Dieses Phänomen kennt vermutlich jeder von uns: Wenn eine Website nicht schnell genug lädt, hat man wenig Lust, noch weiter auf dieser zu surfen. Anstatt auf die Inhalte zu warten, wird der Tab geschlossen und die Informationen auf einer anderen Website gesucht. Wenn es sich dabei um eine Unternehmensseite handelt, ist das natürlich fatal.

Die Performance einer Website ist von vielerlei Faktoren abhängig. Gerade bei WordPress-Websites kommen noch spezielle Faktoren vom CMS dazu, die man kennen muss. Um die Performance einer WordPress-Website von Grund auf zu verbessern, sollte die Betrachtung ganzheitlich erfolgen, also nicht nur auf ein oder zwei Ursachen reduziert. In diesem Artikel geben wir fünf Tipps, die unkompliziert umzusetzen sind.

Bilder komprimieren und richtig einsetzen

Nicht immer, aber gerne mal werden Bilder in der größtmöglichen Auflösung vom Fotografen oder aus Bilddatenbanken in WordPress hochgeladen. Bevor man das tut, sollten diese in einem Bildbearbeitungsprogramm mit reduzierter Dateigröße abgespeichert werden. Wer mag, kann dabei die längste Seite des Bildes (Breite oder Höhe) auf 2.560 Pixel reduzieren, um WordPress selbst schon etwas die Arbeit abzunehmen. Wer dies nicht tut, für den erledigt WordPress diesen Vorgang seit Version 5.3.

Auch in WordPress selbst können Bilder nach dem Hochladen weiter komprimiert werden. Dafür gibt es eine Reihe an Plugins, die je nach gewählten Einstellungen die Bilder mit wenig oder ohne Qualitätsverlust weiter verkleinern. Die meisten Plugins bieten dabei ein kleines Kontingent zum Komprimieren kostenfrei an, größere Kontingente sind mit günstigen bis moderaten Upgrades zu erhalten.

Der letzte Schritt ist der richtige Einsatz der Bildgröße. Beim Einfügen von Bildern in WordPress werden verschiedene Bildgrößen automatisch generiert, die durch das Theme oder Plugins erweitert werden können. Wer ein Bild im Inhalt einfügt, das nicht breiter als der Inhalt selbst angezeigt werden soll, muss es nicht in voller Größe anzeigen lassen. Die Auswahl der richtigen Bildgröße kann die Performance auf einzelnen Unterseiten nicht nur mess-, sondern auch fühlbar verbessern.

Inhalte überprüfen

Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht: Zu viele Informationen auf der Startseite oder den wichtigen Unterseiten können die Performance beeinträchtigen. Zig Beiträge aus dem Blog, aufgedröselt in unterschiedlichen Kategorien, oder die beliebten Slider sind dabei oft die Performance-Fresser. Auch eine große Bildergalerie sollte nicht gerade auf der Startseite zu finden sein. Besser ist es, die Inhalte dort nur anzuteasern und dann zu entsprechenden Unterseiten zu verlinken. So kommen Nutzerinnen und Nutzer schnell zu den Informationen, die sie wirklich brauchen.

Datenbank aufräumen

Die Datenbank aufzuräumen, in der WordPress alle Inhalte speichert, kann gerade bei älteren Websites einen großen Effekt haben. Über Jahre haben sich dort Daten angesammelt, die WordPress immer wieder abspeichert, welche dann nach einiger Zeit nicht mehr benötigt werden. Diese Aufgabe ist mit Bedacht auszuführen, denn was gelöscht wird, bleibt gelöscht. Daher muss zwingend ein Back-up der Datenbank gemacht werden, bevor mit der Arbeit begonnen wird – falls man sich doch verklickt und Sachen löscht, die man eigentlich behalten möchte.

Es gibt dafür hilfreiche Plugins, die einem die Arbeit auf Datenbankebene ersparen und sich komfortabel aus dem Administrationsbereich bedienen lassen. Die Plugins zeigen mögliche Daten zum Löschen an. Die meisten davon kommen durch sogenannte Revisionen zustande – Kopien von Beiträgen und Seiten, die bei jedem Speichern von Änderungen angelegt werden, um diese nachvollziehen zu können. In den allermeisten Fällen benötigt niemand mehr die Revisionen von vor fünf Jahren, bei denen ein kleiner Rechtschreibfehler behoben wurde.

Es ist zu empfehlen, nur die letzten fünf bis zehn Revisionen zu behalten, je weniger, desto besser natürlich. Diese Anzahl lässt sich auch per Konstante WP_POST_REVISIONS in der Konfigurationsdatei definieren, sodass ein manuelles Löschen der Daten nicht mehr nötig ist – WordPress löscht die älteste Revision beim erneuten Speichern dann automatisch.

Nicht benötigte Plugins deaktivieren und löschen

Wer eine WordPress-Website selbst technisch betreut oder über die Zeit viele verschiedene Dienstleister beauftragt hatte, bei dem kann es passieren, dass sich mit der Zeit „doppelte“ Plugins ansammeln. Dass bedeutet, dass zwei oder mehr Plugins mit ähnlicher Funktionalität installiert sind, die sich im schlimmsten Fall gegenseitig behindern. Oft verlangsamen diese dann die Website, weil der Code beider Plugins ausgeführt werden muss. Von daher ist es ratsam, solche Plugins zu konsolidieren und sich für eines zu entscheiden.

„Mit Kanonen auf Spatzen schießen“ gibt es auch im WordPress-Kontext: Plugins mit einem riesigen Funktionsumfang, die alles bieten, was man sich für den Anwendungsfall vorstellen kann. Einen Nachteil haben diese allerdings: Oftmals nutzt man gar nicht alle Funktionen, aber die Ressourcen dafür werden immer auf der Website geladen. Hier empfiehlt es sich, spezialisierte Plugins einzusetzen, die nur eine oder wenige Funktionen bieten, aber leichtgewichtiger sind und nicht so viele Ressourcen bereitstellen. In solchen Fällen ist es meist hilfreich, sich Unterstützung von erfahrenen WordPress-Spezialist*innen einzuholen.

Unnötige Anfragen zu externen Ressourcen vermeiden

Zu guter Letzt sollte noch ein Blick darauf geworfen werden, welche externen Ressourcen von der eigenen Website angefragt werden. Am häufigsten gehen Requests zu Google Fonts ein, da diese in Themes weit verbreitet sind. Einige Themes bieten bereits an, die Schriftarten herunterzuladen und dann lokal bereitzustellen. Aber auch per Plugin lässt sich dieser Anwendungsfall lösen, ohne dass Änderungen im Code gemacht werden müssen.

Auch externe Dienste wie Google Maps, YouTube, Twitter & Co. können, wenn sie auf der Startseite eingesetzt werden, die Ladezeit beeinträchtigen. Bereits aus Datenschutzgründen sollten diese Dienste per Cookie Consent-Banner erst deaktiviert werden. Dann können Besucherinnen und Besucher der Website selbst entscheiden, ob der Inhalt für sie geladen und dargestellt werden soll. Das hilft nicht nur dem Datenschutz, sondern ebenfalls der Performance.

Oft von verschiedenen Seiten angepriesen ist die Nutzung eines sogenannten CDN (Content Delivery Network). Dabei werden verschiedene Inhalte zentral auf einem CDN-Server abgelegt, von welchem diese dann beim Aufruf der Seite geladen werden. Bei hohen Zugriffszahlen kann dies eine valide Option sein, die Last des eigenen Servers zu verringern und gleichzeitig die Performance aufrechtzuerhalten. Für die meisten Websites ist ein CDN eher nicht zu empfehlen, da es das Gegenteil bewirken kann und die Website nicht unbedingt schneller macht. Mit einem vernünftigen Hosting-Paket ist die eigene Website dann auch schon mal schneller, als wenn Daten zunächst einmal von einem CDN abgegriffen werden müssen.

Fazit

Die Stellschrauben, um die Performance einer Website zu verbessern, sind vielfältig. Schon mit kleinen Änderungen können Verbesserungen geschaffen werden. Da jede Website individuell ist, benötigt es ein gewisses Maß an Erfahrung und Wissen zu der jeweiligen Webpräsenz, weshalb unsere Tipps sehr allgemein gehalten sind. Wer eine dauerhafte und nachhaltige Performance der eigenen WordPress-Website anstrebt, der sollte diese ganzheitlich auf die Möglichkeiten hin überprüfen lassen. Wir unterstützen gerne dabei.