14. M-Motion-Tag: Noch steht es 30:40 für den Wandel

Unter dem Motto „Aufschlag Marktforschung“ fanden sich in der vergangenen Woche Vertreter der Branche zusammen, um über den Stand und die Herausforderungen der Profession auszutauschen, zu diskutieren und sich neue Wege aufzeigen zu lassen. 

An diesem interessanten Tag konnten die Anwesenden viele neue Erkenntnisse gewinnen. Die Teilnehmer lernten, wo überall der Wandel stattfindet: nicht nur bei den Menschen, sondern auch in der Marktforschung. Dass die Branche vor Herausforderungen steht, ist hinlänglich bekannt, aber wo diese genau liegen und wie Institute auf der einen und die Unternehmen auf der anderen Seite dennoch Einsichten in Kundenstrukturen erhalten können, das war das alles übergreifende Thema.

Deutlich wurde, dass sich die Marktforschung nicht mehr als Organisator von Umfragen verstehen darf. Allerdings herrscht Uneinigkeit darüber, wohin wir uns alle entwickeln müssen. Die Branche versteht sich immer stärker als Berater, als Begleiter bei vielen Fragen von Unternehmen, die sich vor allem dadurch auszeichnen, dass sie nicht nur wissen, welche Methoden am besten anzuwenden sind, sondern auch noch, was die Ergebnisse für den Auftraggeber letztlich bedeuten. Gerade ihre Erfahrung macht Marktforscher nach Ansicht vieler Unternehmen unverzichtbar.

Es gibt aber auch andere Stimmen: Jene, die die Aufgabe der Institute nicht unbedingt in Richtung Beratung sehen und glauben, die ganze Branche befinde sich auf einem Irrweg. Vor allem Sören Scholz, Geschäftsführer von Interrogare, betonte die Unterschiede zwischen dem klassischen Berater und dem typischen Marktforscher; Mentalitäts- und Typenunterschiede, die man nicht so einfach glatt ziehen könne. Er sieht die Aufgabe der Marktforschung folglich darin, neue Methoden und Kompetenzen zu entwickeln sowie bestehende weiter zu optimieren und Kunden eher dahingehend zu beraten.

Impressionen des 14. M-Motion-Tags

In einer ähnlichen Funktion war auch ich als Vertreter der result gmbh unterwegs. Zusammen mit Martin Grupe, Managing Director von Vision Critical, und Andreas Wittenberg, Sales Director Central & Eastern Europe bei GMI, stellten wir die Themen Crowdsourcing, Communities und Mobile Research in Vorträgen dar und diskutierten anschließend mit dem Publikum über diese neuen Methoden.

Insgesamt war der 14. M-Motion-Tag voller Anregungen und interessanter, fruchtbarer Gespräche, bei denen der Blick über den Tellerrand gewagt und neue Perspektiven für die Marktforschung aufgezeigt wurden. Eines muss ich meinen Kolleginnen und Kollegen dennoch vorwerfen: Zwischen dem Ausruf, sich mit neuen Methoden und Kommunikationswegen zu beschäftigten, und der tatsächlichen Umsetzung liegen immer noch Welten. Die meisten tun sich darin immer noch schwer. Woran ich das festmache? Nur ein Beispiel: Neben den Veranstaltern und einer weiteren Person war ich der Einzige, der unter dem stetig prominent platzierten Hashtag #14MMT twitterte. Aber nicht nur diesbezüglich bin ich nach dem M-Motion-Tag guter Dinge.

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