Flixel, Echograph, Kinotop, fotodanz oder auch Pictorio, um nur einige zu nennen, gehören dazu.

Mit solchen Apps ist oft allerdings nur eine recht »grobe« Erstellung von Cinemagraph-Content möglich. Eine bessere, detaillierte Bearbeitung erreicht man etwa mit Photoshop.

For privacy reasons YouTube needs your permission to be loaded. For more details, please see our Datenschutzerklärung.
I Accept

Wie erstelle ich ein Cinemagraph?

Alles, was man braucht ist:

  1. eine Videokamera oder ein Smartphone, um einen Film aufzunehmen.
  2. ein Stativ, damit das Bild ohne Wackler aufgenommen wird.
  3. ein bewegtes Objekt für die Aufnahme. Das Objekt sollte eine kontinuierliche Bewegung aufzeigen, mit einem Start und Endpunkt zur Erstellung einer sich wiederholenden Bewegungssequenz. Das heißt, die Bewegung endet an derselben Stelle, wo sie begann.

In Photoshop wird dann das Video geladen und in der Videosequenz der bewegte Teil des Filmes, der die spätere Animationssequenz darstellt, ausgesucht.
Jetzt wird eine zweite Ebene erstellt und der Film in die zweite Ebene kopiert. Die Sequenz der zweiten Ebene wir zeitversetzt verschoben, sodass der Film sich beim Abspielen wiederholt. Anschließend wird ein dritte Ebene vor die beiden bereits bestehenden Ebenen gelegt, die aus dem ersten Bild der Videosequenz besteht. In dieser Ebene wird der Teil des Bildes, welcher die Animation enthält, »maskiert« und anschließend auf transparent gestellt.

Spielt man die Videosequenz jetzt ab, bewegt sich in Wiederholung nur der maskierte Teil. Der Rest des Bildes erscheint als feststehende Fotografie. So entsteht der Eindruck eines starren Bildes, in dem es für das menschliche Auge auf faszinierende Weise eine bewegte Stelle gibt, eine Cinemagraphie.

Plotagraph Effect

Eine ähnliche Technik zur Erzeugung partieller Animationen in einem Bild ist der Plotagraph Effect. Dabei werden Teile eines Bildes in eine Animation gewandelt. Die gewünschten Ausschnitte werden maskiert und dann zum Beispiel durch Verschieben, Verkleinern oder Drehen animiert. Der Vorteil: Man benötigt keinen Videofilm und kann aus bestehenden Fotos partielle Animationen erzeugen.

For privacy reasons YouTube needs your permission to be loaded. For more details, please see our Datenschutzerklärung.
I Accept

Parallax Photo

Ein weiterer, ähnelnder Effekt entsteht mit dem Parallax Photo. Hierbei werden mehrere Bilder über Animationspfade in überlappende Bewegung gebracht. Obwohl es sich um feste Bilder handelt, entsteht der Eindruck einer Animation.

For privacy reasons YouTube needs your permission to be loaded. For more details, please see our Datenschutzerklärung.
I Accept

Nette Formate für effektvolle Momente

In Deutschland ist der Trend der beschriebenen Formate noch immer recht neu und im Großen und Ganzen am ehesten noch in der Onlinewerbung großer Unternehmen zu finden – etwa in der Fashion- und Foodbranche oder auch bei großen Versicherern. Alle genannten Animationstechniken liefern geringe Dateigrößen, die schnell geladen und angezeigt werden können. Sie machen Websites und Social Media-Posts lebendig, stellen punktuelle Aspekte eindeutiger heraus, zeigen die Konzentration auf einen wesentlichen Punkt und durch die »ungewohnte« Optik macht es zudem einfach Spaß, sie eingehender zu betrachten und mit dem Blick ein wenig länger zu verweilen.

Über den Autor:

Winfried Brandt
Der Dipl.-Kommunikationsdesigner (FH) und Dipl.-Grafikdesigner (ILS) ist neben seiner hauptberuflichen Tätigkeit als Werbe- und Marketingleiter bei der Unternehmensberatung MHG Neuwied auch freiberuflich tätig und unterstützt dabei u. a. auch die Digitalredaktion der result gmbh. Neben der klassischen grafischen Gestaltung ist die Kreation computergestützter Animationen sowie das Erstellen von Marketingkonzepten Bestandteil seiner täglichen Arbeit.

Hinterlassen Sie einen Kommentar