»Mono no Aware« lautet das Prinzip, nach welchem in der kurzen Spanne der Kirschblütenzeit Millionen Japaner ihre Freizeit gezielt dazu nutzen, dem außergewöhnlichen Naturschauspiel beizuwohnen. Zelebriert wird bei Hanami (Blütenschau) das Vergängliche. Jeder Moment gilt als einzigartig und kostbar.

Vergängliche Geschichten auf Instagram

Auch im Netz hat das Vergängliche in Form von Ephemeral content in Snap- und Story-Formaten Einzug gehalten und steht damit im kompletten Gegensatz zu dem, was das Internet in seinen Anfängen so besonders machte, nämlich die langlebige Verfügbarkeit. Aber genau das ist es, was die kurzlebigen (bestenfalls kurzweiligen) Stories so interessant macht. Sie arbeiten mit der Bedürftigkeit einer zunehmend digitalen Gesellschaft, die nichts verpassen möchte. Deren Fear Of Missing Out (FOMO) in Verbindung mit einem gelungenen Storytelling verleihen den in 15-sekündige Häppchen verpackten Visuals ihren Charme. Wer sie verpasst, hat keine Gelegenheit mehr, das Versäumte nachzuholen, insofern sie nicht in den Story-Highlights kuratiert sind.

Dass Storys zunehmend beliebter werden, steht außer Frage. Innerhalb weniger Jahre hat sich ihre Anzahl auf Instagram verfünffacht. Diese Form von vergänglichen visuellen Geschichten hat auch die Art und Weise verändert, wie wir Inhalte auf Social Media teilen und konsumieren. Storys wirken meist spontan, lustig, unpolierter in ihrem Erscheinungsbild und unterscheiden sich damit häufig von der Hochganz-Welt im Feed. Besonders eindrücklich demonstriert das übrigens der Schauspieler Lars Eidinger.

Sticker hauchen Stories Leben ein

Neben dem Einsatz von Hashtags leben viele Stories von der Zugabe weiterer Sticker. Neben Mentioning-, Datums-, Umfrage- oder auch Location-Stickern gibt es auch freigestellte visuelle Elemente, die die Aussagekraft des Story-Bildes oder einer kurzen Videosequenz verstärken, zur erweiterten Interpretation des Gezeigten führen und auf Instagram über die Plattform GIPHY integriert sind. Es gibt aber auch die Möglichkeit, eigene Sticker aufs Smartphone zu laden und aus der Camera Roll heraus in eine Story zu packen.

Anlässe für eigene Sticker-Kreationen

Vor Kurzem verdeutlichte Svenja Walter in einem LinkedIn-Artikel sehr schön, wie amerikanische Unternehmen das Erstellen und Uploaden von eigenen GIF-Kreationen bereits nutzen, um im Rahmen von Großveranstaltungen mehr Social Awareness für die eigene Brand zu erhalten. Manche gehen noch einen Schritt weiter und erstellen eigene Sticker.

Was viele nicht wissen: Auch hierzulande gibt es durchaus Unternehmen und Institutionen, die eigene Visuals für Stories über GIPHY anbieten. So etwa die Initiative Heimatshoppen der IHK Mittlerer Niederrhein. Gibt man auf Instagram in der GIF-Suche den Begriff »heimatshoppen« ein, erhält man eine ganze Sticker-Kollektion. Da inzwischen viele der teilnehmenden Händler die Sticker nutzen und damit die regelmäßig stattfindenden bundesweiten Aktionstage bewerben, erhält die Initiative inzwischen eine größere Aufmerksamkeit. Das Gefühl von Gemeinschaft und Zusammenhalt wird unterstrichen.

Weitere Beispiele von Unternehmen mit hauseigenen Sticker-Kreationen sind etwa die Privatbrauerei Gaffel aus Köln oder auch der Lebensmittelhändler REWE. In allen Fällen können die Sticker klar der Marke zugeordnet werden, die Visuals sind nah dran am jeweiligen Kerngeschäft.

Nicht gebrandete Sticker werden von Marken noch selten genutzt. Ganz nach dem Motto: „Warum sollten wir das machen, wenn da nicht unser Name draufsteht?“ So sind es hierzulande überwiegend bekannte Blogger und Influencer, die eigene Sticker erstellen und in diesen ihre Themen statt ein Branding aufgreifen. Ich denke, Unternehmen sollten da umdenken und das Bedürfnis der Nutzer in den Fokus stellen. Situative Sticker-Kreationen, die den Alltag der User widerspiegeln und mit denen sie ihre Stories kreativ gestalten, können auch ohne Logo in die Marke einzahlen – bloß etwas subtiler als bislang gewohnt.

P. S. Zu guter Letzt nochmal zurück zu Lars Eidinger. Der hat den digitalen Sticker-Trend bereits ins Analoge überführt, indem er echte Sticker auf sein Gesicht klebt und sich damit in seinen Stories präsentiert. Wirklich witzig.

Story-Sticker für Karneval 2020

Für alle Freunde der Fünften Jahreszeit haben wir nun eine exklusive Sticker-Collection ohne Agentur-Branding für Karneval 2020 kreiert. Ab sofort zum jecken Preis (Schutzgebühr) von 1,11 Euro im Shop erhältlich. Kaufen, downloaden und sofort in den eigenen Karneval-Stories 2020 verwenden. Wir freuen uns über Eurer Feedback und Mentionings (@resultgmbh) in Euren Stories!