2. Teil der Interviewreihe „Social Media Trends 2012“: Heike Schmidt vom UTB-Verlag

Im ersten Teil unserer Serie erklärte Charles Schmidt von der Krones AG die mobile Nutzung sozialer Netzwerke und den steigenden Einfluss von Location Based Services für zwei entscheidende Social Media Trends für das Jahr 2012. Ich habe einmal an anderer Stelle, genauer gesagt im UTB-Verlag, nachgehört, wie man dort die Trends des kommenden Jahres einschätzt. Meine Interviewpartnerin Heike Schmidt betreut dort die Social-Media-Kanäle des Unternehmens.

Christine: Wohin wird sich Social Media aus deiner Sicht 2012 entwickeln?

Heike Schmidt: Social Media wird „normaler“. Es ist eines von mehreren Marketinginstrumenten für Firmen. Die Nutzer werden nicht mehr darauf verzichten wollen, aber sie tappen auch nicht blauäugig in jede Datenfalle. Ihr Umgang mit sozialen Netzwerken wird vorsichtiger.

Christine: Blogger Richard Gutjahr glaubt eine Facebook-Müdigkeit festzustellen. Kannst du das bestätigen?

Heike Schmidt: Facebook ist für viele unentbehrlich geworden. Eine Facebook-Müdigkeit im Sinne Umlandts, der sich von dem sozialen Netzwerk abgemeldet hat, wird so schnell nicht bei der breiten Masse der User ankommen. Aber das Nutzungsverhalten ändert sich. Facebook-Nutzer wählen inzwischen die Seiten, die ihnen „gefallen“ treffsicherer aus. Auch die Datenschutzdebatte hat ihren Einfluss auf das, was auf Facebook gepostet wird. Es grasiert eine manchmal schon abstruse Angst davor, was der Herr Zuckerberg so alles mit den preisgegebenen Daten anfangen könnte (und damit will ich nicht in Abrede stellen, dass Facebook da in der Tat eine sehr unschöne Politik pflegt). Eine Facebook-Müdigkeit ist meiner Meinung nach also nur im Sinne eines geänderten, vorsichtigeren Nutzerverhaltens festzustellen – für Firmen mit einer Facebook-Präsenz eine Herausforderung!

Christine: Auch Jürgen Vielmeier hat eine interessante These aufgestellt. Seiner Meinung nach wird die Nutzung sozialer Netzwerke zurückgehen, dafür werden aber die privaten Netzwerke mehr und mehr an Bedeutung gewinnen. Was hältst du von dieser Einschätzung?

Heike Schmidt: Das Nutzungsverhalten ändert sich definitiv. Jürgen Vielmeiers Einschätzung klingt für mich einleuchtend. Aber die Basis bleibt bei Facebook – auch bei Shazam. Für den User ist es bequem, sich nicht ständig neue Profile anlegen zu müssen, sondern für andere Dienste das Facebook-Profil verwenden zu können.

Christine: Martin Weigert hat gerade die Leser von netzwertig.com dazu aufgerufen, für ihren Lieblingsonlinedienst aus 2011 abzustimmen. Welche Services haben dich besonders begeistert?

Heike Schmidt: Der Sieger bei der Umfrage von Netzwertig ist Dropbox – das hat absolut seine Berechtigung. Bei unserem studentischen Zielpublikum steht der Dienst ganz hoch im Kurs. Mit diesem Dienst haben sie Zugriff auf ihre Daten, egal, wo sie sich gerade befinden (Uni, Studentenwohnung, Elternhaus etc.). Außerdem macht dieser Dienst das Teilen von Skripten und Klausuren sehr einfach. Für mich persönlich ist Google+ mein Lieblingsdienst– die Integration aller anderen Google-Dienste ist einfach smart. Und der Imagewandel, den Google 2011 hingelegt hat, ist beeindruckend.

Christine: Wie stehst du zu der immer wieder aufkommenden Debatte um die Zukunft der Blogs? Welche Rolle werden diese 2012 einnehmen?

Heike Schmidt: Solange die Google-Suche Blogstrukturen belohnt, bleiben Blogs interessant. Die Blogosphäre ist zwar nicht riesig, aber auch nicht ganz klein – sie ist durch ein paar dumme Spam-Kommentare sicher nicht tot zu kriegen. Blogger haben etwas zu sagen, sind interessiert und haben eine wichtige Funktion innerhalb des Mediengefüges. Der Tod des Buches wird auch schon seit ewigen Zeiten ausgerufen, aber es ist einfach nicht tot zu kriegen. Es ändert sich, aber es bleibt.

Christine: Euer Verlag ist bereits auf Facebook und Twitter aktiv. Sind für 2012 Änderungen am Social-Media-Setup vorgesehen? Und wenn ja, welche und warum? Kannst Du ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern?

Heike Schmidt: Wichtig ist vor allem, die Präsenzen, die bereits bestehen, weiterzuentwickeln. Ein weiterer, für uns zentraler Punkt ist die nahtlose Integration in die Gesamtstrategie. Der Social-Media-Goldrausch ist vorbei – Maßnahmen aus diesem Bereich müssen mehr flankierenden Charakter bekommen. Darüber hinaus werden wir unser Portfolio etwas erweitern. Unsere Google+-Unternehmensseite wird 2012 mehr Profil bekommen und auch sonst werden wir sicher nicht faul sein. Man darf gespannt sein!

By | 2011-12-19T08:55:18+00:00 19. Dezember 2011|Categories: Social Media|Tags: , , , , , , , |

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6 Kommentare

  1. Heike Schmidt 19. Dezember 2011 um 9:08 Uhr

    Liebe Christine,

    besten Dank! Hat viel Spaß gemacht :)
    Ich nutze jetzt mal die Gelegenheit, meiner Social Media Kollegin Susanne Ziegler für geniale Zusammenarbeit zu danken!
    Herzliche Grüße!
    Heike Schmidt

  2. […] result » 2. Teil der Interviewreihe „Social Media Trends 2012“: Heike … Im ersten Teil unserer Serie erklärte Charles Schmidt von der Krones AG die mobile Nutzung sozialer Netzwerke und den steigenden Einfluss von Location Based Services für zwei entscheidende Social Media Trends für das Jahr 2012. […]

  3. Christine Heller 19. Dezember 2011 um 9:29 Uhr

    Sehr gerne!

  4. […] Heike Schmidt ist beim UTB-Verlag für die Betreuung der Social-Media-Kanäle zuständig. Aus ihrer Sicht wird Social Media mehr und mehr zur Normalität. Mit dieser Meinung ist sie nicht alleine. Auch Mike Schnoor, Referent Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e. V., ist dieser Auffassung. Auf seinem persönlichen Blog veröffentlicht er regelmäßig eigene Fachartikel zu Public Relations und Social Media. Im Interview verrät Mike, wie er die Entwicklungen rund um das Thema Social Media für das kommende Jahr einschätzt. […]

  5. […] Verlagen , Verbänden und Unternehmen sind es auch die Zeitungen, die ihre Aktivitäten im Social Web […]

  6. […] Heike Schmidt vom UTB-Verlag […]

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